Herz für Kinder aus dem Jemen: Fröndenbergerin erhält Bundesverdienstkreuz

dzIrmtraud Schürrle-Winkelhardt

Für ihr aufopferungsvolles Engagement für benachteiligte Kinder und Jugendliche aus dem Jemen verleiht der Bundespräsident der Fröndenbergerin Irmtraud Schürrle-Winkelhardt den Verdienstorden der Bundesrepublik.

Fröndenberg

, 04.09.2019, 13:31 Uhr / Lesedauer: 1 min

Den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland hat am Mittwoch auf Haus Opherdicke die Fröndenbergerin Irmtraud Schürrle-Winkelhardt erhalten. Die Fröndenbergerin wird für aufopferungsvolles Engagement besonders für Kinder und Jugendliche aus dem Jemen ausgezeichnet.

»Der herausragende Einsatz für Menschen in Not, verbunden mit einem außerordentlichen persönlichen Einsatz, ist bewundernswert und vorbildlich.«
Landrat Michael Makiolla

In diesem Jahr ist sie bereits die dritte Bürgerin aus Fröndenberg, die so ausgezeichnet wird. Landrat Michael Makiolla würdigte stellvertretend für den Bundespräsidenten Irmtraud Schürrle-Winkelhardt in seiner Laudatio:

Irmtraud Schürrle-Winkelhardt habe sich nach einer langen, aufreibenden Berufstätigkeit und der Versorgung ihrer eigenen sechs Kinder in die Hilfsorganisation Hammer Forum eingebracht.

Das Hammer Forum setzt sich für erkrankte Flüchtlingskinder, die während ihrer medizinischen Behandlung in Deutschland waren. In 20 Jahren hat sie neun Kinder in ihrem Haushalt aufgenommen und liebevoll betreut.

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Herz für Kinder aus dem Jemen: Fröndenbergerin erhält Bundesverdienstkreuz

Aus den Händen von Landrat Michael Makiolla (r.) erhielt die Fröndenbergerin Irmtraut Schürrle-Winkelhardt am Mittwoch auf Haus Opherdicke das Bundesverdienstkreuz. Bürgermeister Friedrich Wilhelm Rebbe würdigte in einer persönlichen Ansprache die Verdienste der Ordensträgerin. © Udo Hennes

Schürrle-Winkelhardt hat seit mehreren Jahren die Vormundschaft für einen heute 14-jährigen Jemeniten inne. Der Junge wird wegen seiner Behinderung und der desolaten Verhältnisse in seinem Heimatland dauerhaft in Deutschland bleiben. In der Zeit der medizinischen Eingriffe und während des langwierigen Heilungsprozesses bot sie dem Kind ein Heim.

Herz für Kinder aus dem Jemen: Fröndenbergerin erhält Bundesverdienstkreuz

Irmtraut Schürrle-Winkelhardt (2.v.r.) erhält das Bundesverdienstkreuz. Hier ist die Fröndenbergerin zusammen mit Christel Ulmke, Hodscha Ismail Kilic und Maike Imort bei einem interkonfessionellen Treffen im Jahr 2012 zu sehen. © Vormbrock

Zur Sache

Verdienstorden wird Bundesverdienstkreuz genannt

  • Die Anregung, Irmtraud Schürrle-Winkelhardt mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland auszuzeichnen, wurde im Februar 2018 eingereicht.
  • Daraufhin wurde ein offizielles Ordensverfahren eingeleitet, in dem es galt, nähere Informationen über die ehrenamtlichen Tätigkeiten einzuholen.
  • Dazu wurden die in der Anregung benannten Personen und Organisationen um eine Stellungnahme gebeten.
  • Der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland, auch Bundesverdienstkreuz genannt, ist die einzige allgemeine und damit zugleich höchste Auszeichnung, die die Bundesrepublik Deutschland für Verdienste um das Gemeinwohl ausspricht.
  • Gestiftet wurde der Verdienstorden 1951 per Erlass vom damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss.
  • Die offizielle Ordensbegründung ist anhand der eingereichten Stellungnahmen gefertigt worden und maßgeblich für die getroffene Entscheidung gewesen.

Schürrle-Winkelhardt kümmerte sich für ihn auch um eine schulische Bildung und fand einen Platz am Ernst-Barlach-Gymnasium in Unna.

Besondere Bedeutung für Fröndenberg hatte ihr Engagement für einen jemenitischen Arzt. 2015 und 2016 leistete er als Übersetzer und Kenner der politischen Umstände wertvolle Hilfe in der Phase des starken Flüchtlingszustroms.

„Was mich besonders beeindruckt, das ist Frau Schürrle-Winkelhardts Haltung: Ihre Fähigkeit, ihr Haus zu öffnen und Menschen darin aufzunehmen“, sagte Bürgermeister Friedrich-Wilhlem Rebbe am Mittwoch bei der Ordensverleihung in einer persönlich gehaltenen Ansprache.

»Was mich besonders beeindruckt, das ist Frau Schürrle-Winkelhardts Haltung: Ihre Fähigkeit, ihr Haus zu öffnen und Menschen darin aufzunehmen.«
Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Rebbe

Der Landrat lobt, dass Irmtraud Schürrle-Winkelhardt ihre eigenen Bedürfnisse zum Wohle der ihr anvertrauten Flüchtlingskinder zurückstellt und ihre Lebensenergie auf deren Betreuung und Integration konzentriert.

Michael Makiolla: „Ihre Tätigkeit stellt ein wunderbares Beispiel für gelebte Integration dar. Der herausragende Einsatz für Menschen in Not, verbunden mit einem außerordentlichen persönlichen Einsatz, ist bewundernswert und vorbildlich.“

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