Auch die tariflich Beschäftigten im Fröndenberger Rathaus, hier der Bürgerservice, erhalten neben der Gehaltserhöhung eine Corona-Sonderzahlung. © Archiv/Marcel Drawe
Tarifabschluss öffentlicher Dienst

Corona-Sonderzahlung: Freck rechnet Plus für Fröndenberger Rathaus-Mitarbeiter aus

Was der Tarifabschluss im öffentlichen Dienst die Fröndenberger Stadtkasse kostet, ist gerade erst frisch errechnet worden. Es schlagen nun zwei Herzen in der Brust von Kämmerer Heinz-Günter Freck.

Die Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst waren wie immer ein Ringen von beiden Seiten: Arbeitgeber- wie Arbeitnehmervertreter von Bund und Kommunen zeigten sich am Ende mit dem Ergebnis zufrieden. Für die Stadt Fröndenberg ist es ein zweischneidiges Schwert.

»Beschäftigte im Öffentlichen Dienst dürfen eine adäquate Bezahlung erwarten.«

Kämmerer Heinz-Günter Freck

Ausgehandelt hatten die Tarifvertragsparteien folgende Verbesserungen: Ab dem 1. April 2020 wird es ein Plus von 1,4 Prozent geben und ab dem 1. April 2022 ein weiteres Plus von 1,8 Prozent.

Außerdem ist eine Corona-Sonderzahlung ausgehandelt worden: Die unteren Entgeltgruppen 1 bis 8 erhalten einmalig 600 Euro, die mittleren Gruppen E9 bis E12 bekommen 400 Euro und die oberen Gruppen E1 bis E15 sind mit noch 300 Euro bedacht worden, außerdem 225 Euro für Azubis und Praktikanten.

Beamte profitieren nicht – sie warten auf eigenen Abschluss

Die Sonderzahlung, die am 1. Dezember überwiesen wird, schlägt mit 44.500 Euro in der Fröndenberger Stadtkasse zu Buche. Außerdem werden ab dem 1. April 2021 insgesamt 39.000 Euro zusätzlich an Gehältern ausgezahlt, ein Jahr später dann nochmals insgesamt 52.000 Euro.

Zugrunde gelegt hat die Kämmerei 84 Stellenäquivalente bei den tariflich Beschäftigten. Äquivalente bedeutet, dass hinter den 84 Stellen mehr Köpfe stecken, weil es auch in Teilzeit Beschäftigte gibt.

Die Gesamtzahl der tariflich Beschäftigten im Rathaus konnte die Kämmerer nicht auf Anhieb benennen. Nicht profitieren werden jedenfalls die 25 Beamten in der Stadtverwaltung von dem Tarifabschluss.

Ihr Gehalt ist mittelbar an die eigenständigen Tarifverhandlungen für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes der Länder gekoppelt. Dieser Abschluss wird auch auf Landesbeamte, jener wiederum auf Kommunalbeamte angewendet.

Zur Sache

Corona-Sonderzahlung

  • Um die besonderen Leistungen der Beschäftigten im öffentlichen Dienst bei Bund und Kommunen in der Corona-Krise zu honorieren, sieht die Tarifeinigung die Zahlung einer Corona-Prämie vor.
  • In einem gesonderten Tarifvertrag „TV Corona-Sonderzahlung 2020“ haben Arbeitgeber und Gewerkschaften die zentralen Aspekte geregelt

Ob kurzfristig auch für Landesbedienstete verhandelt wird, sei noch nicht signalisiert worden, so Heinz-Günter Freck. Weil der Tarifabschluss noch vor der für den 4. November geplanten Einbringung des Haushaltes vorliegt, kann der Kämmerer die frischen Zahlen nun noch in seinen Entwurf einarbeiten.

Stadt im Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskräfte

„Es schlagen zwei Herzen in meiner Brust“, sagt Freck zu dem Abschluss. Die Fröndenberger Stadtverwaltung befinde sich „in einem Wettbewerb um ein immer knapper werdendes Gut.“ Diese qualifizierten Arbeitskräfte dürften daher auch im öffentlichen Dienst „eine adäquate Bezahlung erwarten“.

Höhere Personalkosten müssten nun aber auch im Haushalt abgebildet werden, der wegen coronabedingter Einnahmeausfälle ohnehin schon unter Spannung steht. Unterm Strich wiege aber die Notwendigkeit dieser Gehaltserhöhung schwerer, weil andernfalls die Stadt, die es „mit wirklich starken Playern in der Wirtschaft“ zu tun habe, „immer das Nachsehen hätte.“

Über den Autor
Redaktion Fröndenberg
Geboren 1972 in Schwerte. Leidenschaftlicher Ruhrtaler. Mag die bodenständigen Westfalen. Jurist mit vielen Interessen. Seit mehr als 25 Jahren begeistert an lokalen Themen.
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Marcus Land
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