Das Weltall bannt Markus Paul mit Teleobjektiv und auf Leinwand

dzAusstellung

Dieser Mann hat das Weltall gebannt: mit dem Teleobjektiv und in Akryl auf Leinwand. Hobbyastronom Markus Paul zeigt nun seine Bilder aus dem fernen Universum, das plötzlich ganz nah erscheint.

Fröndenberg

, 12.02.2020, 17:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Erst hat er die Astronomie und dann die Malerei zu seinem Hobby gemacht. Seine Leidenschaften sind verbunden durch dieselben Landschaften: Markus Paul bringt uns Millionen Lichtjahre entfernte Sternenbilder ganz nah.

»Man erkennt mehr Farbe und Details auf den Fotos, weil das menschliche Auge dafür nicht lichtempfindlich genug ist.«
Markus Paul

Sieben lange Jahre hat der gebürtige Berliner, der vor einem Jahr in Ostbürenn heimisch geworden ist, das Weltall fotografiert. Warum sieben Jahre so lang auf ihn wirkten? „Es ist eine sehr anspruchsvolle Art der Fotografie“, erklärt Paul, der auf Hof Kortenn an der Stadtgrenze zu Unna lebt.

Sternenklare und daher in der Regel kalte Nächte, eine Engelsgeduld bei einer extremen Langzeitbelichtung und eine Ausrüstung, die rund 50 Kilogramm schwer ist, ab- und wieder aufgebaut werden will – seine Faszination für die Astronomie hat ihn körperlich gefordert.

Andromedagalaxie ist 2,5 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt

Dafür sind der Lohn der Mühen faszinierende Abbildungen eines fernen Universums, das auf den Fotos in seinen farbigen Schattierungen und feinen Sprengseln plötzlich fast greifbar nah erscheint.

„Man erkennt mehr Farbe und Details auf den Fotos, weil das menschliche Auge dafür nicht lichtempfindlich genug ist“, erläutert Markus Paul, der sich intensiv mit der Telefotografie befasst hat.

Anstrengend war das, Migräne hat er ein ums andere Mal in Kauf nehmen müssen, um beeindruckende Ansichten zu bannen wie zum Beispiel die berühmte Andromendagalaxie, die vermutlich rund 2,5 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt ist.

Das Weltall bannt Markus Paul mit Teleobjektiv und auf Leinwand

Die Andromeda-Galaxie hat Markus Paul nach seiner gestochen scharfen Fotografie auch in Akryl auf Leinwand gebannt. © privat

Das Weltall bannt Markus Paul mit Teleobjektiv und auf Leinwand

Markus Paul hat als Hobby-Astronom jahrelang Nächte damit verbracht, Sterne am Himmelsfirmament mithilfe eines Teleobjektivs zu fotografieren. Die bekannte Andromeda-Galaxie gehört zu den bekanntesten Himmelskörpern, die er aufgenommen hat. © privat

Zur Sache

Sternenwanderung und Meteoriten zum Anfassen

  • Zum Tag der offenen Tür „Sternführung in Fröndenberg“ laden Kunstverein Fröndenberg und Markus Paul für Samstag, 15. Februar, um 18 Uhr auf den Hof Korten, Kessebürener Weg 20, in Fröndenberg ein (ins Navi unbedingt auch die Stadt eingeben).
  • Auf dem Programm stehen neben der Ausstellung von Bildern und Fotos Teleskopbeobachtung („Sternenwanderung“), Radioastronomie (Empfang der Radiowellen, die von astronomischen Objekten ausgehen), Meteoriten zum Anfassen und Sternspektroskopie (Woraus bestehen Sterne?).
  • Ein Kinderbrettspiel „Game of Constellationen“, das Markus Paul noch entwickelt, können Kinder an dem Abend ebenfalls schon ausprobieren.
  • Warme Kleidung und festes Schuhwerk werden den Gästen empfohlen.
  • Weil die Räumlichkeiten begrenzt sind, wird um Anmeldung unter hallo@kunstverein-froendenberg.de gebeten.

Irgendwann war dann Schluss damit. „Ich weiß jetzt, wie es funktioniert“, sagt Markus Paul, der im Hauptberuf als Physiotherapeut in Menden arbeitet. Dann kam er auf die Malerei – was das Empfinden für seinen Körper angeht das genaue Gegenteil von der kräftezehrenden Nachtfotografie.

Den Andromeda-Nebel millimetergenau in Akryl auf Leinwand bannen – darin kann man sich verlieren und das war für Markus Paul eher Entspannung für die Seele. Auch hier war er Autodidakt und hat sich Techniken selbst aneignet. Erst nach dem Einsatz eines Schwamms etwa war er zufrieden mit der künstlerischen Abbildung des himmlischen Nebels.

Nachdem er von den Machern als Aussteller auf der Kunstmeile Schwerte mit seiner „astro@Art“ angenommen worden war, war sich Markus Paul sicher, dass seine Bilder durchaus vorzeigbar sind.

„Sternführung in Fröndenberg“ heißt es beim Tag der offenen Tür

Das findet auch der Kunstverein Fröndenberg. Die Aktiven um Andrea Stahl und Dieter van Riel unterstützen Markus Paul, der aus Freiburg nach Fröndenberg kam, bei seinem Tag der offenen Tür auf Hof Korten mit dem sinnigen Titel „Sternführung in Fröndenberg“.

Dort wird der Astromaler seine Gemälde jeweils den fotografischen Vorbildern gegenüberstellen. Die Kunstwerke haben die üblichen Größen von 70x50 oder 50x50 Zentimeter. Doch die Fotografien aus dem Weltall werden nur in Postkartengröße zu sehen sein: Nur so bleiben die Himmelsbilder wie der Pferdekopf im Flammennebel, einer Dunkelwolke im Sternbild Orion, gestochen scharf erkennbar. „Mit dem bloßen Auge sind sie am Himmel nicht sichtbar“, weiß Markus Paul.

Das Weltall bannt Markus Paul mit Teleobjektiv und auf Leinwand

Markus Paul entwickelt ein Kinderbrettspiel, in dem es um Konstellationen von Sternen ebenso geht wie um Kreativität. © privat

Informativ ist die Ausstellung ebenfalls: Denn neben Kunst und spektakulärer Fotografie wird jedes Himmelsobjekt auch auf einem Datenblatt beschrieben, ob Entfernung von der Erde oder Standort im Kosmos.

Markus Paul freut sich besonders über Familien mit Kindern, die am Samstag den Weg nach Ostbüren finden: Sein Teleskop steht neben der Scheune, bei klarer Sicht sind also auch Beobachtungen am Himmel möglich.

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