Drei-Punkte-Plan im Kampf gegen Starkregen und Überschwemmungen in ganz Fröndenberg

dzNach Ostbürener Hochwasser

Alleingelassen mit den Wassermassen? Keineswegs. Nach der Überschwemmung Ostbürens Ende Mai will die Verwaltung ein aus drei Ansätzen bestehendes Maßnahmen-Paket schnüren. Das kommt nicht nur Ostbüren zugute.

Fröndenberg

, 04.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Eines vorweg: Eine Garantie, dass sich nie wieder solche Schlammwellen wie Ende Mai in Ostbüren über einzelne Gebiete Fröndenbergs ergießen, wird es nicht geben. Das betonte Fachbereichsleiter Martin Kramme im Hauptausschuss. Doch die Stadt will das Problem angehen und kündigt einen Drei-Punkte-Plan an. Dieser setzt sich zusammen aus einem Hochwasserkonzept für die Ruhr, für das erste Gespräche mit Ingenieurbüros bereits geführt wurden, aus einer Einzelbetrachtung der bekannten Schwachstellen in Ostbüren, am Dellwiger Totenweg und in Neimen/Frohnhausen sowie einer Starkregen-Gefahrenkarte, die 2020 für ganz Fröndenberg erstellt werden soll.

38-jähriges Hochwasserereignis eigentlich kein Problem

Nach den Protesten der Betroffenen will die Stadt das Problem Hochwasser und Folgen des Klimawandels umfassend angehen. „Doch keine Maßnahme hätte das verhindern können, was Ende Mai in Ostbüren passiert ist“, sagte Kramme. 2018 habe ein 60-jähriges Hochwasserereignis in Ostbüren zu Überschwemmungen geführt, in diesem Frühjahr war es nur ein 38-jähriges Ereignis. „Ohne Schlamm hätte dies gar keine Folgen gehabt. Das Wasser wäre so in der Kanalisation verschwunden“, erklärte Kramme, dass das vorhandene Kanalnetz so ein Hochwasser aufnehmen könne. Entnommen hat er dies ersten Ergebnissen einer bereits im März dieses Jahres in Auftrag gegebenen Überarbeitung des Zentralen Abwasserplans.

Maßnahmenplan wird Zutun der Landwirte erfordern

Das Kanalnetz wäre also gerüstet, wenn nicht der Schlamm von den Feldern wäre. Dieser verstopft die Gullys und dann schwappt die Welle ungebremst durchs Dorf. Gerade im Frühjahr, wenn die Aussaat noch nicht richtig gewurzelt hat, und bei Herbstgewittern nach der Ernte fließe der Schlamm ungehindert von den Feldern auf die Straße.

„Der Maßnahmenplan wird auf viele Bürger zukommen. Bürger, die Landwirt heißen und die Hofflächen oder andere große befestigte Flächen auf die Straßen entwässern“, sagt Kramme. Er sieht die Stadt dabei auch als Geschädigte. „Wir müssen daher Gespräche mit den Eigentümern der Ländereien führen“, so Kramme. Zum Beispiel gebe es Fördermittel für Blühstreifen, die an den Feldrändern Wasser zurückhalten können.

Drei-Punkte-Plan im Kampf gegen Starkregen und Überschwemmungen in ganz Fröndenberg

Anwohner der Straße Am Obsthof versuchen, sich mit kleinen Sandsäcken vor der nächsten Flut zu schützen. © Anke Jacobi

Graben am Obsthof bereits ausgebaggert

Einfache Maßnahmen wie das Ausbaggern des Grabens an der Straße Am Obsthof hat die Verwaltung bereits durchgeführt. Jetzt aber sorgt laut CDU-Ratsfrau Bettina Hartwig-Labs die nun engere Straße für Unmut. Die Politik, die direkt nach dem Hochwasser-Ereignis Anträge gestellt hatte, drängt zur Eile. Vor allem sei es wichtig, dass die Geschädigten in Ostbüren alsbald Antworten auf ihre drängenden Hochwasserschutz-Fragen bekommen. Vor allem SPD-Ratsfrau Monika Kostorz lobte das Engagement, mit denen die Bürger – und speziell Ortsheimatpfleger Gerd Höneise – sich in die Lösung der Probleme einbringen wollen.

Beim Ortstermin in Ostbüren sollen alle Informationen vorliegen

„Man wartet aber auf einen Ortstermin“, erinnerte Kostorz. Ob dieser wie geplant im Rahmen der nächsten Sitzung des Bau- und Verkehrsausschusses am 17. September durchgefüht werden kann, ist offen. Denn Kramme ist nicht sicher, ob bis September alle Antworten vorliegen. „Wenn das Paket geschnürt ist, werden wir das den Bürgern vorstellen. Uns ist wichtig, dass wir mit den Betroffenen im Gespräch bleiben. Von deren Ortskenntis, Erfahrungen und Beobachtungen können wir nur profitieren“, so Kramme.

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