Der Heideweg zwischen der B 233 in Strickherdicke und Ardey soll das geplante Neubaugebiet Auf dem Buhrlande von außen erschließen. Anwohner haben Sorge, dass diese Verbindung dafür zu einer stark frequentierten Straße ausgebaut werden muss; ein Verkehrsgutachten des Projektträgers Pro Dev hat dagegen keine Bedenken. © Marcus Land

CDU fragt: Wie wertvoll ist die Natur, die fürs Baugebiet weichen soll?

Beim umstrittenen Baugebiet Auf dem Buhrlande verlangt die CDU Aufklärung darüber, welche Qualität der Naturraum hat, der zu Bauland werden soll. Es gebe einen klaren „Arbeitsauftrag an Freck“.

Entstehen im nächsten Jahr 32 Einfamilien- und zwei Mehrfamilienhäuser in Ardey? Eine erste Antwort auf diese Frage muss der Fröndenberger Stadtrat am 19. Mai geben. Die CDU-Fraktion sieht Aufklärungsbedarf über den Baugrund.

Bekanntlich gehen die Entwürfe des Projektentwicklers Pro Dev aus Unna über die im Flächennutzungsplan vorgesehenen Wohnbauflächen hinaus, auch ein Streifen aus dem angrenzenden Landschaftsschutzgebiet soll bebaut werden.

Wert der Naturfläche Buhrlande unklar

Manfred Schröder, Geschäftsführer von Pro Dev, werde bei einem die Ratssitzung vorbereitenden Fraktionstermin den CDU-Mandatsträgern Rede und Antwort stehen, kündigte Fraktionschef Gerd Greczka im Gespräch mit dieser Redaktion an.

„Herr Schröder muss sich darauf einstellen, dass alles gefragt wird, was die Fraktionsmitglieder bewegt“, so Greczka. Dies sei vor allem die Frage, warum die Baufläche um Naturraum vergrößert werden soll.

Eben diese Frage müsse auch die Stadtverwaltung in der Ratssitzung am Mittwoch beantworten, insofern hab seine Fraktion einen klaren „Arbeitsauftrag an Freck“ erteilt: Der Beigeordnete solle „präzise“ darlegen, „was diese Fläche ist und was sie nicht ist“. Greczka: „Diese Informationen sind eine Bringschuld der Stadtverwaltung.“

Während von Anwohnern geäußert worden sei, dass sich dort Rehwild und Greifvögel versammelten, stuften Landwirte in der CDU-Fraktion das Areal eher als wenig wertvollen Boden ein, so der CDU-Fraktionsvorsitzende.

Hierüber wolle man unbedingt Klarheit haben; gleichwohl habe er in seiner Fraktion bisher keine Stimme vernommen, die sich grundsätzlich ablehnend gegenüber dem Bauprojekt geäußert habe.

SPD-Fraktionschef: Gegenstimme ist legitim

Aus seiner Sicht spreche für einen Aufstellungsbeschluss und damit für das Ingangsetzen eines Bebauungsplanverfahrens, dass andernfalls Ardey künftig junge Familien und damit Nachwuchs ausgehen könne, so Grezcka, was auch Auswirkungen auf Grundschule oder Kindergarten hätte.

Ebenso wie Gerd Greczka betont sein SPD-Kollege Klaus Böning, dass sämtliche Mitglieder auch in seiner Fraktion frei in ihrer Entscheidung seien. Meinungsbildung sei ein Prozess, so Böning, in dem sich die SPD-Vertreter im Rat bis zur Abstimmung befänden.

„Möglichst ein geschlossenes Bild“ abzugeben bei der Entscheidung sei zwar wünschenswert, aber auch abweichendes Stimmverhalten, so denn das Bauprojekt jemanden in seiner Fraktion nicht überzeuge, sei legitim.

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Redaktion Fröndenberg
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Marcus Land

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