CDU-Fraktion positioniert sich anders als Kreis-Kollegen: VKU soll in Fröndenberg fahren

dzStadtrat in Fröndenberg

Mit Wahlkampf-Vorwürfen hielt die CDU-Ratsfraktion hinterm Berg. In Fröndenberg ist sich die Politik einig, dass sie langfristig lieber Busse der VKU als von Westfalenbus auf den Straßen sehen möchte. Und darauf dürfe auch heute schon hingewiesen werden.

Fröndenberg

, 26.06.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Busverkehr im Kreis Unna bleibt mit der VKU in kommunaler Hand. Das hat der Kreistag am Dienstag beschlossen. Und in Fröndenberg – das machte die Politik im Stadtrat am Mittwoch deutlich – möchte man so schnell wie möglich weg von Westfalenbus.

Während die Busse der VKU ab 2021 für weitere zehn Jahre im gesamten Kreis Unna fahren werden, bleibt Fröndenberg nämlich die Ausnahme. Inhaber der Konzession ist in der Ruhrstadt das zuletzt stark in die Kritik geratene Unternehmen Westfalenbus – und das noch bis 2027. Erst 2024 wird über die Neuvergabe der Konzession entscheiden.

Jetzt lesen

Nun hat sich die Politik im Rat fraktionsübergreifend dafür ausgesprochen, frühzeitig den Wunsch zu äußern, dass die VKU perspektivisch auch die Konzession für den Busverkehr in Fröndenberg erhält. Damit positionierte sich die Fröndenberger CDU anders als die Partei auf Kreisebene. Im Kreistag sorgte die SPD-Fraktion am Dienstag mit einem Antrag dafür, die Neuvergabe der Konzession in die richtige Richtung zu lenken.

Neue Fahrpläne für Schüler verursachten Probleme

Anfang des Jahres gab es vor allem im Zusammenhang mit den neuen Fahrplänen für den Schülerbusverkehr wochenlang Probleme mit Westfalenbus. In der Vergangenheit bemängelten Fröndenberger aber etwa auch den Zustand der Fahrzeuge, die das Unternehmen einsetzt.

Nach der Umstellung des Fahrplans von Westfalenbus zum 7. Januar 2020 war der Ärger bei vielen Eltern groß. Inzwischen sind die Busfahrpläne angepasst worden.

Nach der Umstellung des Fahrplans von Westfalenbus zum 7. Januar 2020 war der Ärger bei vielen Eltern groß. Inzwischen sind die Busfahrpläne angepasst worden. © Archiv

Olaf Lauschner (CDU) sprach am Dienstag im Kreistag von „Irritationen“ und „viel Unmut in Fröndenberg“. Die CDU enthielt sich daraufhin allerdings bei der Abstimmung zum SPD-Antrag und ließ mit Lauschner einen Fröndenberger argumentieren. „Der Antrag ist gut und richtig, aber er kommt fünf Jahre zu früh und ist eher zur nächsten Kommunalwahl angebracht als hier und heute“, deutete er an, dass es sich bei dem Antrag der SPD-Kreistagsfraktion lediglich um Wahlkampf handle.

Fraktionsvorsitzender Gerhard Greczka ergriff im Stadtrat am Mittwoch für die Fröndenberger Christdemokraten das Wort und machte deutlich, dass die Ratsfraktion die Dinge anders sieht. Der Wunsch der Kreis-SPD decke sich mit einem Antrag, den die CDU in Fröndenberg bereits zu Beginn des Jahres gestellt hat. Und auch Grünen-Fraktionsvoritzender Martin Schoppmann ergänzte: „Wir haben das schon Anfang des Jahres diskutiert.“

So fasste der Rat der Stadt Fröndenberg fraktionsübergreifend den Beschluss, das die VKU bei der Neuvergabe einer Konzession beteiligt werden soll.

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Live-Musiker
Thomas Weber vermisst Inspiration: „Kreativität schöpft man aus der Resonanz des Publikums“
Hellweger Anzeiger Radwege in Fröndenberg
Selbsttest neuer Schüler-Radweg: Suche nach Sauerstoffzelt in „bewegter Topografie“
Hellweger Anzeiger Coronavirus
„Teilweise steinzeitlich“: Welche Lehren der Kreis Unna aus der Corona-Pandemie zieht
Meistgelesen