Bürgermeister-Kandidatur: FWG will nur einen Fröndenberger ins Amt hieven

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Die FWG setzt auf den Heim-Bonus: Der künftige Bürgermeister in Fröndenberg muss nach Ansicht der Freien Wähler zwingend Bürger der Stadt sein. Damit wird deutlich, wen die FWG nicht unterstützen wird.

Fröndenberg

, 18.11.2019, 15:09 Uhr / Lesedauer: 2 min

CDU und FDP haben einen Kandidaten präsentiert, die SPD ist fündig geworden, die Grünen lassen sich noch Zeit – und die FWG legt ein Anforderungsprofil fest. Kernpunkt darin: Der nächste Fröndenberger Bürgermeister muss Bürger Fröndenbergs sein.

Bürgermeister soll mit seinem Wohnort Bürgernähe beweisen

Die Frage des Wohnorts erheben die Freien Wähler zu einem für sie zentralen Kriterium bei der Kandidatur für das Amt des Stadtoberhaupts. „Den Blick für kommunale Probleme erlangt man am besten, wenn man als Bürgermeister auch in der Kommune lebt, die man führt“, formuliert die FWG.

Bürgermeister-Kandidatur: FWG will nur einen Fröndenberger ins Amt hieven

Matthias Büscher ist Vorsitzender der FWG-Fraktion im Rat der Stadt Fröndenberg. © Privat

»Sie schließen ihr Büro zu und fahren in ihren Heimatort.«
Matthias Büscher, FWG-Fraktionsvorsitzender

Nach der Bekanntgabe von Heinz-Günter Freck als gemeinsamer Kandidat von CDU und FDP hat man sich in Klausur begeben und die Personalie auf mögliche Übereinstimmung mit eigenen Kriterien abgeklopft.

„Es geht uns um die Bürgernähe“, sagt dazu Fraktionschef Matthias Büscher. Derzeit sei es so, dass die Verwaltungsspitze überwiegend außerhalb Fröndenbergs wohne: Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Rebbe in Menden, Beigeordneter Heinz-Günter Freck in Werl. Auch Bauamtschef Martin Kramme wohnt nicht in Fröndenberg.

„Sie schließen ihr Büro zu und fahren in ihren Heimatort“, bemängelt Büscher. Besonders der Bürgermeister müsse aber in dem Ort, in dem er Rathauschef ist, für die Bürger auch nach Feierabend ansprechbar sein.

Man wünsche sich, dass das nächste Stadtoberhaupt auch seine Freizeit in Fröndenberg verbringt, dort einkauft und am gesellschaftlichen Leben aktiv teilnimmt. Nur so erkenne er alltägliche Probleme auch selbst.

Umgekehrt bestehe eine „gefühlte Behördendistanz“, Bürger vermieden es häufig, mit ihren Sorgen die Schwelle ins Rathaus zu übertreten.

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Zur Sache

Kandidatur zur Bürgermeisterwahl

  • Die Kandidatur für das Amt des Bürgermeisters ist an einige zwingende Voraussetzungen geknüpft.
  • Der Kandidat oder die Kandidatin muss die deutsche oder eine EU-Staatsangehörigkeit besitzen und mindestens 23 Jahre alt sein.
  • Der Hauptwohnsitz des Stadtoberhaupts muss in Deutschland sein, nicht zwingend aber in der Kommune, in der das Bürgermeisteramt angetreten wird.
  • Tritt man für eine Partei oder für eine Wählervereinigung an, muss man auf einer Nominierungsversammlung in geheimer Wahl zur Kandidatur bestimmt werden.
  • Im Übrigen darf auf dieser Versammlung jeder jeden vorschlagen; es gibt keine Bindung an einen Wahlvorschlag des Parteivorstandes.

Ihr klares Anforderungsprofil verfolgen die Freien Wähler konsequent: Man werde ausschließlich einen Bürgermeisterkandidaten unterstützen, der ihren Kriterien entspricht.

Ob damit der CDU/FDP-Kandidat Freck aus FWG-Sicht praktisch nicht wählbar ist, kommentierte Matthias Büscher so: „Das kann man daraus schließen.“ Ob sich in den Reihen der FWG insofern geeignete Kandidaten finden, ließ Büscher offen. „Das ist eine gute Frage.“

Fraktionsgeschäftsführer Lars Köhle verriet, dass man „mit tatsächlich interessanten Kandidaten“ Gespräche geführt habe und noch führen werde. Köhle hatte im vergangenen Jahr das Bürgerbegehren gegen die Marktsperrung organisiert und ist erst seit einigen Wochen Geschäftsführer der FWG-Fraktion – ohne Ratsmandat.

Namen von Kandidaten sollen nicht vorzeitig an die Öffentlichkeit dringen

Auf die Frage, was er von einer eigenen Kandidatur halte, meinte Köhle: „Gar nichts.“ Über seinen Namen sei in der Fraktion noch nicht gesprochen worden. Für ein solches Amt müsse man „über einen Erfahrungsschatz in der Kommunalpolitik“ verfügen, das tue er bis auf eine frühere Mitgliedschaft in der CDU nicht.

Bürgermeister-Kandidatur: FWG will nur einen Fröndenberger ins Amt hieven

Lars Köhle initiierte ein Bürgerbegehren gegen die Schließung des Marktplatzes für den Kfz-Verkehr. Seit einigen Wochen ist er Geschäftsführer der FWG-Fraktion. © Land

»Es sind schon Gespräche mit tatsächlich interessanten Kandidaten geführt worden.«
Lars Köhle, FWG-Fraktionsgeschäftsführer

Fraktionsgeschäftsführer sei er sicherlich geworden, um näher an die Kommunalpolitik heranzurücken, „aber nicht mit dem Ziel, Bürgermeister zu werden.“

Die FWG will ihre Mitglieder in einer Versammlung, die voraussichtlich im März stattfindet, über einen Kandidaten abstimmen lassen. Bis dahin würden keine Namen an die Öffentlichkeit dringen, das wolle man anders als die CDU handhaben.

Ob die FWG sich mangels eigener Kandidaten auch vorstellen könne, einen SPD-Kandidaten zu unterstützen, weil er in Fröndenberg wohnt, ließ Matthias Büscher offen: „Es ist alles möglich – aber es kommt natürlich auch auf die Person an.“

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