Erst musste ein 53-Jähriger wegen Trunkenheit am Steuer vor Gericht. Nun war er erneut vorgeladen. © picture alliance/dpa
Gerichtsprozess

Bewährungsstrafe statt Heldentat: Mann lügt und schadet sich selbst

Eigentlich hatte er nur das Beste für seinen Kompagnon im Sinn: Ein Autofahrer wollte seinen Beifahrer schützen - doch die Lüge hielt vor Gericht nicht stand. Nun wurde er verurteilt.

Im September 2019 wird ein 53 Jahre alter Mann aus Balve auf der Iserlohner Straße in Menden ohne Fahrerlaubnis, dafür aber mit Alkohol im Blut erwischt. Im März vergangenen Jahres wird er dafür zu 750 Euro Geldstrafe verurteilt. Er war nicht allein im Auto. Sein Begleiter findet sich später ebenfalls auf der Anklagebank des Amtsgerichts Menden wieder.

Zulassen des Fahrens ohne Fahrerlaubnis und Beihilfe zur Trunkenheitsfahrt lauten die Vorwürfe gegen ihn. In diesem Prozess sagt der Balver als Zeuge aus. Offenbar will er seinen Begleiter vor einer Strafe bewahren, denn er gibt an, an dem Tag nicht gefahren zu sein. Das Gericht glaubt ihm nicht und verurteilt den Begleiter.

Vier Monate Haft auf Bewährung

Durch seine Lüge hat sich der 53-Jährige in derselben Angelegenheit einen zweiten Prozess eingehandelt. Dieses Mal wegen Falschaussage und versuchter Strafvereitelung. Über seinen Anwalt lässt der Mann erklären, dass die Vorwürfe zutreffend sind. Bis zum März vergangenen Jahres war der Balver nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten.

Da der Mann bereits die 750 Euro abbezahlen und die Kosten seines Anwalts zu tragen hat, entscheidet das Gericht, dem Hartz-IV-Empfänger keine weitere Geldstrafe aufzubrummen. Stattdessen verurteilt der Richter ihn zu vier Monaten Haft auf Bewährung.

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