Brücke in die Gegenwart: Bürgermeister Rebbe lädt Flüchtlinge zur Gedenkfeier ein

dzVolkstrauertag

Ihre Gegenwart ist Deutschlands Vergangenheit: Bürgermeister Friedrich Wilhelm Rebbe lädt Flüchtlinge zum Volkstrauertag ein. Sie sollen Deutschlands Geschichte kennenlernen.

Fröndenberg

, 09.11.2018, 13:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als Friedrich Wilhelm Rebbe vor einigen Jahren an der Gedenkfeier am Ehrenmal in Stentrop teilnahm, fielen ihm die Flüchtlinge im Haus der Mitte auf. Die Flüchtlingsunterkunft war der Startpunkt des Trauerzuges zum Ehrenmal. "Sie standen da und waren irritiert und vielleicht sogar etwas erschrocken“, so Rebbe. Die Bewohner der Unterkunft verstanden nicht, warum eine Reihe uniformierter Personen und ein Spielmannszug vor ihrem Zuhause über die Straße marschieren. Die Formation war auf dem Weg zum Ehrendenkmal Karrenweg/Palzstraße, einem Denkmal, das „den Opfern aller Kriege“ – so steht es auf einer der Gedenktafeln – gewidmet wurde.

Flüchtlinge sollen an der Gedenkfeier teilnehmen

Auch Flüchtlinge sind Opfer von Kriegen und Gewalt. Deutschlands Vergangenheit ist laut Rebbe mit der Gegenwart der Flüchtlinge zu vergleichen. Auch Deutsche mussten einst vor den Zuständen in ihrer Heimat fliehen. Als Rebbe die ratlosen Flüchtlinge am Volkstrauertag sah, kam ihm eine Idee, die er dieses Jahr in die Tat umsetzt. „Ich möchte, dass die Flüchtlinge sich mit hineingenommen fühlen in die Trauer über Flucht und Vertreibung“, sagt Rebbe. Der Bürgermeister lädt die Geflüchteten deshalb zur Gedenkfeier am Volkstrauertag ein. Stadtarchivar Jochen von Nathusius wird den Geflüchteten in Stentrop eine Schulung geben und erklären, was es mit dem Trauertag auf sich hat. Übersetzer werden dafür sorgen, dass jeder Gast versteht, was an diesem Sonntag, 18. November, in Deutschland betrauert wird. Bei Pfarrerin Runa Ahl, die die Stentroper Gedenkfeier begleitet, dem Oberst des SV Kirchspiel Bausenhagen Heinz-Josef Pott, der für die Veranstaltung zuständig ist und auch bei den Flüchtlingspaten traf die Idee auf viel Anklang. Die Feier in Stentrop beginnt mit einem Treffen um 9.45 Uhr am Haus der Mitte. Um 10 Uhr wird dann am Ehrenmal Karrenweg/Palzstraße gemeinsam der Toten gedacht.

Brücke in die Gegenwart: Bürgermeister Rebbe lädt Flüchtlinge zur Gedenkfeier ein

Das Ehrenmal in Stentrop wurde im Jahr 1927 eingeweiht. © Stadtarchiv

Gedenkfeiern im Stadtgebiet Fröndenberg/Ruhr

Zusätzlich zu dieser ersten und besonderen Feier, lädt Rebbe zu fünf weiteren städtischen Gedenkfeiern anlässlich des Volkstrauertages am Sonntag, 18. November ein.

Der MGV „Heiderose“, der MGV „Sangeslust“, die Feuerwehr und die Vertreter der Schützenvereine treffen sich um 11 Uhr auf dem Wilhelm-Himmelmann-Platz. Mit dem Spielmannszug Bausenhagen wird die Gruppe gemeinsam zum Ehrenmal an der Eulenstraße gehen. Dort hält Stadtarchivar Jochen von Nathusius eine Ansprache und Bürgermeister Friedrich Willhelm Rebbe legt traditionell einen Kranz nieder.

Im Stadtteil Dellwig treffen sich die Vereine und Prädikant Georg Ruge indes bereits um 10.30 Uhr auf dem Kirchplatz. Am Strickherdicker Weg soll um 10.45 Uhr der Toten gedacht werden. In Ostbüren wird der Kriegsopfer um 11 Uhr an der Burgstraße gedacht. Die Vereine und der Kyffhäuser Bund treffen sich um 10.50 Uhr am Dobomilgebäude. Am Ehrenmal in Strickherdicke beginnt die Feierstunde um 11.15 Uhr. Pfarrer Jochen Müller und die Vereine treffen sich dazu um 11 Uhr am Bürgerhaus.

Das Ehrenmal in Stentrop wurde 1927 eingeweiht. Es wurde damals auf dem Grundstück des Bauern Schulze-Stentrop (heute Hof Schubert) errichtet. Er stellte sein Grundstück dafür kostenlos zur Verfügung. Mit dem Denkmal sollte an alle sechs Orte der Palz erinnert werden – mit je einer Säule, auf denen die Namen der Gefallenen aus den einzelnen Gemeinden aufgeführt wurden. Auf einer Gedenktafel wurde außerdem im Allgemeinen an die Gefallenen erinnert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die alten Tafeln mit neuen Tafeln überdeckt, auf denen wegen der Vielzahl der Toten nur noch die Gemeindenamen stehen. Bei einer Sanierung im Jahr 2012 wurden nur die neuen mit den Gemeindenamen montiert. Am großen Stein wurde nach dem Zweiten Weltkrieg eine Tafel mit der Inschrift „Den Opfern aller Kriege“ angebracht.
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