CDU verhindert Abstimmung: Wollte die Stadt der Politik gestiegene Kosten unterjubeln?

dzHolz-Symposium

Der ursprüngliche Antrag ist so alt, dass das Holz, um das es einmal ging, schon schimmelt. Trotzdem verhinderte die CDU auf den letzten Drücker eine Abstimmung. Und das aus gutem Grund.

Fröndenberg

, 13.09.2019, 04:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Manchmal steckt wirklich der (Holz-)Wurm drin: Zweieinhalb Jahre ist der SPD-Antrag nun alt, über den am Donnerstag im Kulturausschuss nun endlich abschließend abgestimmt werden sollte, damit Fördermittel aus dem Leader-Topf beantragt werden können.

CDU schickt auf letzten Drücker Fragenkatalog

Auf der Zielgeraden, nämlich am Abend vor der Sitzung, fielen der CDU dann doch noch ein paar Fragen ein, die sie geklärt haben wollte. 19 an der Zahl. Das konnte die Verwaltung binnen weniger Stunden nicht leisten. Also wurde einmal mehr geschoben, was eigentlich unter Dach und Fach sollte.

Kritik: Von der Ursprungsidee nicht viel übrig

Es geht um das Projekt „Vom Kahlschlag zur Kunst“, dessen Intention es ursprünglich war, das Holz gefällter Bäume im Stadtgebiet für ein Skulpturenprojekt zu sichern. Vorbild war und ist ein Konzept der Kleinstadt St. Blasien in Baden-Württemberg. Im Grunde hat auch die CDU dagegen nichts einzuwenden. Gleichwohl wittert die Union Ungemach, weil sie den Eindruck hat, dass von der Ursprungsidee nicht mehr so ganz viel übrig ist.

„Wir wollen uns hier nicht besoffen reden lassen, sondern das in Ruhe eörtert wissen.“
Gerd Greczka (CDU)

Von einer „Diskrepanz zwischen Ursprungsantrag und der jetzigen Vorlage“ sprach die kulturpolitische Sprecherin der CDU, Ruth Schneider. Deutlichere Worte fand Fraktionschef Gerd Greczka: „Hätten wir vorher gewusst, dass die Verwaltung einen Antrag so modifiziert, dass er dann irgendwie funktioniert, hätten wir dem nicht zugestimmt.“ Ein geändertes Projekt müsse auch nochmal grundsätzlich besprochen werden, so Greczka. „Wir erwarten keine Antworten aus der Hüfte, sondern eine vernünftige Aufklärung.“

Zahlen-Wirrwarr über die Projektkosten

Die Verwaltung berichtete in Form einer Vorlage vom 4. September, dass das eigentlich angedachte Holz der gefällten Bäume – nämlich Linden – zu weich ist. Zwar könnten daraus vorzüglich Skulpturen hergestellt werden, heißt es, in Außenbereichen würden diese jedoch schnell von Pilzen befallen und verrotten. Sind die eingelagerten Holzstämme wohl teilweise auch schon. Und weil das nicht im Sinne der von Leader geforderten Nachhaltigkeit sei, müsse man geeigneteres Holz beispielsweise von der Eiche ankaufen. 45.000 Euro soll das Kosten, wovon nach Rechnung der Stadt nach Abzug der Förderung ein Eigenanteil in Höhe von 22.000 Euro übrig bliebe. Auf der Internetseite der Leader-Region Börde trifft Ruhr steht allerdings etwas von 66.000 Euro. Ein Zahldurcheinander, das die CDU erläutert haben will. Greczka: „Wir wollen uns hier nicht besoffen reden lassen, sondern das in Ruhe erörtert wissen.“

„Wieso haben wir nicht die Kraft, eine gute Idee einfach mal zu realisieren?“
Monika Kostorz (SPD)

Auf Unverständnis stieß die CDU mit ihrem Fragenkatalog bei SPD und Verwaltung. „Wir sollten hier jetzt nicht die Verhinderer sein und das Projekt auf die lange Bank schieben“, sagte Monika Kostorz ( SPD). „Wieso haben wir nicht die Kraft, eine gute Idee einfach mal zu realisieren?“

Mindestens verstimmt war Sabine Dettmann von der Stadtverwaltung darüber, dass die Fragen so kurzfristig eingegangen seien. „Es ist nicht möglich, dass innerhalb von acht Stunden in Gänze zu beantworten.“ Greczka indes rechtfertigte die Kurzfristigkeit, zumal die veränderte Vorlage gerade mal eine Woche alt sei. „Wir brauchen unsere Zeit, uns vernünftig damit auseinanderzusetzen – wir müssen schließlich auch alle noch arbeiten.“

Die Stadt soll die Antworten nun zur nächsten Ratssitzung liefern. Dann soll auch endlich über den Antrag abgestimmt werden. Voraussichtlich...

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