Bewegung, Spaß und Zusammenhalt: GSF-Fünftklässler studieren Piraten-Musical ein

dzGesamtschule

Sie singen, sie klatschen und einige spielen tragende Hauptrollen. Bei den Proben für das neue Musical an der Gesamtschule Fröndenberg geht es um mehr als eine erfolgreiche Aufführung.

Fröndenberg

, 03.12.2018 / Lesedauer: 4 min

„Es ist am Anfang außerhalb der Vorstellungskraft, dass das gut geht.“
Michael Störmer,
Musiklehrer und Initiator
Bewegung, Spaß und Zusammenhalt: GSF-Fünftklässler studieren Piraten-Musical ein

© Pott


Das Ziel vieler, anstrengender Proben für ein Theaterstück oder Musical ist in den meisten Fällen eine erfolgreiche und gut besuchte Aufführung. Das ist auch bei dem Musicalprojekt an der Gesamtschule nicht anders. Doch unter der Oberfläche schlummert noch viel mehr.

Die Schüler studieren nicht nur Texte, Bewegungsabläufe und Tänze ein, sondern erwerben nebenbei auch Sozialkompetenzen. Sie lernen respektvollen Umgang miteinander und Achtsamkeit, erklärt Schulleiter Klaus de Vries. Sie erfahren auch, was es heißt, Verantwortung zu übernehmen. „Jedes Kind spielt eine wichtige Rolle. Das sollen sie spüren.“

Schon im vergangenen Jahr hätten die Fünftklässler sich von den ersten Proben an bis zur Aufführung enorm weiterentwickelt, sagt Ute Eberitzsch. Es sei ein besonderer Moment gewesen, als die Schüler letztlich auf der Bühne standen, erinnert sich die Abteilungsleiterin der fünften und sechsten Klassen.

Die Fünftklässler hatten im vergangenen Jahr das Musical „Kwela Kwela“ - ein afrikanisches Märchen - auf die Bühne gebracht. Es war das erste Projekt dieser Art an der Gesamtschule. Musiklehrer Michael Störmer hatte die Idee dazu - selbstverständlich sei so etwas aber nicht, erklärt er. Zunächst müsse der Jahrgang für ein solches Unterfangen geeignet sein - immerhin gilt es, rund 150 Schüler zu koordinieren und zu schulen. Sie werden in zwei Gruppen eingeteilt. Jedes Team wird zweimal aufführen. „Es ist am Anfang außerhalb der Vorstellungskraft, dass das gut geht“, so Störmer. Nach den Herbstferien könne er entscheiden, ob das Projekt mit dem Jahrgang leistbar sei und es genug Schüler gebe, die mit Feuereifer und Überzeugung mitarbeiten. Sozial schwächere Kinder würden von den anderen mitgezogen - woraus am Ende alle etwas lernen.

Bewegung, Spaß und Zusammenhalt: GSF-Fünftklässler studieren Piraten-Musical ein

Musiklehrer Michael Störmer und vier Klassen des fünften Jahrgangs proben mit vollem Körpereinsatz für das Musical. © Pott

Zusammenspiel der Schüler – und der Lehrer

Doch auch die Lehrer müssten an einem Strang ziehen, erklärt Störmer. Als Musiklehrer habe er kaum Kontakt zu den Eltern, weshalb es wichtig sei, dass die Klassenlehrer von dem Projekt überzeugt sind und das auch den Eltern vermitteln. Vor allem nach den Osterferien wird das wichtig sein. Kurz vor den vier Aufführungen, die für die Woche zwischen dem 13. und 18. Mai 2019 geplant sind, könnte es für die Schüler nämlich stressig werden. Für sie wird dann ein besonderer Stundenplan erstellt, damit sie täglich proben können. Der normale Unterricht werde aber nicht blockiert, so Schulleiter de Vries. Und auch der Musikunterricht läuft normal weiter. 35 bis 40 Minuten normalem Unterricht folgen 20 Minuten Musical-Arbeit.

Überall auf den Gängen hört man schon Piratentöne.
Ute Eberitzsch,
Abteilungsleitung der Jahrgänge 5 und 7
Bewegung, Spaß und Zusammenhalt: GSF-Fünftklässler studieren Piraten-Musical ein

© Pott

In diesen 20 Minuten haben die Schüler bis jetzt schon einiges gelernt. Bei der Probe am Montag ist kein einziges Textblatt zu sehen - stattdessen klatschen die Schüler in die Hände, schwenken von links nach rechts und strecken ihre Arme in die Höhe. „Vor dem Tag der offenen Tür habe ich die Lieder jeden Morgen und jeden Abend auf YouTube gehört“ sagt Fünftklässlerin Mia. Beim Tag der offenen Tür am vergangenen Samstag hat der Jahrgang bereits eine erste Kostprobe des Piraten-Musicals zum Besten gegeben. Auch Julia hat die Lieder längst in ihrer Playlist gespeichert. Sie mögen die Stücke. Das macht das Üben einfacher.

Insgesamt lernen die Schüler zwölf bis 15 Lieder auswendig, zudem stehen Tänze auf dem Plan und Schauspieltraining. Auch Hauptrollen sieht das Stück vor. Wer diese übernimmt, entscheidet das noch anstehende Casting. Und weil das Musical selbst nicht viele Lieder liefert, hat Musiklehrer Störmer improvisiert und zusätzliche Stücke eingebaut. Nun wechseln sich Piratenlieder mit Stücken der Band Santiano ab - was einigen Elternteilen gefallen dürfte.

Auch ältere Schüler unterstützen das Musical-Projekt

Nicht nur gesanglich und schauspielerisch, sondern auch logistisch wird den jüngsten Gesamtschülern im Mai einiges abverlangt, müssen sie doch bei bestimmten Stichworten auf- und wieder abtreten. Unterstützung kommt von ihren Patenschülern aus dem neunten Jahrgang. Sie werden die Darsteller hinter den Kulissen koordinieren. „Das können wir Musiklehrer zwar mit den Kindern proben, doch vor der Tür können wir uns nicht darum kümmern, deswegen ist das Team der Patenschüler ein ganz wichtiger Faktor“, so Störmer. Die Technik-AG kümmert sich indes um die Licht- und Tontechnik. Aus der Arbeitsgruppe von Udo Thomas sei schon der ein oder andere Bühnentechniker hervorgegangen, so de Vries. Der Spiegelsaal der Gesamtschule ist also in den besten Händen.

Unterstützer gesucht

Auch kleine Spenden sind willkommen

Für Spenden und Sponsoring steht das Konto des Fördervereins der Gesamtschule zur Verfügung: Stichwort: Musikprojekt der 5er / Sparkasse Fröndenberg, IBAN DE94 4435 0060 0430 0046 55.

Noch stehen die Schüler mit den Musiklehrern Störmer, Kathrin Hampf, Imke Lambertus und Wolfgang Stroff am Anfang der Proben. Doch nach und nach wird das Musical „Das geheime Leben der Piraten“ schnell Form annehmen. Damit im Mai alles problemlos über die Bühne geht, hoffen die Kinder auf viel Unterstützung von außerhalb. Schließlich müssen Kostüme, Requisiten und Schminke her. Zum einen werden die Eltern zur Hilfe gerufen, zum anderen Sponsoren gesucht. Das können Unternehmen sein, aber auch Privatpersonen. Das Geld fließt nicht nur in die Produktion, sondern auch in die Belohnung der Kinder ein. Im vergangenen Jahr war das ein Ausflug zum Musical „Starlight Express“ in Bochum. Dieses Jahr könnte es ein Eventtag im Westfalenpark in Dortmund sein, aber das steht noch nicht fest.

Bei den Aufführungen im Mai sind übrigens nicht nur Eltern und Großeltern gern gesehen, sondern auch Privatpersonen. „Wir wollen den Dialog zwischen der Schule und den Menschen der Stadt fördern“, sagt Strömer. „Das Musical ist für Kinder und für Familien gemacht.“

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