Dellwiger spüren einen Hauch Dorftradition im Buhre-Haus

dzKneipenkultur

Zur Erinnerung an die ehemalige Gaststätte Höltkemeyer waren die Dellwiger nach Unna eingeladen. Im Buhre-Haus an der Nicolaistraße ist die Einrichtung als Museumskneipe untergekommen.

von Sebastian Pähler

Fröndenberg, Unna

, 01.10.2019, 15:18 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was weg ist, ist weg! Eine simple Wahrheit, die gerade im ländlichen Raum, aufgrund der schwindenden Infrastruktur, immer wieder traurig greifbar wird. Gerade das Kneipensterben wird von Dorfbewohnern schmerzlich wahrgenommen.

In Dellwig war es etwa die Gaststätte Höltkemeyer, die über Jahrzehnte das Dorfleben mitprägte. Doch anders als die allermeisten Kneipen hat ein Teil davon überlebt.

Im Buhre-Haus in Unna existiert die Einrichtung der Gaststätte Höltkemeyer als Museumskneipe weiter. Am Montag lud Gästeführer Wolfgang Patzkowsky die Dellwiger dorthin ein, um sich gemeinsam an die Kneipe und ihre Wirte Änne und Wilhelm Höltkemeyer zu erinnern.

Dellwiger spüren einen Hauch Dorftradition im Buhre-Haus

So hat einmal der EIngang in die Gaststätte Höltkemeyer in Dellwig ausgesehen. © Sebastian Pähler

Neugierig schauten sich die Besucher im Buhre-Haus um. Viele von ihnen waren noch nie in der ehemaligen Wohn- und Wirkstätte des Künstlers Wolfgang Buhre an der Nicolaistraße 4 in Unna gewesen Die meisten waren aus Dellwig angereist und schauten, ob sie die Überbleibsel der Gaststätte Höltkemeyer erkennen würden.

Dellwiger spüren einen Hauch Dorftradition im Buhre-Haus

So hat es einmal ausgesehen, wenn Änne Höltkemeyer und ihre Damen aufgetischt haben. © Sebastian Pähler

Bis 2006 hatte die Gaststätte nahe der Kirche in Dellwig geöffnet. Da war Wirtin Änne Höltkemeyer bereits 92 Jahre alt. „Am besten erinnere ich mich an die Frühschoppen“, berichte etwa Gerd Höneise. In den 70er-Jahren hatte er in Dellwig gelebt und war damals fast jeden Sonntag Gast bei Änne und Wilhelm. Der heutige Ortsheimatpfleger von Ostbüren war auch einer der Ideengeber für den Abend.

„Ich wurde ganz oft darauf angesprochen“, berichtete Gastgeber Wolfgang Patzkowsky. Damit das Mobiliar der Kneipe nicht auf dem Müll landet, wurde es ihm als damaligen Vorsitzender des Unnaer Kneipenvereins angeboten. Er war sofort begeistert. „Sowas gibt es nicht mehr“, stellte er fest und übernahm damals die gesamte Einrichtung. Über mehrere Zwischenstationen landete diese schließlich im Buhre-Haus.

Dellwiger spüren einen Hauch Dorftradition im Buhre-Haus

Wolfgang Patzkowsky präsentierte Erinnerungsstücke aus der Gaststätte Höltkemeyer, deren Einrichtung als Museumskneipe nun im Buhre-Haus steht. © Sebastian Pähler

Es sind nicht nur die Möbel und die Theke, es sind vor allem auch die Erinnerungen, die Patzkowsky konserviert hat. Etwa die Zigarrenkiste „Weiße Wolke“, in der Wirtin Änne ihre ganzen Papiere aufbewahrte. Oder die Urkunde, mit der sie zum Ehrenmitglied des Schützenvereins Dellwig-Altendorf erklärt wurde.

Ob Schützen-, Brieftauben-, Sport- oder Gesangsvereine – ohne Höltkemeyer wäre in Dellwig vieles nicht möglich gewesen. Daran erinnerten sich die Gäste bei Bier und Buletten, die Patzkowsky für den gemütlichen Abend spendierte. Wie so oft in der Kneipe hieß es dann schließlich auch im Buhre-Haus: „Frohes Fest, dicke Eier, wünscht dir Wilhelm Höltkemeyer“.

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