CDU genervt: Kandidatur von Freck „viel zu früh an die Öffentlichkeit gekommen“

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Die CDU mauert. Niemand will sich zur Bürgermeisterkandidatur von Heinz-Günter Freck äußern. Und doch klingt durch: So einig, wie angenommen, ist sich der Parteivorstand bei dieser Personalie nicht.

Fröndenberg

, 11.10.2019, 12:37 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der CDU-Vorstand mauert. Und zwar so sehr, dass selbst derjenige, der seinen Hut für die Bürgermeisterkandidatur vor vier Wochen in den Ring geworfen hatte, lieber stillhält: „Ich sage dazu nichts“, war der einzige Satz, der Oliver Funke am Freitag auf die Personalie Heinz-Günter Freck angesprochen über die Lippen kam.

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Tags zuvor war durchgesickert, dass der CDU-Vorstand sich in der Vorwoche auf den städtischen Beigeordneten Freck als Bürgermeisterkandidaten festgelegt hat. Funke hatte bereits Mitte September öffentlich Interesse an der Kandidatur geäußert. Ob er seine Bewerbung nun zurückziehe oder bei der parteiinternen Nominierung womöglich sogar gegen Freck antreten wolle – kein Wort dazu von Funke, der in allen Fragen rund um den CDU-Bürgermeisterkandidaten an Parteichef Olaf Lauschner verwies. Ungewöhnlich für jemanden, der noch vor vier Wochen in die Offensive gegangen war. „Ich bin bereit, Bürgermeister der Stadt Fröndenberg zu werden“, hatte der 32-jährige Parteivize gesagt.

CDU genervt: Kandidatur von Freck „viel zu früh an die Öffentlichkeit gekommen“

CDU-Parteivize Oliver Funke hat Mitte September seinen Hut in den Ring geworfen, öffentlich seine Bereitschaft zur Bürgermeisterkandidatur bekundet. © CDU / Archiv

Neben Funke gibt es mit Martin Gerling, Rudolf Hölmer und Gabriele Spiekermann noch drei weitere stellvertretende Vorsitzende – sie alle singen dasselbe Lied des Stillschweigens, wollen sich nicht zur Personalie Freck äußern.

„In meinen Augen ist diese Personalie viel zu früh an die Öffentlichkeit gekommen.“
Martin Gerling, stellvertretender Parteichef der CDU

Sie winden sich, bestätigen aber mehr oder weniger zwischen den Zeilen, was Parteichef Oliver Lauschner noch unter der Decke halten will. „Wir sind da noch nicht hundertprozentig durch“, sagte etwa Hölmer. „Anscheinend ist ja alles bekannt“, begründete Spiekermann ihr kategorisches Nein zu einem Gespräch über Freck. Und Gerling rutschte nach dem Mantra artigen „Da sprech‘ ich mit Ihnen nicht drüber“ dann doch noch heraus: „Was die Zeitplanung angeht, bin ich durch Ihren Artikel ziemlich genervt – in meinen Augen ist diese Personalie viel zu früh an die Öffentlichkeit gekommen.“

Einstimmigkeit im CDU-Vorstand fraglich

Mehrere Quellen hatten am Donnerstag unabhängig voneinander bestätigt, dass der CDU-Vorstand sich auf den Beigeordneten Heinz-Günter Freck als Bürgermeisterkandidaten geeinigt hat; ob wirklich einstimmig, ist im Lichte der Zurückhaltung Funkes allerdings fraglich. Auch, dass bereits Gespräche mit den anderen Parteien außer der SPD über Freck als möglichen Gemeinschaftskandidaten gelaufen sind, wurde in diesem Zuge bekannt.

Frist für Wahlvorschläge läuft bis Mitte Juli

Die Bürgermeisterwahlen finden am 13. September 2020 statt. Die Frist für Wahlvorschläge endet nach Auskunft der Kreisverwaltung am 16. Juli; bis dahin haben Parteien Zeit, ihre Personalien für die Wahlen einzureichen. Über die Gültigkeit der Wahlvorschläge entscheidet dann der Wahlausschuss des Kreises.

Angst vor einem zu langen Wahlkampf

Theoretisch hat die CDU wie auch alle anderen Parteien also noch reichlich Zeit bis zur Nominierung eines Bürgermeisterkandidaten. Weil es bei den Christdemokraten Freck wird und dieser den Wählern in der Stadt weitestgehend bekannt sein dürfte, sieht die CDU sich auch nicht unter Zugzwang. Die Mühe der Parteispitze um Zurückhaltung aber hat freilich andere Gründe: Man will einen zu langen Wahlkampf unter allen Umständen vermeiden. Wohl auch deshalb hat der CDU-Kreisverband die Devise herausgegeben, dass Kandidaten für die Kommunalwahl 2020 möglichst erst Anfang des kommenden Jahres und damit im Wahljahr selbst gekürt werden sollen.

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