Die Radfahrer in der Stadt machen mobil für ein Rennradmuseum: Damit die Sammlung des Fröndenbergers Andreas Grünewald ausgestellt werden kann, soll ein Pool Ehrenamtlicher gebildet werden.

Fröndenberg

, 23.10.2018, 16:31 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kürzlich ging es in einem Workshop erneut um die Machbarkeit eines Anbaus für das Kettenschmiedemuseum. Eine Integration der Rennradausstellung in den Komplex im Himmelmannpark ist danach eine realistische Option. „Das ist ernsthaft diskutiert worden“, bestätigt Jochen Hänel vom Westfälischen Kettenschmiedemuseum, der sich von dieser Idee äußerst angetan zeigt. Ende Juni hatte Andreas Grünewald seine Sammlung von hochwertigen Rennrädern im Ausschuss für Kultur, Stadtmarketing und Tourismus vorgestellt und der Stadt angeboten, die Exponate in Fröndenberg auf Dauer auszustellen. Im Ausschuss war Grünewald eingeladen worden, die Idee einer Präsentation seiner Rennräder in dem Workshop einzubringen.

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Als wahrscheinlichste Variante favorisieren die Teilnehmer des Workshops unter Leitung der Beratungsfirma projekt2508 nun die Widmung von Räumen eines künftigen Anbaus für die Rädersammlung.

Erst eins, dann zwei, jetzt drei: Museumstrio unter einem Dach

Bis es zu einer detaillierten Planung kommen kann, wird allerdings noch etwas Wasser die Ruhr hinunter fließen. Gemeinsam mit der Stadtverwaltung und dem Büro startklar werde der Förderverein Kulturzentrum nun zunächst in einer „Serie von Beratungen“ ausloten, wohin die Reise beim Kettenschmiedemuseum selbst gehen soll. Dabei gehe es darum, in welcher Weise die Kulturschmiede und das Kettenschmiedemuseum zukünftsfähig aufgestellt werden können und ob eine Vergrößerung tatsächlich notwendig ist. „Diese strukturellen Fragen müssen wir vorschalten“, sagt Jochen Hänel. Schließlich sei ursprünglich auch lediglich eine inhaltliche oder räumliche Verzahnung der Kettenschmiede mit dem Heimatmuseum geplant gewesen. Jetzt müsse die Frage geklärt werden: „Wollen wir alle drei Themen auf einen Schlag bewältigen oder nacheinander?“

Ehrenamtliche Helfer könnten Aufsichtsdienste übernehmen

Neben der Finanzierung eines Museumsanbaus ist die wichtigste offene Frage die nach ehrenamtlichen Helfern. „Das Vorhaben einer Rennradausstellung hört sich im Moment fantastisch an“, so Jochen Hänel, „und wenn ich genug Leute hätte, wäre das der absolute Burner.“ Völlig klar sei aber, dass vom bestehenden Team des Kettenschmiedemuseums die anfallenden Aufgaben in einem Rennradmuseum nicht zusätzlich geschultert werden könnten, betont Hänel.

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Hierzu bahnt sich unterdessen eine Lösung an. Eckhard Overbeck vom ADFC Fröndenberg kündigt eine eigene Initiative an. „Wir wollen alle Radfahrer an einen Tisch bekommen und das gemeinsam stemmen“, so Overbeck. Neben dem ADFC sei bereits die Gruppe „3F“ mit ins Boot geholt worden. Man könne zum Beispiel Aufsichtsdienste in einer künftigen Rennradausstellung übernehmen oder für verlässliche Öffnungszeiten sorgen. Fröndenberg habe unheimliches Potenzial. „Ich bin ein Bürger dieser Stadt und möchte, dass sie gut dasteht“, bekennt Eckhard Overbeck.

Jochen Hänel sieht in Rennrad-Ausstellung Marketingeffekt für die Stadt

Ins selbe Horn bläst Jochen Hänel. „Ich plädiere ganz klar dafür, die Rennräder für Fröndenberg zu sichern. Da ist eine ganze Menge Musik drin für unsere Stadt“, denkt Hänel vor allem an den Marketingeffekt für Fröndenberg. Bevor die Idee eines gemeinsamen Daches aber überhaupt weitergetrieben werden könne, müsse zunächst der Rat grünes Licht geben.

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Rennrad-Ausstellung in Fröndenberg

In einem leer stehenden Ladenlokal am Markt wird seit einigen Wochen ein Teil der Rennrad-Sammlung von Andreas Grünewald ausgestellt.
23.10.2018
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Rennrad-Ausstellung Fröndenberg© Marcel Drawe
Rennrad-Ausstellung Fröndenberg© Marcel Drawe
Rennrad-Ausstellung Fröndenberg© Marcel Drawe
Rennrad-Ausstellung Fröndenberg© Marcel Drawe
Rennrad-Ausstellung Fröndenberg© Marcel Drawe

Jochen Hänel hat einen Antrag gestellt, dass im kommenden Jahr 10.000 Euro ausgegeben werden dürfen, um fachliche Beratung für die Planung und zeitliche Abfolge des Projekts „Anbau Kettenschmiedemuseum“ einholen zu können. Dass aber 2020 dann die Entscheidung über den Museumsanbau getroffen wird, glaubt Hänel nicht: „2020 ist Wahljahr.“

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