Bürgermeisterkandidaten: Grüne bislang weder von Freck noch Müller restlos überzeugt

dzKommunalwahl 2020

Die eigene Kandidatur bei der Bürgermeisterwahl ist für die Grünen weiter eine Option. Die Mitglieder konnten sich kürzlich nicht dazu durchringen, einen der beiden Kandidaten von CDU/FDP oder SPD zu stützen.

Fröndenberg

, 08.01.2020, 13:24 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für die Bürgermeisterwahl am 13. September hatten die Fröndenberger Grünen sich selbst vier Optionen gegeben – die Mitglieder des Ortsverbandes gingen nach ihrer jüngsten Versammlung allerdings ohne Beschluss auseinander.

Bürgermeisterkandidaten: Grüne bislang weder von Freck noch Müller restlos überzeugt

Martin Schoppmann ist neben Andrea Molitor einer der beiden Vorstandssprecher des Fröndenberger Orstverbandes der Grünen. © Archiv

„Es stellt sich auch die Frage der Machtoption: Man muss auch eine realistische Chance haben.“
Martin Schoppmann, Vorstandssprecher der Grünen

„Die Mitgliederversammlung hat die Bürgermeisterfrage ausführlich diskutiert und die Entscheidung auf eine der nächsten Versammlungen im Frühjahr verschoben“, teilte Martin Schoppmann auf Anfrage mit.

Noch vor Weihnachten war die Kommunalwahl Diskussionsthema der Grünen gewesen, nachdem der Vorstandssprecher bereits im Vorfeld eine größtmögliche Offenheit der Partei kundgetan hatte.

Vorstellbar für die Grünen ist, sowohl Heinz-Günter Freck als Kandidat von CDU und FDP als auch SPD-Kandidatin Sabina Müller zu unterstützen, ebenso aber eine eigene Kandidatur wie auch der Verzicht auf das ein oder andere.

Man bewege sich jetzt in einer Findungsphase. „Finden wir jemand, der für unsere grünen Ziele steht?“, so Schoppmann, sei jetzt die entscheidende Frage bei der Kandidatensuche.

Die Bürgermeisterwahl ist eine Personenwahl. Die Bekanntheit der Kandidaten in Fröndenberg spielt also eine nicht unwesentliche Rolle. Man müsse, Martin Schopmann, in der Findungsphase daher überhaupt eine „Machtoption“ bei der Wahl sehen, also eine realistische Erfolgschance eines eigenen Bürgermeisterkandidaten.

Natürlich gehöre zur Kandidatenfindung dazu, sich in den nächsten Wochen „Freck und Müller noch genauer anzuschauen“, so Schoppmann.

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Info

Kandidatur noch im Sommer möglich

  • Der Wahlvorschlag für die Bürgermeisterwahl mit allen notwendigen Dokumenten muss bis zum 48. Tag vor der Wahl dem Wahlleiter vorliegen.
  • Eine Kandidatur ist demnach mit Blick auf den Wahltermin am 13. September sogar noch im Hochsommer möglich.
  • Der Wahlleiter prüft den Wahlvorschlag; bis zum 39. Tag vor dem Wahltermin können die ebenfalls zu benennenden Vertrauenspersonen jedes Kandidaten eventuelle formale Fehler nachbessern.
  • Spätestens am 20. Tag vor der Wahl gibt der Wahlleiter die zugelassenen Wahlvorschläge öffentlich bekannt.
  • Diese und weitere Formalien erläutert sehr anschaulich die Landeszentrale für politische Bildung unter www.politische-bildung.nrw.de.

Einen Vorteil von Freck und Müller allein durch einen zeitlichen Vorsprung sieht Martin Schoppman allerdings nicht. Wenn man erst im Frühjahr einen eigenen Kandidaten oder eine eigene Kandidatin küre, werde das im September bei der Wahl „kein Jota Stimmen“ kosten.

Bedenken werde es bei seiner Partei allenfalls geben, wenn man keine eigene Kandidatur zustande bringe: Denn wer sitzt dann zum Beispiel bei öffentlichen Diskussionsveranstaltungen im Wahlkampf als grüner Vertreter mit auf dem Podium? In diesem Fall müsse man schon fast an politische Fairness appellieren, damit stattdessen Parteivorsitzende zu Debattenrunde eingeladen werden.

Bei allen Aspekten, die für die Kandidatensuche eine Rolle spielen, ist laut Martin Schoppmann der Wohnsitz des Kandidaten oder auch Bürgermeisters in spe kein entscheidendes Kriterium.

Dass Stadtoberhäupter, die nicht in Fröndenberg wohnen, wie aktuell ja auch Amtsinhaber Friedrich-Wilhelm Rebbe oder Amtsbewerber Heinz-Günter Freck, sich für ihre Stadt weniger engagierten, können man pauschal nicht behaupten.

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