„Nirgends vollständig sicher“: Schmallenbach-Haus ermöglicht weiter Angehörigenbesuche

dzCorona in Fröndenberg

Während der ersten Corona-Welle war die Fröndenberger Senioreneinrichtung mit zahlreichen Infizierten und Todesfällen besonders hart betroffen. Trotzdem sollen die Bewohner nicht mehr abgeschottet werden.

Fröndenberg

, 29.10.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Während sich die Corona-Situation im Kreis rasant zuspitzt, Bund und Länder einen Lockdown light auf den Weg bringen, behält das Schmallenbach-Haus in Fröndenberg seine Besuchsregeln seit mehreren Wochen ohne nennenswerte Änderungen bei. Und das werde auch so bleiben. „Vollständig sicher ist man ja nirgends, auch nicht im Straßenverkehr“, sagt Geschäftsführer Heinz Fleck.

Und in den vergangenen Wochen habe sich das bestehende Besuchs- und Hygienekonzept bewährt. Solange es keine neuen Fälle in der Einrichtung oder neue Corona-Regeln von höherer Instanz gibt, sollten die Seniorinnen und Senioren auf dem Hirschberg und im Haus Hubertia weiter Besuch von Angehörigen erhalten dürfen.

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Während des ersten Lockdowns, als die Bewohner wochenlang keinen Kontakt zur Außenwelt hatten, sei deutlich geworden, wie sehr die alten Menschen unter der Einsamkeit leiden. Heinz Fleck ist bewusst, dass das Virus über Verwandtenbesuche erneut in die Einrichtung gelangen kann. Mit welchen Folgen, zeigt ein Blick ins Frühjahr: Rund 60 Bewohner sowie 54 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden positiv auf Covid-19 getestet. Viele erkrankten. 19 Bewohner und zwei Beschäftigte starben.

Besuche sind täglich mehrere Stunden möglich

Mehrere Stunden pro Tag sind Besuche in den drei Häusern aktuell möglich. Weil jeder, der einen Angehörigen besucht, erfasst wird, kann Heinz Fleck ziemlich genau sagen, dass pro Woche rund 400 Menschen das Besuchsangebot wahrnehmen. Das klinge zunächst viel, sei mit den normalen Besucherzahlen allerdings nicht zu vergleichen. „Vor Corona war es die doppelte, wenn nicht die dreifache Anzahl. Wir waren immer ein offenes Haus“, sagt der Geschäftsführer.

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Anhand der Datenerfassung werde jetzt zudem deutlich, welche Häuser wie viel Besuch erhalten. Nachdenklich stimmt Heinz Fleck, dass die Bewohner in Haus 2, Menschen mit komplex herausforderndem Verhalten, weniger Besuch erhalten, als die Bewohner in Haus 1 und Haus Hubertia. „Die haben ja genauso Angehörige, wie die anderen auch.“ Einerseits hat Fleck Verständnis für die Angehörigen, andererseits sei es erklärtes Ziel für die Zeit nach Corona, genau diesen Bereich zu beleben.

Die Besuchszeiten

Täglich vier Stunden Zeit für Angehörige

  • Seit dem 12. Oktober sind die Besuchszeiten für Wochenende und Feiertage an die Werktage anpasst.
  • Werktags können Besucher Bewohner von 15.15 Uhr bis 19.15 Uhr besuchen.
  • Auch samstags, sonntags und feiertags sind Besuche von 15.15 Uhr bis 19.15 Uhr möglich.
  • Nach wie vor bittet die Einrichtungsleitung darum, dass die Besuche am Vormittag vorab mit den Wohnbereichen verabredet werden.
  • Alle wichtigen Informationen zur Corona-Situation im Schmallenbach-Haud gibt die Einrichtung bekannt unter www.schmallenbach-haus.de

Bis die Krise überstanden ist, könnten auch Schnelltests Besuche sicherer machen. Angehörige, die sich beim Kratzen im Hals nicht sicher sind, ob sie die Oma gefährden, könnten den Test direkt im Schmallenbach-Haus machen und hätten nach 20 Minuten ein Ergebnis. Nachdem Bund und Land grünes Licht gegeben haben, hat das Schmallenbach-Haus inzwischen ein Konzept für die Nutzung der Schnelltests geschrieben und am Mittwoch beim Gesundheitsamt eingereicht.

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