Das Bistro am Brunnen hat die Corona-Krise überstanden - doch Verluste bleiben

dzGastronomie in Fröndenberg

Obwohl es zeitweise vollständig geschlossen war, hat es das Bistro am Brunnen in Fröndenberg durch die Corona-Krise geschafft. Nun können Gäste draußen sitzen. Bis zur Normalität wird es aber dauern.

Fröndenberg

, 22.05.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Von Bratwurst über das kühle Bierchen bis Frozen-Yoghurt-Eis haben die Stammkunden von Petra und Gerardo Colonna in den vergangenen Wochen einen bunten Angebots-Mix missen müssen. Denn anders als viele Kolleginnen und Kollegen in Fröndenberg hatte das Bistro am Brunnen in den ersten Wochen der Corona-Krise vollständig geschlossen. Nur an wenigen Tagen gab es Essen zum Mitnehmen. Umso mehr freuen sich auch die Gäste des Bistros, dass es nun wieder losgeht. Das zeigen viele volle Tische - mit dem nötigen Abstand selbstverständlich.

Stammkunden und Radfahrer sind schon zurück

„Die Stammkunden sind direkt wiedergekommen“, sagt Petra Colonna. „Jetzt, bei dem schönen Wetter“, seien auch viele Radfahrer da gewesen. Das freut die Betreiberin des Bistros, obwohl auch die Lokalität am Brunnen noch weit vom Normalbetrieb entfernt ist.

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Die Unsicherheit nimmt Colonna ihren Gästen, indem sie jeden persönlich begrüßt, an einen Platz bittet und die Regeln erklärt. Wer sich fragt, warum die Tische in diesen Tagen recht lieblos gedeckt sind: Deko ist verboten, damit der Tisch nach jedem Gast gut desinfiziert werden kann.

Regeln hängen an der Tür

Die Regeln, die nun gelten, hängen bereits an der Tür. So kann sie jeder vor Betreten des Bistros studieren. Vieles ist den Menschen inzwischen aber ohnehin schon in Fleisch und Blut übergegangen.

Schon vor dem Bistro am Brunnen werden alle Gäste darauf hingewiesen, wie sie sich verhalten müssen. Am Eingang ist Warten aufs Personal angesagt.

Schon vor dem Bistro am Brunnen werden alle Gäste darauf hingewiesen, wie sie sich verhalten müssen. Am Eingang ist Warten aufs Personal angesagt. © Hornung

Petra Colonna hat Geduld, vor allem mit ihren älteren Gästen - und sie ist diesen auch gerne behilflich. Etwa, wenn es um das Ausfüllen eines Zettels mit den persönlichen Daten geht. Das müssen Gäste eines jeden Restaurants nun tun - damit im Fall des Falles mögliche Infektionsverläufe nachverfolgt werden können.

Auf Datenschutz wird geachtet

Einige Kundinnen, zum Beispiel aus dem Haus Hubertia, kennt sie ohnehin schon lange. Deren Zettelchen kann sie ganz schnell ausfüllen, ohne etwas fragen zu müssen. Lange Listen, wie einige Restaurants sie führen, gibt es im Bistro am Brunnen nicht. Wenn jeder Gast einen persönlichen Zettel bekommt, seien die Daten besser geschützt.

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„Schön ist, dass wir ein paar Tische rausstellen können“, sagt Petra Colonna. Denn an der frischen Luft säßen die Gäste in diesen Ausnahmezeiten nun einmal besonders gern. Wer reingeht, muss die Hände desinfizieren, bis zum Tisch eine Schutzmaske tragen.

Noch nicht wieder voll dabei

Mit Mietstundungen und Soforthilfe konnte sich das Bistro am Brunnen während der Krise über Wasser halten, die Verluste bis zum Ende des Jahres wieder reinzuholen, sei aber unmöglich. „Die Zeit ist weg“, sagt Colonna. Wieder öffnen zu dürfen bedeute nicht, dass es mit voller Kraft voran geht. Die Hygienevorschriften erlauben bei der Größe des Bistros zunächst nur vier Tische innen und fünf Tische vor dem Lokal.

Gäste kommen, um zu reden

Nichtsdestotrotz: Der Mittagstisch geht wieder gut, Frozen-Yoghurt-Eis geht gut, Bier vom Fass geht gut. „Die Leute kommen auch wieder, um sich zu treffen“, so Petra Colonna. „Die Gäste sind einfach nur glücklich, dass wir aufhaben.“

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Und die Vorbereitungen dazu, seien zum Glück auch kein großer Aufwand gewesen. „Wir waren mit dem Zollstock unterwegs, haben alle Abstände ausgemessen, die Regeln ausgedruckt“ - und schon konnte das Bistro am Brunnen wieder starten.

Restaurants, Kneipen, Cafés und Eisdielen dürfen wieder öffnen – aber unter strengen Auflagen. Wir nehmen das zum Anlass, uns vor Ort in Fröndenberg ein Bild zu machen, wie der Betrieb in Corona-Zeiten läuft. In loser Folge stellen wir heimische Lokale vor.
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