Kaum sind die Leader-Mittel bewilligt, geht es mit großen Schritten auf das neue Gemeinde- und Versammlungshaus zu. Am Mittwoch wird ein Wohnhaus abgerissen, um Platz dafür zu schaffen.

Dellwig

, 12.02.2019, 10:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein kleines Gemeindehaus, das Raum für alle bietet: Mit diesem Konzept konnte die Evangelische Kirchengemeinde Dellwig punkten - und Fördergelder der Europäischen Union für das geplante Bürgerhaus in Dellwig einstreichen. Im Januar kam die gute Nachricht: 225.000 Euro, die maximale Projektfördersumme, sind als Zuschuss bewilligt.

Zwar deckt der Betrag weniger als die Hälfte der Baukosten. Er ist aber ein beachtlicher Zuschuss, mit dem die Gemeinde ihre Bauvorbereitungen nun direkt beginnen kann, wie Pfarrer Jochen Müller mitteilt. Er und die gesamte Gemeinde freuen sich, dass es nach Jahren der Ungewissheit um ein Gemeindehaus nahe der Dellwiger Kirche nun endlich losgehen kann. In den vergangenen Tagen wurde das Wohnhaus neben der Kirche entkernt. Am Mittwoch wird es abgerissen. Für Bürger im Ort wird der Baubeginn so offensichtlich.

Wohnhaus kann nicht als Gemeindehaus genutzt werden

Zwar habe es sich bei dem Wohnhaus, das nun über ein Jahr leer steht, um ein schönes Fachwerkhaus gehandelt, so Jochen Müller. Jetzt, wo die Wandverkleidung entfernt ist, werde das erst so richtig deutlich. Doch das Haus hätte aufwendig saniert werden müssen. Und für die Zwecke als Gemeinde- und Versammlungshaus hätte die Aufteilung mit mehreren kleinen Räumen nicht gepasst.

Bürgerhaus in Dellwig: Am Mittwoch rollt der Bagger an

Pfarrer Jochen Müller hatte die Pläne in einer Gemeindeversammlung in der Kirche in Dellwig vorgestellt. © Udo Hennes

So bleibt es dabei: Das Versammlungshaus wird neu gebaut. Und zwar nach den Plänen, die Jochen Müller seiner Gemeinde bereits vor über einem Jahr vorgestellt hatte. Nachdem zunächst ein kleines Gebäude mit Flachdach geplant war, schaltete sich die Denkmalbehörde ein. Ein Spitzdach musste geplant werden, das das Versammlungshaus auch noch einmal teurer machte.

Platz für etwa 60 Menschen in einem Gemeinschaftsraum

Das neue Bürgerhaus hat neben barrierefrei erreichbarem Eingangsbereich, WC und Küche etwa Platz für 60 Menschen, die im Gemeinschaftsraum an großen Tischen sitzen können. Es gibt eine Fensterfront hin zur Kirche und eine Terrasse, die vom Gemeinschaftsraum abgeht und sich auch Richtung Kirche erstreckt.

Nachdem das Haus westlich der Kirche abgerissen ist, wird die Fundamentfläche geebnet und dann werde es „so etwas wie einen ersten Spatenstich geben“, verspricht der Pfarrer. Außerdem ist der Bemusterungstermin schon fest, an dem der Feinschliff wie Böden und Fliesen abgestimmt wird.

Gemeinde wollte unbedingt vor Ort bleiben - Haus in Billmerich ist vermietet

Mit dem neuen Versammlungshaus werde der Vorschrift der Landeskirche gefolgt, erklärt Pfarrer Jochen Müller. Denn die Gemeindehäuser der Evangelischen Kirchengemeinde Dellwig in Dellwig und Billmerich werden als Gemeindefläche zusammengezählt, die insgesamt kleiner werden muss. „Wir wollten aber unbedingt in Dellwig vor Ort bleiben, so Müller. Das Gemeindehaus in Billmerich werde inzwischen zusätzlich anderweitig genutzt. Ein Café und eine Musikschule sind dort untergebracht. Das Gemeindebüro wird nach Billmerich umziehen.

Bürgerhaus in Dellwig: Am Mittwoch rollt der Bagger an

Das Gemeindehaus sollte nahe der Kirche in Dellwig entstehen. Weil die Gemeindefläche verkleinert werden musste, stand zur Debatte, dass die Gemeinderäume in Billmerich mitgenutzt werden sollten. © Hornung

Das alte Gemeindehaus in Ardey ist bereits verkauft und das Geld aus dem Verkauf fließt in den Neubau ein. Noch hat die Kirchengemeinde ihre Räume im Bodelschwingh-Haus am Strickherdicker Weg, das inzwischen allerdings viel zu groß geworden ist und wahrscheinlich auch nicht weiter vermietet wird. Das Haus werde wahrscheinlich abgerissen und das Grundstück zur Erbpacht abgegeben. Mit dem Geld soll die Gemeindearbeit weiter gestärkt werden.

Größe der neuen Räume könnte zum Problem werden

Unterm Strich werden die neuen Räume der Gemeinde, die zudem auch noch von Bürgern und Vereinen genutzt werden sollen, wesentlich kleiner als es die Gemeinde bisher gewohnt ist. Eine Doppelbelegung der Räume, wie aktuell im Bodelschwingh-Haus, werde nicht mehr möglich sein. „Man muss sehen, ob das klappt“, so Jochen Müller.

Jetzt lesen

Jetzt lesen

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt