„Ich sehe schon schwarz“: Sternsinger hoffen auf Heimkehr der Urlaubskinder

dzAktion Dreikönigssingen

Die Sternsinger gehören rund um den Dreikönigstag zum gewohnten Bild: Sie singen aber nur auf dem Treppenabsatz, wenn genügend Kinder mitmachen. Einen Tag vor dem Start könnte hie und da ihr Besuch ausbleiben.

Fröndenberg

, 02.01.2020, 18:16 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Pastoralverbund Fröndenberg laufen an diesem Wochenende wieder viele Kinder, gewandet als die Heiligen Drei Könige, von Tür zu Tür und spenden den Haussegen. Manche Gemeinde weiß noch nicht, ob sich bei dem kirchlichen Brauchtum überhaupt ausreichend Kinder beteiligen werden.

»Ich sehe schon schwarz.«
Karin Drywa, St. Konrad Langschede

Besonders in der Kirchengemeinde St. Konrad in Langschede hatten sich bis Donnerstag nur wenige Kinder gemeldet, die bei der Aktion mitmachen wollen.

„Ich sehe schon schwarz“, sagt Karin Drywa, die wie schon seit Jahren gemeinsam mit ihrem Sohn Sebstian Drywa in Langschede die Sternsinger betreut. Allerdings ist sie auch zuversichtlich, dass sich am Tag der Gewänderanprobe am Freitag doch noch ausreichend Freiwillige einfinden.

„Ich sehe schon schwarz“: Sternsinger hoffen auf Heimkehr der Urlaubskinder

Christiane Müller (l.) und Gemeindereferentin Mona Schomers teilen Merle, Lara und Sophia (alle 9) für ihre Routen in der Kirchengemeinde St. Marien ein. © Marcel Drawe

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Info

An diesen Tagen kommen die Sternsinger

  • St. Marien: Bereits am Freitag, 3. Januar, um 9.30 Uhr treffen sich die Sternsinger im Pfarrzentrum auf dem Sodenkamp. Kinder können sich kurzfristig, auch noch am Samstag und am Sonntag jeweils um 9.30 Uhr, dort einfinden.
  • Christkönig: Die Kinder machen sich auch in Warmen von Freitag bis Sonntag auf den Weg. Wer noch mitlaufen möchte, sollte sich bei Ulrike Meisel oder Sandra Hinz – Telefonnummern in den aktuellen Pfarrnachrichten – oder im Pfarrbüro, Tel. (0 23 73) 7 21 83, melden.
  • St. Konrad: In Langschede treffen sich die Sternsinger Freitag und Samstag jeweils um 9 Uhr im Gemeindezentrum. Am Freitag wird zuerst ein kurzer Aussendungsgottesdienst abgehalten. Am Sonntag gehen die Kinder nach der Messe los, dann noch bis mittags.

Denn in Langschede werden traditionell die Routen praktisch auf „Vorbestellung“ zusammengestellt: Jeder Haushalt, der besucht werden möchte, meldet sich vorher an – und soll natürlich nicht enttäuscht werden.

Je weniger Kinder kommen, umso mehr müssen die Aktiven dann also an den drei Tagen bis Sonntag in Langschede durch die Straßen wandern. Dass der Besuch der Kinder eine lieb gewonnene Tradition ist, beweist die hohe Nachfrage.

So arbeitet die Kirchengemeinde St. Marien in der Stadtmitte erstmalig mit solchen Anmeldelisten der Gemeindemitglieder, die sich einen Besuch wünschen. Denn in der Vergangenheit konnten nicht immer sämtliche Häuser besucht werden, „Mancher war daher enttäuscht“, erinnert sich Gemeindereferentin Mona Schomers. Die Resonanz der Kinder ist in St. Marien gut.

„Ich sehe schon schwarz“: Sternsinger hoffen auf Heimkehr der Urlaubskinder

Bei der Anprobe wird das passende gewand herausgesucht und schon für die Aktion am nächsten Tag mit nach Hause genommen. Betreuerin Victoria Heinisch hilft im Pfarrzentrum St. Marien Erik (9, l.) und Max (10). © Marcel Drawe

Zur Sache

Hintergrund und Zweck des Dreikönigssingens

  • Die Aktion Dreikönigssingen 2020 steht unter dem Motto „Frieden! Im Libanon und weltweit“.
  • Die Aktion Dreikönigssingen ist nach Angaben der katholischen Kirche die größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder weltweit. Seit Beginn im Jahr 1959 haben die Sternsinger eine Milliarde Euro gesammelt. Allein bei der Aktion 2019 kamen über 50 Millionen Euro an Spenden zusammen.
  • Projektanträge aus aller Welt werden von den zuständigen Mitarbeitern im Kindermissionswerk geprüft und einer Vergabekommission zur Entscheidung vorgelegt.
  • Auch wenn es sich um eine Aktion der katholischen Kirche handelt, dürfen auch evangelische und Kinder anderer Konfession teilnehmen. Nach Absprache mit der örtlichen Pfarrei können evangelische Gemeinden die Aktion auch eigenständig durchführen.
  • Veranstalter der Aktion vor Ort ist die Pfarrei. Daher sind die Sternsinger und ihre Begleiter während der Aktion Dreikönigssingen ehrenamtliche Mitarbeiter der Pfarrei und während des Sternsingens über die sogenannte Sammelversicherung des jeweiligen Bistums versichert.
  • Bei ihren Hausbesuchen schreiben die Sternsinger den Segen mit gesegneter Kreide über die Türen: 20*C+M+B+20. Der Stern steht für den Stern, dem die Weisen aus dem Morgenland gefolgt sind. Zugleich ist er Zeichen für Christus. Die Buchstaben C+M+B stehen für die lateinischen Worte „Christus Mansionem Benedicat“ – Christus segne dieses Haus. Die drei Kreuze bezeichnen den Segen: Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

Auf der Hohenheide stellt die Filialkirche Herz-Jesu sogar eine eigene Sternsinger-Gruppe. Die Chancen, dass in diesem Jahr alle, die es auch wollen, besucht werden, stehen hier also gut.

Auch Sandra Hinz ist positiv überrascht, wie viele Kinder sich in Christkönig in Warmen immer noch am Dreikönigssingen beteiligen. Ursprünglich waren die Kinder im Ruhrtal nur sonntags gelaufen, mittlerweile können drei Tage eingeplant werden.

Weil die Wege in und um Warmen auch etwas länger sein können, wird auch hin und wieder das Auto eingesetzt.

In St. Agnes in Bausenhagen wird schon seit diesem Donnerstag der Haussegen gespendet. In den drei anderen Gemeinden gilt, dass sich Kinder noch kurzfristig beteiligen können.

Wer also in den Weihnachtsferien bislang verreist war und erst vor dem kommenden Wochenende zurück daheim ist, wird noch gern als Unterstützung der anderen aufgenommen.

„Ich sehe schon schwarz“: Sternsinger hoffen auf Heimkehr der Urlaubskinder

Daran erkennt man an diesem Wochenende die Sternsinger schon von Weitem: der typische Stern. © Marcel Drawe

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