Dem Fröndenberger CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Olaf Lauschner wehte auf der Mitgliederversammlung seiner Partei heftiger Gegenwind entgegen. © CDU
Politik in Fröndenberg

CDU-Chef Olaf Lauschner nach desolatem Wahlergebnis vor Rücktritt

Überraschung im CDU-Stadtverband Fröndenberg: Vorsitzender Olaf Lauschner wollte die Segel streichen. Nach einem desolaten Wahlergebnis stand er vor dem sofortigen Rückzug – jetzt gibt es einen zweiten Rücktritt.

Aufruhr in der Fröndenberger Ortsunion: Nach einem massiven Vertrauensverlust bei den CDU-Mitgliedern nahm Olaf Lauschner seine Wiederwahl zunächst nicht an. Anschließend doch – „bis zur Bundestagswahl“ lautete eine Abmachung.

»Hinschmeißen oder weggehen ist keine Lösung.«

Gerd Greczka, CDU-Fraktionsvorsitzender

Auf der turnusmäßigen Mitgliederversammlung des CDU-Stadtverbandes am 1. September im Landhaus Püttmann in Frömern hatte sich Lauschner ohne Gegenkandidaten zur Wiederwahl gestellt, aber lediglich 17 von 27 abgegebenen Stimmen erhalten.

CDU-Mitglieder reden auf Lauschner ein

Fünf Mitglieder enthielten sich, fünf weitere Mitglieder votierten gegen Lauschner.

Damit war Lauschner zwar im Amt bestätigt, der Vorsitzende zögerte aber mit der Annahme der Wahl und zog sich zur Beratung mit seiner Frau Maria in einen Nebenraum zurück.

Anschließend teilte Lauschner den Mitgliedern mit, seine Wiederwahl nicht zu akzeptieren, weil er mit dem Ergebnis nicht leben könne, wie unsere Redaktion aus dem Kreis der Anwesenden erfuhr. Lauschner bestätigte dies später.

Olaf Lauschner erlitt bei der Wiederwahl zum Chef des Fröndenberger CDU-Stadtverbandes am 1. September eine heftige Schlappe. Der 54-Jährige musste zum Weitermachen überredet werden – jetzt gibt es Widersprüche über einen nur aufgeschobenen Rücktritt.
Olaf Lauschner erlitt bei der Wiederwahl zum Chef des Fröndenberger CDU-Stadtverbandes am 1. September eine heftige Schlappe. Der 54-Jährige musste zum Weitermachen überredet werden – jetzt gibt es Widersprüche über einen nur aufgeschobenen Rücktritt. © Archiv/Udo Hennes © Archiv/Udo Hennes

Der CDU-Stadtverband hätte damit übergangsweise von den drei Stellvertretern Gabriele Spiekermann, Oliver Funke und Rudi Hölmer geleitet werden müssen. Ursula Sopora und Ruth Schneider waren es dann, die Lauschner zu überzeugen suchten, zumindest bis zur Bundestagswahl im Amt zu bleiben.

Lauschner bat sich eine weitere Bedenkzeit aus und beriet sich wiederum mit seiner Frau, zog auch die Geschäftsführerin des Stadtverbandes Sabine Dückers-Laue zu diesem Gespräch hinzu.

Lauschner akzeptiert „Deal“ bis zur Bundestagswahl

Letztlich soll sich Lauschner nach seinem Wiedererscheinen im Versammlungsraum mit der Regelung, das Amt bis zur Bundestagswahl auszuüben und danach zurückzutreten, einverstanden erklärt haben.

„Das ist alles richtig“, sagte auch CDU-Fraktionsvorsitzender Gerd Greczka über die Schilderung dieses Ablaufs. Er räumte am Dienstag (14. September) auf Nachfrage ein, dass er auf der Versammlung ebenso wie Sopora und Schneider argumentiert habe: Vor dem wichtigen Ereignis am 26. September habe man nicht das Bild eines kopflosen CDU-Stadtverbandes abgeben wollen.

„Hinschmeißen oder weggehen ist keine Lösung“, kommentierte Greczka, der ansonsten lediglich noch von einer „schwierigen Situation“ sprach. Er war am Dienstag, wie andere CDU-Mitglieder, auf dem Stand, dass es zu einem aufgeschobenen Rücktritt kommen werde.

»Weiterhin kann ich mitteilen, dass ich in nächster Zeit nicht beabsichtige, das Amt zurückzugeben.«

Olaf Lauschner, CDU-Stadtverbandsvorsitzender

Dagegen bestätigte Olaf Lauschner auf Nachfrage lediglich sein anfängliches Zögern, die Wahl anzunehmen. „Weiterhin kann ich mitteilen, dass ich in nächster Zeit nicht beabsichtige, das Amt zurückzugeben“, teilte der Diplom-Agraringenieur per E-Mail mit.

Lauschner: Keine Grundlage mehr für Rücktritt

In einem Gespräch mit dieser Redaktion zuvor hatte Lauschner die Umstände seiner Wahl weder dementieren noch bestätigen wollen. „Die vielen zwischenzeitlich bei mir eingegangenen positiven Rückmeldungen aus der Partei haben mich im Nachgang in dieser Entscheidung bestätigt“, so Lauschner wenig später weiter – auch für einen nur aufgeschobenen Rücktritt sehe er nunmehr keine Grundlage mehr.

Lauschner meinte auf Nachfrage, dass er nicht davon ausgehe, an der Regelung, nach der Bundestagswahl den CDU-Vorsitz zur Verfügung zu stellen, festgehalten werde. Dagegen war am Dienstag aus Kreisen der Fröndenberger CDU zu erfahren, dass sich der örtliche Parteivorstand schon sehr kurzfristig über das weitere Vorgehen in Sachen Parteivorsitz beraten werde.

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Redaktion Fröndenberg
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Marcus Land

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