Café Melange: „Wir können froh sein, dass wir hier in Deutschland in der Krise stecken“

dzGastronomie in Fröndenberg

In Café Melange läuft der Betrieb wieder an – und die Stammkundschaft begrüßt das. Die Betreiberin des Cafés ist froh, dass es dank Soforthilfe nun weitergeht – obwohl das gute Frühstücksgeschäft zunächst ausfallen muss.

Fröndenberg

, 21.05.2020, 10:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dienstagnachmittag, 16.30 Uhr, kurz vor Ladenschluss: Im Café Melange ist nur ein Tisch besetzt und dennoch: Die Kuchentheke ist so gut wie leer und Betreiberin Oya Soyyigit froh, dass sie endlich wieder arbeiten, mit ihren Stammkunden quatschen kann.

„Mit Mundschutz ist das gar nicht so einfach“, sagt sie. Aber das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung sowie alle weiteren Hygienevorschriften nehmen sie und ihre Gäste nun gerne in Kauf. Dafür, dass mit dem Besuch im Café ein Stück Normalität zurückkehrt.

Dabei wirken sich gerade sogar zwei Faktoren negativ auf die Bilanz des beliebten Treffpunkts am Marktplatz aus. Nicht nur das Coronavirus, sondern auch der Umbau der guten Stube machen Oya Soyyigit zu schaffen. Wochenlang hatte sie eine Baustelle der Stadtwerke sozusagen direkt vor der Eingangstür, die sich immer weiter verzögert. Wenn die Stadtwerke abziehen, beginnt erst der eigentliche Umbau des Platzes.

Die Stühle werden rausgestellt

Immerhin: Vor dem Melange kommen jetzt die Stühle raus. Denn draußen würden sich die Leuten schon eher trauen, wieder einen Kaffee zu trinken, hat die Betreiberin des Melange beobachtet.

Andere würden in ihrer Situation nun klagen – doch Oya Soyyigit betrachtet die Lage aus einem weiteren Blickwinkel. Dank der staatlichen Soforthilfe, die sie schnell beantragt hat, waren die laufenden Kosten auch für die Wochen, in denen das Café vollständig schließen musste, gedeckt. „Ich hatte zwar nichts davon“, sagt die Betreiberin, aber existenzbedrohende Verluste gab es so nicht.

Unterstützung für Handel und Gastronomie

„Wir können froh sein, dass wir hier in Deutschland in der Krise stecken“, sagt Soyyigit mit Blick auf Nachbarländer, in denen der Staat weniger Möglichkeiten habe, Handel und Gastronomie zu unterstützen. Übel wäre es jetzt allerdings für Kolleginnen und Kollegen, die gerade erst eröffnet hätten, sich für den Start eines Restaurants oder Cafés verschuldet haben – und nun kaum etwas einnehmen.

Mit Blick auf die Baustelle vor ihrer Tür ist die Betreiberin des Melange ebenfalls optimistisch. Sie gehört zu den Anliegern am Markt, die die Schließung und Umgestaltung des Platzes begrüßen. Auch wenn die Arbeiten dem Zeitplan aktuell hinterherhinken, sei der geschlossene und verschönerte Marktplatz ein Vorteil für ihre Außengastronomie.

„Wir müssen uns stetig neu anpassen, wie ein Chamäleon“
Oya Soyyigit, Betreiberin des Café Melange.

Nun brauche es eine „längere Anlaufzeit“, bis sich der Betrieb normalisiert. „Ich hoffe, dass wir es im Winter geschafft haben“, sagt Oya Soyyigit. Sie hatte schon Anfragen für Geburtstage im Herbst. Die kann sie noch nicht annehmen. Wegen der Hygienevorschriften fällt aktuell auch das Frühstücksgeschäft im Café Melange aus. Das ist vor allem bei größeren Gruppen, die sich zum Reden treffen, sehr beliebt. Haushaltsfremde Personen an großen Gruppentischen dürfen noch nicht auf einen Kaffee zusammenrücken.

Nur eingeschränkte Öffnunsgzeiten

Um dem vorzubeugen ist das Melange zunächst nur von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Die Tortenauswahl ist ein wenig beschränkt, damit am Ende des Tages nicht zu viel übrig bleibt. All die Regeln, die nun gelten, könnten ab dem 25. Mai allerdings schon überholt sein, sagt Oya Soyyigit. Dann würden die aktuellen Spielregeln nämlich entweder verlängert, oder es gibt wieder neue. „Wir müssen uns stetig neu anpassen, wie ein Chamäleon.“

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Restaurants, Kneipen, Cafés und Eisdielen dürfen wieder öffnen – aber unter strengen Auflagen. Wir nehmen das zum Anlass, uns vor Ort in Fröndenberg ein Bild zu machen, wie der Betrieb in Corona-Zeiten läuft. In loser Folge stellen wir heimische Lokale vor.
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