Monika Kostorz: Frühere Vize-Bürgermeisterin mit eigener Meinung in Stellvertreter-Debatte

dzStellvertretende Bürgermeister in Fröndenberg

Monika Kostorz war fast zehn Jahre Vize-Bürgermeisterin von Fröndenberg. Sie spricht von einem wunderschönen Amt, denkt zurück an Körbe von Einladungen – und sagt, was sie persönlich von drei Stellvertretern hält.

Fröndenberg

, 31.10.2020, 09:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Februar 2020 gab Monika Kostorz ihr Ehrenamt weiter an Klaus Dieter Hageneuer: Da war die SPD-Politikerin in ihrem zehnten Amtsjahr als stellvertretende Bürgermeisterin. Zur aktuellen Debatte um einen dritten Vize-Posten hat sie eine eigene Meinung.

„Man wird als Erste gefragt und als Erste verpflichtet.“
Monika Kostorz

„Ich glaube, dass die Bürger unserer Stadt ein gutes Gefühl dafür haben“, sagt Monika Kostorz, als sie von Kritik an Überlegungen hört, man solle angesichts von drei Bewerbern nunmehr ein drittes Stellvertreteramt schaffen.

2010 begannen zehn Jahre Repräsentation

„Wir brauchen nicht drei Stellvertreter“, findet Kostorz, die Anfang des Jahres aus gesundheitlichen Gründen kürzer trat. Bis dahin, sagt die kürzlich 70 Jahre alt gewordene Sozialdemokratin, habe sie ihr Amt mit großer Leidenschaft ausgeübt.

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„Es ist ein wunderschönes Amt. Man wird mit offenen Armen empfangen“, erzählt die langjährige Ratsfrau. Auch aus der Gemeindevertretung schied sie im Februar aus. 2010 trat sie ihr Amt an, in dem sie die Stadt bei feierlichen Anlässen zu repräsentieren hatte.

Die Rangordnung beim Termingeschäft

Da war sie gerade in den Ruhestand gegangen. Anders wäre es wohl nicht gegangen. Ihr Arbeitgeber habe sie mit Sicherheit nicht für derart viele Termine freigestellt, sagt sie lachend.

Erste Stellvertreterin von Friedrich-Wilhelm Rebbe war sie aufgrund des Wahlergebnisses zunächst, zweiter Stellvertreter war zunächst Josef Schmidt, danach bis zuletzt Ute Gerling.

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Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Rebbe und die SPD-Fraktionsvorsitzende Sabina Müller verabschiedeten im Februar die scheidende Ratsfrau Monika Kostorz. Auch das Amt der Vize-Bürgermeisterin legte sie damit nieder.

Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Rebbe und die SPD-Fraktionsvorsitzende Sabina Müller verabschiedeten im Februar die scheidende Ratsfrau Monika Kostorz. Auch das Amt der Vize-Bürgermeisterin legte sie damit nieder. © Archiv/Hornung

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„Man wird als Erste gefragt und als Erste verpflichtet“, erklärt Kostorz die Rangordnung und das Prozedere beim Termingeschäft der Repräsentanten der Stadt. „Als Erste gefragt“ heißt selbstverständlich: nach dem hauptamtlichen Bürgermeister, der praktisch ein Erstzugriffsrecht hat.

Fülle an Einladungen durch die Vereine

Doch daneben blieb genug übrig für Monika Kostorz. Fasziniert ist sie immer noch davon, welche Fülle an Einladungen die Bürgermeister Monat für Monat erreichte: Jubiläen von Männergesangvereinen, Ansprachen vor Abschlussklassen, die vielen Schützenfeste, der Volkslauf, die Maiabendschützen aus Bochum, Jahresdienstbesprechungen der Feuerwehr, Besuche in den Nachbarstädten, Ausstellungseröffnungen beim Kunstverein...

Ihre Reden schrieb Monika Kostorz selbst

„Diese Vielfalt hatte ich persönlich unterschätzt“, räumt Monika Kostorz ein. Man könne allerdings auch nicht alles machen, auch Absagen gab es. „Viele empfinden den Auftritt als eine große Wertschätzung von Seiten der Stadt“, weiß die erfahrene Lokalpolitikerin im Ruhestand.

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„Viele empfinden es als eine große Wertschätzung von Seiten der Stadt.“
Monika Kostorz

Aus dem Rathaus erhalten die Vize-Bürgermeister logistische Unterstützung. Selbst die Reden werden in der Stabsstelle des Verwaltungschefs aufgesetzt. Ihre Reden habe sie allerdings immer selber geschrieben.

Bei Krankheit gab es Hilfe aus dem Stadtrat

„Man hofft, dass man die Leute damit erreicht“, sagt Kostorz. Sie denkt, dass ihr das vor Abiturienten ebenso gelang wie vor dem Schützenvolk. In Spitzenzeiten konnten es tatsächlich bis zu 30 Repräsentationstermine sein, bestätigt Kostorz ihre langjährige Kollegin Ute Gerling (CDU), die erneut zur Wahl antritt.

Es war indes nicht der Stress, der die beiden Vize-Bürgermeisterinnen krankheitsbedingt zeitweise außer Gefecht setzte. Auch dann habe es aber Lösungen gegeben.

Zu den Sportlern geht der Vorsitzende des Sportausschusses

So wie man ohnehin schon zu Sportvereinen oder zu sozialen Einrichtungen häufig die Vorsitzenden des Sport- und Sozialausschusses entsandte, seien dann eben andere Ratsleute eingesprungen.

Diese Erfahrung, wenn Not an Mann oder Frau war, sei für sie auch ein gutes Argument gegen einen dritten Stellvertreterposten. Monika Kostorz: „Im Miteinander der Parteien und Akteure hat das immer wunderbar geklappt.“

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