Wer von Ardey nach Fröndenberg mit dem Rad fahren will, braucht Mumm in den Knochen. Die Strecke ist für Fahrradfahrer nicht ungefährlich. © Lisa Dröttboom
Verkehr und Mobilität

Der Weg von Fröndenberg nach Ardey ist für Fahrradfahrer katastrophal

Wer im Fröndenberger Westen zum Fahrrad greifen will, braucht mitunter Mut. Einen praktischen Fahrradweg nach Ardey gibt es nicht, dafür bietet sich eine Strecke voller Gefahren.

Wenn der Frühling kommt, greift Peter Riesenberg zum Fahrrad. Ob der Weg zur Arbeit oder ein Ausflug am Wochenende, der Ardeyer zieht seine zwei Räder vieren jederzeit vor. Nur eines ärgert ihn: Die schlechten verkehrlichen Bedingungen vor seiner Haustür.

Er sei kein Schönwetterfahrer, sondern ein „Dienstradfahrer“, erklärt er. „Wenn die Witterung es zulässt, fahre ich jeden oder jeden zweiten Tag nach Unna.“ Zehn Kilometer hin, zehn Kilometer zurück. „Auch bei Kälte und Regen. Das gehört dazu.“ Und auch am Wochenende greift er gemeinsam mit seiner Frau gerne zum Rad.

Nutzwege in den Westen gibt es kaum

Unzufrieden ist er vor allem mit den verkehrlichen Bedingungen für Fahrradfahrer in Fröndenberg. Ihn interessiere weniger der Tourismus, als vielmehr der Nutzverkehr. „Den gibt es aber kaum in Fröndenberg, wenn man nicht über Umwege wie Frömern fahren will.“

Er wünscht sich, dass die Stadt den Weg in die Dörfer fahrradfreundlicher gestaltet. „Es darf nicht nur unten an der Ruhr langgehen.“ Vielmehr wünscht er sich ein breiteres Netz für Fahrradfahrer, sodass man Ausflüge auch mit kleinen Besorgungen verbinden kann. „Die Grundlage dafür ist eine Hauptverbindung in die Dörfer und die sehe ich im Fröndenberger Westen nicht.“

Hauptverbindung führt über Ardeyer Straße

Zwischen Ardey und der Fröndenberger Innenstadt wäre das konkret die Ardeyer Straße. Die sei für Fahrradfahrer „topografisch und von der Straßenführung her problematisch, hinter dem Lidl im Zentrum bieten sich katastrophale Straßenverhältnisse voller Schlaglöcher“.

Schlaglöcher und Risse im Asphalt – für Fahrradfahrer stärker zu spüren als für Autofahrer. © Lisa Dröttboom © Lisa Dröttboom

Verlässt man mit dem Rad das Zentrum in Richtung Ardey, beginnt für viele ein ungewisses Abenteuer. Als Radfahrer würde man instinktiv auf den Schotterweg ausweichen, damit „man nicht umgefahren wird“. Besonders gefährlich werde es ab der Kuppe des ersten Berges. „Wenn man froh ist, es geschafft zu haben und sich rollen lassen will“, führt er aus.

Von hinten drängeln die Autos, unter dem Hintern rappelt das Rad von einem Schlagloch ins nächste. Weicht man für ein angenehmeres Fahren mehr in die Mitte aus, wächst die Gefahr, vom Auto- und Lkw-Verkehr erfasst zu werden. Zudem sorge die kurvenreiche Führung für zusätzliche Gefahrenstellen.

Strukturierte Zusammenarbeit nötig

Ein ähnliches Bild biete sich auch an anderen Stellen in Fröndenberg. Oft würde man als Fahrradfahrer die Standstreifen mitnutzen, um mehr Abstand zwischen sich und den Verkehr zu bringen. „Das sind aber keine Fahrradwege.“

Deswegen wünscht er sich von Politik und Stadt, dass die Ardeyer Straße aufgearbeitet und fahrradfreundlich gestaltet wird. „Vor allem den Weg zwischen Lidl und dem Fröndenberger Drahtwerk.“ Alternative Routen sieht er nicht. „Wo sollen die auch langführen?“

Sowohl CDU, als auch SPD haben Anläufe unternommen, die Situation für Fahrradfahrer im Westen zu verbessern. Der Antrag der CDU ruht derzeit bis zur Sanierung des Thabrauck, der der SPD soll im nächsten Bau- und Verkehrsausschuss behandelt werden.

„Die Politiker versprechen alle, weiterzubauen“, sagt Riesenberg kritisch. „Aber wir kommen mit der Infrastruktur nicht nach.“ Er wünscht sich weniger Versprechungen, dafür aber eine strukturiertere Zusammenarbeit zwischen Politik und Bürgern. „Eine saubere Kommunikation“ zwischen Wunsch und Machbarkeit, bei der auch der Bürger mit ins Boot geholt werde. „Man kann nicht immer sagen, dass das Geld fehlt.“

Über die Autorin
Redaktion Fröndenberg / Holzwickede
Jahrgang 1995, aufgewachsen am Rande Mendens mit mehr Feldern als Häusern drumherum. Zum Studieren nach Köln gezogen, 2016 aber aus Sehnsucht ins Sauerland zurückgekehrt. Hat in der Grundschule ihre Liebe ans Schreiben verloren und ist stets auf der Suche nach spannenden Geschichten.
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Lisa Dröttboom
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