Dramatisches Szenario fordert Fröndenberger Feuerwehr heraus

dzFritteusen-Explosion

Eine Nachtübung – plötzlich, unerwartet und durchaus realistisch – soll den Leistungsstand der Fröndenberger Feuerwehr-Löschgruppe Mitte unter extremen Bedingungen testen.

von Peter Benedickt

Fröndenberg

, 14.10.2018, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Plötzlich zerreißen Sirenen die abendliche Stille in der Fröndenberger Friedhofstraße. Blaulicht wirft flackernde Schatten an die Häuserwände. In schnellem Tempo biegen Feuerwehr-Fahrzeuge auf den Pausenhof der Gemeinschaftsgrundschule ein. Aus dem Gebäude steigt Rauch auf, Feuerschein ist durch die Fenster zu erkennen, laute Schreie gellen durch die Nacht. Nachbarn verfolgen aufgeschreckt das Geschehen.

Die Einsatzmeldung ist dramatisch. „Fritteusen-Explosion beim Leseabend mit Eltern und Kindern im Klassenraum. Rauch- und Feuerentwicklung, unbekannte Zahl verletzter Personen“, erfahren die Einsatzleiter vor Ort.

Ein Polizeibeamter entdeckt gleich mehrere blutüberströmte Kinder, dazu einige verletzte Erwachsene. Sofort ruft er Hilfe herbei. Kaum stehen die Fahrzeuge, springen Helfer mit ihrer Ausrüstung aus den Türen und eilen zum Unglücksort.

„Keine Angst“, beruhigt Christian Schigowski, Löschgruppenführer der Löschgruppe Stadtmitte. „Es ist nur eine Übung mit realistischer Darstellung.“

Auch er ist gespannt, wie sich seine Kameraden der Situation stellen. Denn es ist seine Mannschaft, die hier auf dem Prüfstand steht. „Heute Abend war eine normale Nachtübung angesetzt, plötzlich kam der Alarm“, erläutert er den Hintergrund. „Wir wollen testen, wie sich die Gruppe unter Druck verhält.“

Die Verletzten stöhnen und schreien

Und Druck ist da, die Verletzten stöhnen, schreien, eine Mutter erscheint völlig aufgelöst, behindert die insgesamt 37 Einsatzkräfte, ruft: „Wo ist mein Sohn?“ Da heißt es Nerven bewahren, aber die Handgriffe sitzen.

Erschwert wird dieser Einsatz nicht nur durch die Dunkelheit, schnell errichtete Lichtmasten leuchten den Pausenhof nach kurzer Zeit aus. Auch die Enge der Örtlichkeit stellt besondere Anforderungen. So muss die „Drehleiter“ auf nur wenigen Metern Wendemöglichkeit komplett gedreht werden. Während schon Schläuche ausgerichtet werden, Kameraden an ihre befohlenen Plätze eilen und gerade wieder ein Hilferuf aus dem Obergeschoss ertönt.

Da rollt ein Fahrzeug der Löschgruppe Hohenheide auf den Platz und bringt Unterstützung. Auch diese Kräfte sind sofort im Geschehen, legen noch im Innenraum die Atemschutzausrüstung an.

Am Ende der Übung ist Stadtbrandinspektor Jörg Sommer zufrieden: „Natürlich gibt es immer ein paar Fehler. Die werden wir intern besprechen und abstellen.“

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