Die Milch sei mit dir – auch wenn sie alle ist

dzGlosse

Der verkürzte und grammatikalisch grenzwertige Zuruf unter Arbeitskollegen kann Verwirrung stiften. Wenn es dabei um den Nachmittagskaffee geht, können auch schon einmal die Alarmglocken schrillen.

Fröndenberg

, 14.02.2020, 16:25 Uhr / Lesedauer: 1 min

Kaffee ist immer da. Den stellt der Arbeitgeber großzügig zur Verfügung. Denn jeder Verleger weiß: Kaffee, das ist das Öl in der Redaktionsmaschinerie. Ohne Kaffee kein Text, ohne Text keine Zeitung. Also, Kaffee ist immer da.

Den Verleger würde es aber in den Wahnsinn treiben, sollte er auch noch auf die individuellen Vorlieben eines jeden Redakteurs und einer jeden Redakteurin eingehen wollen, wie er oder sie seinen oder ihren Kaffee am liebsten schlürft.

Da gibt es den Kollegen, den auch in der Berichterstattung nichts schreckt: Er trinkt schwarze Bohne. Schaufelt am liebsten noch ein, zwei Löffel Kaffeemehl mehr in den Filter. Esslöffel, versteht sich.

Dann gibt es die große Milchkaffeetrinkerfraktion: Einer drückt sich zehnprozentige Kondensmilchtöpfchen in den Kaffeebecher, der andere besteht auf fettarmer Trinkmilch.

Die Milch besorgen sich die Kaffeetrinker selbst, denn wie gesagt, ohne den passenden Kaffeegenuss geht eben nichts in der Redaktion. Neulich versiegte dem Kollegen die Feder, er konnte einfach nicht mehr weiterschreiben: Er brauchte seinen Kaffee mit dem Schuss Vollmilch. Sofort. Unverzüglich.

„Ist die Milch dir?“, wollte der nach Kaffee lechzende Kollege wissen, bevor er zugriff. Höflich ist er ja. „Nein, die Milch ist allen“, kam als Antwort zurück. „Die Milch ist alle?“ Sein Hörfehler hätte den Kollegen fast umgehauen.

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