Dieses Pointen-Feuerwerk belohnt das Fröndenberger Publikum mit einem Beifalls-Sturm

dzBullemänner im Schmallenbach-Haus

Die Bullemänner vorzustellen, würde bedeuten Ruhrwasser nach Fröndenberg zu tragen. Denn noch mehr Auftritte in der Ruhrstadt haben eigentlich nur die Wochenmarkt-Standbetreiber.

von Peter Benedickt

Fröndenberg

, 16.06.2019, 16:48 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vielleicht gerade weil die Bullemänner schon so oft brillant das Fröndenberger Publikum unterhalten haben, zieht es die Besucher immer wieder vor die Bühne, wenn diese urkomischen Westfalen gemeinsam mit der Tastenfachkraft Svetlana Svoroba ihr Programm zum Besten geben. Wobei es „Zum Besten geben“ auf den Punkt trifft. Denn Augustin Upmann und Heinz Weißenberg treten nicht einfach nur vor das Publikum oder spulen ihre einstudierten Gags ab. Nein, sie geben spürbar ihr Bestes.

Purer Humor ohne großes Tamtam, der Funke springt trotzdem über

Sie benötigen keine großen Requisiten, die Bretter, die die Welt bedeuten, sind genug. Dazu ein roter, samtiger Vorhang, ein Stuhl, oder mal ein altmodisches Telefon. Reicht völlig. Bei ihnen wirken die Pointen wie gerade spontan im Moment erfunden. Deshalb springt der Funke auch blitzschnell über. Die im südlichen Münsterland geborenen „Quatschköppe“ brauchen auch keine Dresdener Semperoper, also keinen auf Hochglanz herausgeputzten Saal. Da reicht bereits ein großes Zelt. Klappstühle rein und schon brennt ein wahres Feuerwerk an verbalen Knalleffekten ab. Wie jetzt wieder auf dem Sommerfest der Senioreneinrichtung „Schmallenbach-Haus“ auf dem Hirschberg.

Da werden Leerstände zum Gag-Auslöser

Dabei wird aber auch gar nichts ausgelassen. Sogar Leerstände in der Innenstadt müssen als Gerüst für die Gags herhalten: „Wir wollten was kaufen, ging nicht, gab ja nichts.“ Was es dann gab, entsprach nicht dem Geschmack der Bullemänner: „Mode soll einen Menschen nicht quälen.“ Oder das Fahrzeug, welches unter dem Starenkasten geparkt war: „Augustin hat jetzt einen Opel Guano.“

Eines ist sicher: Niemand wird vergessen

Ob Motorradfahrer („Der hatte auf der Lederjacke stehen: Wenn Sie dies lesen können, habe ich meine Alte verloren“) oder Hochwürden („Wir haben voll hier und Sie?“), sie schreckten vor nichts zurück, jeder bekam sein Fett ab. Natürlich wurde die Politik nicht vernachlässigt. Die Bullemänner finden schließlich immer ein Haar in der Suppe, das sich humorig auflöffeln lässt.

Gäste halten sich den Bauch vor Lachen

Aber gerade diese Mischung macht den Charme - mal rustikal, mal zuckersüß - des Trios aus. Oder wer sonst kann schon auf eine Ausbildung als „Ackerdemiker“ („Nebenerwerbs-Landwirt“) verweisen.

Die rund 170 Zuschauer waren begeistert und zeigten dies immer wieder, eher durch spontane Heiterkeitsausbrüche denn durch Beifall. Doch das stimmt nicht ganz, denn zum Schluss wurde es richtig lebhaft: durch einen wahren Beifalls-Sturm.

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