34, Psychotherapeutin, Sabbatjahr auf Hawaii und jetzt zurück an der Ruhr: Mirele Frigge möchte den Start als Autorin meistern, mit brandaktuellen Themen und Leidenschaft fürs Schreiben.

Fröndenberg

, 23.11.2018, 13:19 Uhr / Lesedauer: 3 min

Stalking, Psychologie und die Start-Up-Szene Berlins vereint die Fröndenbergerin Mirele Frigge in ihrem Krimi-Debüt. Wer der 34-jährigen, fröhlichen, frisch gebackenen Mutter begegnet, ahnt nicht, dass sie Inspiration für den Roman „Der digitale Patient“ aus ihrem Privatleben zog.

Als Autorin nennt sich Mirele Frigge Anna Robert: Anna lautet ihr zweiter Vorname. Robert ist der Vorname ihres Mannes. Aktuell wohnt die 34-Jährige im Haus der Schwiegerelter, das Neugeborene ist erst wenige Wochen alt. In Fröndenberg möchte Frigge auf jeden Fall bleiben. „Ich bin hier gerne aufgewachsen, die Stadt ist schön, um Kinder groß zu ziehen“, sagt sie.

Pseudonym verschafft Anonymität

Und wenn das Buch bekannt wird, verschaffe das Pseudonym ein Stück Anonymität. „Ich möchte nicht, dass meine Patienten denken, ich schreibe über ihr Privatleben“. Mirele Frigge ist Psychotherapeutin. Und berühmt brauche man da eigentlich gar nicht sein, um Probleme zu bekommen. Im Zeitalter von Google und Co. suchen die Patienten im Netz nach Informationen über Ärzte und Psychologen.

Der digitale Patient ist das Erstlingswerk von Mirele Frigge aus Fröndenberg

Apps gibt es inzwischen für alle Lebensbereiche. © dpa

Im Buch geht es um die junge, ambitionierte Psychotherapeutin Anna. Sie hat ein Start-up zur Online-Behandlung von Depressionen gegründet. So etwas sei nicht abwegig. In den Bereichen Medizin und Psychologie gebe es viele junge Unternehmen, die auf den Zug der Digitalisierung aufspringen. „Immer mehr Patienten haben das Handy dabei“, sagt Mirele Frigge. Selbst hat sich die junge Psychotherapeutin auch mit Apps für ihren Beruf befasst.

Anna im Kampf ums nackte Überleben

Doch im Roman läuft das Gründungsvorhaben aus dem Ruder: Annas geldgierige Mitgründer wollen ihr die Firma streitig machen – und der moderne Therapieansatz birgt ungeahnte Tücken. Ein ehemaliger Patient missbraucht die Anonymität des Programms und droht unter Pseudonym, sie umzubringen. Einst hatte sie seine Annäherungsversuche zurückgewiesen, jetzt will er Rache. So muss die Romanfigur nicht mehr nur um ihr Unternehmen kämpfen, sondern ums nackte Überleben.

Der Thriller spielt in Berlin, weil es dort eine große Gründerszene gibt, erklärt die junge Autorin. Der Bezug zu den Schattenseiten der Digitalisierung passe gut in die heutige Zeit, in der etwa Cybermobbing in der Anonymität des Internets ein wichtiges Thema ist.

Ken Follet und Sebastian Fitzek sind große Vorbilder

Geschrieben hat Mirele Frigge ihr Buch innerhalb von sechs Monaten. Damals wohnte sie vorübergehend in Dortmund und arbeitete in einer Gemeinschaftspraxis in Hamm. Dafür, dass sie sich nur einen Tag in der Woche intensiv der Literatur widmen konnte, ging es zügig voran. Viel aufwendiger gestaltete sich die Suche nach einem Verlag. Wer sein eigenes Buch veröffentlichen möchte, darf keine großen Ansprüche stellen. Bei der ersten Zusage schlage man sofort zu, sagt Frigge.

„Ich habe schon immer gerne geschrieben“, erinnert sich die Psychotherapeutin. Vor allem Kurzgeschichten. Auch an Schreibwettbewerben nahm sie teil, bevor sie das Hobby einige Zeit aus den Augen verlor. Seit dem ersten August ist das Debüt nun in gedruckter Form und als E-Book auf dem Markt. Große Vorbilder der stolzen Autorin sind Ken Follet oder auch Sebastian Fitzek, weitere Geschichte sind schon in Planung. Sozusagen Erstlektor sei übrigens ihr Mann. Oft helfe er auch, den Plot zu erweitern. Sich ausdenken, was in der fiktiven Welt alles passieren könne – „das macht eigentlich am meisten Spaß“, strahlt Frigge.

Sabbatjahr auf Hawaii brachte Ruhe und Inspiration

Nicht zu verachten ist bereits der Ausblick vom Haus der Schwiegereltern an der Ostbürener Straße. Nicht zu vergleichen ist der wiederum mit einem Ausblick, den Mirele Frigge und ihr Mann noch vor wenigen Monaten genießen konnten. Und zwar aus dem 40. Stock in Waikiki, einem Stadtteil von Honolulu auf Hawaii. Nach seinem Studium wurde ihrem Mann dort kurzfristig eine Beschäftigung als Postdoc angeboten. Dafür hat das junge Paar vorübergehend alle Zelte in Dortmund abgebrochen. „Die Amerikaner sind sehr nett, und besonders die Hawaiianer, die haben den Aloha-Spirit“, schwärmt die 34-jährige von ihrer Zeit am Pazifischen Ozean.

Auf dem Balkon mit Blick auf den Diamond Head konnte die Fröndenbergerin in atemberaubender Atmosphäre schreiben. Nach Deutschland zurückgekehrt ist die junge Mutter mit fertigen neuen Geschichten und einem angefangenen Hawaii-Krimi im Reisegepäck.

Mit der ISBN kann der Thriller aus Fröndenberger Feder überall im Buchhandel bestellt werden. Er ist im auch Internet bestellbar oder als E-Book erhältlich. Der digitale Patient Autor: Anna Robert Verlag: bookshouse, 2018 ISBN 9963539823, 9789963539826 Länge: 236 Seiten
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