Billig mit Bus und Bahn: Flash-Ticket plus für alle Schüler bleibt ein Wunsch

dzJuso-Antrag scheitert

In einem forschen Antrag fordern die Fröndenberger Jusos, das Flash-Ticket plus der VKU für alle Schülerinnen und Schüler freizugeben. Die Verwaltung hat jetzt eine ernüchternde Antwort.

Fröndenberg

, 21.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Ein gut gemeinter Vorschlag der Fröndenberger Jusos scheitert an den Realitäten: Ein kostengünstiges ÖPNV-Ticket für sämtliche Schülerinnen und Schüler kann die Stadt gar nicht im Alleingang durchsetzen.

Flash-Ticket plus für Schüler mit Erstattungsanspruch

Wer auf seinem Schulweg größere Distanzen zurücklegen muss, hat Anspruch auf Fahrtkostenerstattung. Vor 15 Jahren hat man im Kreis Unna überlegt, wie es für Schüler attraktiver wird, auch an Wochenenden und Ferientagen Bus und Bahn zu nutzen. Im Februar 2004 führte man dazu das Flash-Ticket plus ein, das für einen Beitrag von elf Euro pro Monat rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr gültig ist und zwar im gesamten VRL-Netz sowie bis Dortmund und Hagen. Der Haken: Nur Schüler, die ohnehin Anspruch auf Fahrtkostenerstattung haben, kommen in den Genuss des Flash-Tickets plus. Wer einen kürzeren Schulweg hat, geht leer aus. Auch Grundschüler sind von dem Angebot ausgenommen. Quasi als Ausgleich für diese Schüler gibt es das Flash-Ticket, das aber erst nachmittags gültig ist.

»Weniger Autos und die Nutzung von Bus und Bahn würden die Umwelt zusätzlich schonen.«
Sebastian Kratzel, Vorsitzender der Jusos Fröndenberg

Die Jungsozialisten wollten nun diese Beschränkung durch die Kilometergrenze aufgehoben sehen. In der Sekundarstufe I müssen Schüler mindestens 3,5 Kilometer, in der Sekundarstufe II mindestens 5 Kilometer weit von der Gesamtschule entfernt wohnen, um das Flash-Ticket plus erwerben zu dürfen.

Mobilität junger Leute wäre 24 Stunden am Tag gewährleistet

Schaffe man die Kilometergrenze ab, fördere man nicht nur die Mobilität der jungen Leute, weil das Flash-Tickt plus schließlich 24 Stunden am Tag gültig ist. Man entlaste auch die Straßen, weil weniger Schüler selbst mit dem Auto oder Motorrad zur Schule fahren oder von ihren Eltern gefahren werden müssten, argumentieren die Jusos. „Weniger Autos und die Nutzung von Bus und Bahn würden die Umwelt zusätzlich schonen“, so die Jusos wörtlich in ihrem Antrag.

Kilometergrenze ist in einer Verordnung des Landes festgeschrieben

Mit den ehrenwerten Motiven musste sich die Schulverwaltung im Rathaus allerdings gar nicht erst auseinandersetzen. Die Kilometergrenze ist nämlich in der Schülerfahrtkostenverordnung des Landes festgelegt. Auf dieser Grundlage sei auch das Flash-Ticket plus damals eingeführt worden. Außerdem handelt es sich bei dem Ticket um eine freiwillige Leistung der Stadt, für die Schüler ist nur der Eigenanteil von monatlich 11 Euro festgelegt worden.

Möglicherweise sind die Jusos über dieses Ergebnis auch nicht übermäßig überrascht. Ihr Antrag schließt jedenfalls mit der sehr weitherzigen Forderung, die Stadtverwaltung möge ihre Kompetenzen einsetzen, „um die Empfehlung der Jusos Fröndenberg bestmöglich zu erfüllen.“

Abo und Preise

Familien erhalten Ticket ab dem dritten Kind kostenlos

  • Schülerticket „Schul- und Freizeit“ (Flash-Ticket plus) für Schüler, die gemäß der Schülerfahrtkostenverordnung ohnehin Erstattung erhalten; ausgenommen sind Grundschüler.
  • Das Abonnement läuft über mindestens zwölf Monate, der Preis ist gestaffelt nach der Anzahl der Anspruchsberechtigten pro Haushalt: 11 Euro (1. Kind), 6 Euro (2. Kind), 0 Euro (ab 3. Kind). Die Abo-Preise entsprechen den von den Schulträgern festgesetzten Eigenanteilen.
  • Schülerticket „Freizeit“ (Flash-Ticket) für alle Schüler, die im Kreis Unna zur Schule gehen.
  • Das Ticket ist auch netzweit gültig, aber nur für Freizeitfahrten ab 14 Uhr, an übrigen Tagen ganztägig, auch in den Ferien gültig. Das Abo kostet im Monat ebenfalls 11 Euro.

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