Bürgermeisterwahl: Darum muss die SPD sich vor CDU-Kandidat Freck fürchten

dzKommunalwahl 2020

SPD-Parteichef Torben Böcker gibt sich betont gelassen, was die designierte Kandidatur des Beigeordneten Heinz-Günter Freck angeht. Dabei hat die CDU jetzt alle Trümpfe in der Hand.

Fröndenberg

, 13.10.2019, 04:58 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die CDU und die B-Frage: Dass die Antwort auf die Bürgermeisterkandidatur mit Heinz-Günter Freck ein Spitzenbeamter der Stadtverwaltung ist, dürfte bei der SPD zumindest für Aufmerksamkeit gesorgt haben. Auch wenn Stadtverbandschef Torben Böcker diese überraschende Personalie herunterzuspielen versucht: „Das löst bei uns erstmal gar nichts aus, das ist eine Angelegenheit der CDU.“

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Das ist natürlich nur halb wahr. Denn die Frage, gegen wen die SPD bei der Bürgermeisterwahl 2020 antritt, ist für die Sozialdemokraten von höchster Relevanz.

Der Amtsbonus ist zur CDU übergegangen

Ihr Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Rebbe tritt nicht erneut an, die Partei kann also nicht auf einen Amtsbonus hoffen. Dieser Trumpf ist mit der designierten Kandidatur Frecks in gewisser Weise zur CDU übergegangen: Er ist Beigeordneter der Stadt, ist somit bereits Spitzenbeamter im Rathaus und dürfte zumindest den polit-affinen Wählern in dieser Stadt bekannt sein; noch dazu gilt Freck als äußerst versiert und dürfte somit zumindest fachlich bestens geeignet sein für das Amt des Bürgermeisters.

Immer häufiger Kritik an Besetzung der Stadtspitze

Ein Kandidat dieses Formats ist bei der SPD derzeit nicht in Sicht. Wenn die Partei nicht noch einen aus dem Hut zaubert, setzt sie womöglich auf den Heimatbonus. Ein Bürgermeister aus der Mitte Fröndenbergs – das wäre der Werler Freck nicht. Vielleicht ist das ein Hebel für die SPD. Zumal bei manch einem Protagonisten aus Gesellschaft und Vereinen zuletzt immer mal wieder Kritik daran laut wurde, dass die Verwaltungsspitze nicht in Fröndenberg beheimatet ist.

„Es gibt mehrere Kandidaten, mit denen wir Gespräche führen.“
Torben Böcker, SPD

Böcker will sich und der SPD nicht in die Karten schauen lassen. „Wir werden unseren Findungsprozess weiterführen“, sagt der 30-Jährige, der übrigens erst vor gut einem Monat an die Spitze des SPD-Stadtverbandes gewählt worden ist. „Es gibt mehrere Kandidaten, mit denen wir Gespräche führen“, so Böcker weiter. Wir – das ist eine Findungskommission, der neben Böcker selbst seine drei Stellvertreter, der Geschäftsführer des Stadtverbandes und die Fraktionsvorsitzende angehören.

SPD-Vorstand will sich in diesem Jahr festlegen

Die Nominierung des SPD-Bürgermeisterkandidaten durch den Parteitag ist für Anfang des Jahres geplant. Zuvor soll der Parteivorstand sich für einen Wunschkandidaten aussprechen. Das soll noch in diesem Jahr erfolgen.

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