Regenmassen und Wasserfluten nach dem Unwetter über Fröndenberg: Die Feuerwehr musste am 4. Juli in Windeseile Sandsäcke befüllen und das Haus Löhnbachtal vor weiteren Überschwemmungen schützen. © Udo Hennes
Meinung

Das Land lässt Fröndenberg im Unglück vom 4. Juli allein – sehr traurig

Die Unwetterkatastrophe vom 14./15. Juli war gewaltig. Den Opfern muss und wird geholfen werden. Fröndenbergs Unglück vom 4. Juli scheint beim Land hingegen unbekannt. Das ist ungerecht.

Bei Unglücksfällen sollte man es vermeiden, mit zweierlei Maß zu messen. Was an der Erft, an Wupper oder Lenne Hochwasser anrichtete, ist schrecklich. Wie auch im Ahrtal gibt es unzählige Tote zu beklagen. Kein Geld der Welt kann den Hinterbliebenen diesen schmerzlichen Verlust aufwiegen.

Finanzspritzen des Staates können aber den Verlust an Autos, Möbeln oder selbst Leibwäsche ein wenig auszugleichen helfen. Für solche Katastrophenfälle ist ein Staat auch ganz einfach da.

Dass die Landesregierung von NRW daher Soforthilfen an Geschädigte der Wasserfluten auszahlt – es ist ehrlich gesagt schon fast eine Selbstverständlichkeit.

Man hätte mit derselben Selbstverständlichkeit davon ausgehen dürfen, dass in ihrem Unglück alle gleich behandelt werden. Werden die Flutopfer aber nicht. Am 4. Juli brach die Unwetter-Katastrophe über Fröndenberg herein. Die Stadt und ihre gewaltigen Schäden waren landesweit in den Schlagzeilen zu finden – glücklicherweise kamen Menschen nicht zu Schaden. Für eine Soforthilfe sind Tote gottlob auch keine Voraussetzung.

Die Landesregierung hat diese Unwetterzelle, die nur Fröndenberg traf, aber trotzdem offensichtlich überhaupt nicht auf dem Schirm. Dabei wäre es in den Amtsstuben in Düsseldorf ein Leichtes gewesen, auch dieses Extremereignis als Katastrophenfall einzustufen und den Menschen in der Ruhrstadt unbürokratische Hilfe zuteil werden zu lassen – ein Anruf beim Deutschen Wetterdienst hätte dafür ausgereicht.

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Redaktion Fröndenberg
Geboren 1972 in Schwerte. Leidenschaftlicher Ruhrtaler. Mag die bodenständigen Westfalen. Jurist mit vielen Interessen. Seit mehr als 25 Jahren begeistert an lokalen Themen.
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Marcus Land

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