Bunte Latten in der Landschaft: Darum kommen Kölner für einen Zaun nach Fröndenberg

dzGeocaching in Fröndenberg

Ein bunter Zaun auf der Hohenheide erfreut in diesen Tagen viele Menschen. Nicht alle, die ihn bewundern, wissen, dass sich dahinter ein Cache verbirgt. Und Fröndenberg ist voll davon.

Fröndenberg

, 14.07.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Yvonne ter Horst-Rausch ist gebürtige Fröndenbergerin, lebt auf der Hohenheide und hat im wahrsten Wortsinn „nicht mehr alle Latten am Zaun“. Ein Glück, dass inzwischen Geocacher von weit außerhalb der Stadt kommen – und ihr kreativ gestaltete Zaunteile mitbringen. Der Anblick erfreut die Menschen auf der Hohenheide beim Spaziergang. Und der Zaun am Grundstück der Fröndenbergerin ist ein beliebter Cache, von dem es deutschlandweit nur zwei Stück gibt.

Yvonne ter Horst-Rausch ist in Fröndenberg aufgewachsen und lebt mit ihrem Mann auf der Hohenheide: „Wo wir wohnen, da verirrt sich sonst keiner hin“, sagt sie. Als vor einigen Jahren auf einmal etliche Menschen nahe ihres Grundstücks unterwegs waren, fragte sie sich, was da wohl los ist.

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Ein Zeitungsartikel aus dem Hellweger Anzeiger brachte im Jahr 2014 Aufschluss: Geocaching. Anhand geografischer Daten, die im Internet veröffentlicht werden, suchen Menschen kleine Verstecke. „In Fröndenberg liegt eine große Runde“, erklärt Yvonne ter Horst-Rausch, die inzwischen selbst passionierte Cacherin ist.

„Fröndenberg ist voll.“ Zwar sei sie in der Ruhrstadt geboren und aufgewachsen, durch die Suche nach den kleinen Verstecken habe sie Fröndenberg aber nochmal ganz neu kennengelernt.

Yvonne ter Horst-Rausch begibt sich in ihrer Freizeit auf die abenteuerliche Suche nach kleinen Verstecken.

Yvonne ter Horst-Rausch begibt sich in ihrer Freizeit auf die abenteuerliche Suche nach kleinen Verstecken. © Privat

Meistens befinden sich in den Verstecken kleine Dosen mit unterschiedlichem Inhalt. Dinge, die an Ort und Stelle bleiben sollen, vielleicht fotografiert werden können, manchmal auch Dinge, die man zum nächsten Cache weitergibt – und ein Logbuch.

Auch beim Caching gibt‘s Abstandsregeln

Wer eine Zeit lang mit dabei ist, möchte irgendwann nicht mehr nur suchen, sondern auch eigene Caches legen. Genauso wie beim Suchen, ist es beim Legen besonders wichtig, die Spielregeln zu beachten. So müssen die Verstecke zum Beispiel in einem Abstand von 161 Metern gelegt werden.

Besonders beliebt sind Verstecke, hinter denen eine witzige Idee steckt: Nachdem Yvonne ter Horst-Rausch das Pendant zu ihrem Lattenzaun im Osten gesehen hatte, wollte sie den Cache auf ihrem Grundstück legen. Doch aufgrund der Abstandsegel wurde sie von anderen Cachern blockiert. Mit viel Überredungsgeschick zum richtigen Zeitpunkt sorgte sie dafür, dass die anderen Verstecke verlegt werden.

Cache auf der Hohenheide ist seit dem 3. Juni aktiv

Seit dem 3. Juni ist der Cache nun aktiv. Manche kommen nur für einen schnellen Punkt in der eigenen Statistik, andere aber geben sich Mühe und bringen schöne verzierte Zaunlatten mit. Inzwischen waren schon 32 Geocacher da. Sogar mit Kennzeichen aus Köln und Paderborn, freut sich ter Horst-Rausch. „Wir sind selber überrascht davon, dass es solche Formen annimmt.“

Ohne dabei Geocaches zu suchen, hätte Yvonne ter Horst-Rausch aus Fröndenberg wohl nie die Alpen überquert.

Ohne dabei Geocaches zu suchen, hätte Yvonne ter Horst-Rausch aus Fröndenberg wohl nie die Alpen überquert. © Privat

Yvonne ter Horst-Rausch und ihr Mann verreisen inzwischen gezielt, um in ganz Deutschland oder auch im Ausland auf die spannende Suche nach den kleinen Verstecken zu gehen. So besuchte sie etwa die Eiskapelle in Berchtesgaden, einen sogenannten Earthcache. Dort liegt keine Dose, er kann nur bewundert werden.

Ein besonderer Cache lag in einem alten Friseursalon in Holland, in dem die Zeit stehen geblieben zu seien schien. Das Geocaching führte die Fröndenbergerin auch schon über die Alpen und in ein Haus, dessen Besucher vier Jahre auf einen Termin warten müssen. Nun freut sich die Yvonne ter Horst-Rausch, wenn ihr Cache viele Besucher in die Ruhrstadt führt.

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