Demokratie: Patenschaftskreis sucht Mentoren für Flüchtlinge

dzFlüchtlinge

Der Patenschaftskreis für Flüchtlinge legt ein neues Projekt auf. Dafür werden Mentoren gesucht, die Geflüchteten die Demokratie in Deutschland näherbringen.

Fröndenberg

, 15.01.2020, 04:27 Uhr / Lesedauer: 2 min

Manche Dinge sind so selbstverständlich, dass man ihren Wert kaum noch wahrnimmt. Demokratie ist so ein Ding. Eine noch verhältnismäßig junge Errungenschaft in Deutschland. Und doch kann sich kaum einer vorstellen, wie es ist, weder die eigene Meinung vertreten geschweige denn mitbestimmen zu können.

Jetzt lesen

Die Mehrheit entscheidet. Nicht ein Regime, dass seine Bürger unterwerfen will. Anders kennen geflüchtete Menschen es aber oftmals nicht. Sie kommen hauptsächlich aus autoritären und totalitären Systemen. Sicher: Krieg und Gewalt sowie Menschenrechtsverletzungen in den jeweiligen Herkunftsländern zählen zu den häufigsten Fluchtursachen auf der Welt. Eine Demokratie zu leben setzt allerdings voraus, sie zu verstehen. Und da setzt das neue Mentoring-Projekt des Patenschaftskreises für Flüchtlinge an.

Patenschaftskreis sucht Mentoren

Menschen mit Fluchthintergrund die deutsche Demokratie näherbringen – das ist die Intention von Susanne Hippenstiel, Eckhard Gransow und ihren Mitstreitern des Patenschaftskreises. Dafür suchen sie Unterstützer.

Zur Sache

Kontakt für Interessierte

Wer das Mentoring-Projekt des Patenschaftskreises für Flüchtlinge aktiv unterstützen möchte, kann entweder per E-Mail an prk-projekt@gmx.de oder telefonisch unter Tel. 01590/6032780 Kontakt zu Mitinitiator Eckhard Gransow aufnehmen.

Gesucht werden Menschen, die politisch interessiert und versiert sind, um Seminare und Übungen durchzuführen sowie an Gesprächen und Diskussionsveranstaltungen teilzunehmen. Das Projekt soll möglichst praxisnah ablaufen: Fahrten zum Landtag oder zum Bundestag sind genauso denkbar wie Diskussionsveranstaltungen etwa zur bevorstehenden Kommunalwahl. Und zwar zu Themen, die auch für Geflüchtete eine Relevanz haben; wie aktuell zum Beispiel die Probleme im Schulbusverkehr.

„Wir wollen die Leute an die Hand nehmen, damit sie Nachbarn werden.“
Eckhard Gransow

Angelegt ist das Projekt erstmal für ein halbes Jahr, bestenfalls sollen schon im Februar die ersten Veranstaltungen stattfinden. Wie intensiv sich jeder Einzelne einbringt, ist freigestellt: Das kann ein Abend oder auch der gesamte Projektzeitraum sein. Auf 20 bis 30 Unterstützer hoffen die Initiatoren des Projektes, damit am Ende mindestens ebenso viele Geflüchtete partizipieren können. „Wir wollen die Leute an die Hand nehmen, damit sie Nachbarn werden“, formuliert Eckhard Gransow seine Hoffnung an das Projekt.

Totalitäre Systeme kennen keine Beschwerde

Er nennt ein Beispiel für Selbstverständlichkeiten in Deutschland, die Geflüchtete mitunter gar nicht kennen: „Wenn hier irgendetwas schief läuft, gibt es immer die Möglichkeit, sich zu beschweren – in totalitären Systemen kommt das gar nicht vor“, so Gransow.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Förderverein Freibad Dellwig
Freibad Dellwig drängt auf vorzeitige Vertragsverlängerung mit der Stadt
Meistgelesen