Besonderheit bei Empfang: „Habe noch nie vor einem Kreuz aus Offizierskordeln gepredigt“

dzSchützenwesen

Zum traditionellen Jahresempfang westlicher Vereine in Fröndenberg freute sich Gastgeber Schützenverein Kirchspiel Dellwig 1830 Wilhelmshöhe über eine gut gefüllte Schützenhalle.

von Peter Benedickt

Dellwig, Strickherdicke, Langschede

, 11.01.2020, 15:18 Uhr / Lesedauer: 2 min

So bestimmten zwar die Uniformen der Schützen aus Dellwig, Dellwig-Altendorf, Langschede und Ardey das Bild, aber auch viele zivile Gäste nahmen am Gottesdienst und dem anschließenden gemütlichen Miteinander teil. Fast alle Stühle waren besetzt, als Pfarrer Jochen Müller in der festlich geschmückten Schützenhalle Oberst Heinz Liedschulte bat, die Besucher zu begrüßen. „Auch wenn das amtierende Königspaar in der ersten Reihe Platz genommen hat, liegt diese Pflicht doch in der Hand der Führungskraft“, sorgte der Geistliche dabei für Heiterkeit. „Regenten kommen und gehen, aber der Oberst bleibt.“

„Wir schauen mit viel Zuversicht auf das kommende Jahr“, hielt Liedschulte seine Ansprache kurz. „Deshalb wünsche ich allen Anwesenden so viel Glück, wie sie für 2020 brauchen.“

Erstmals ein Gottesdienst in der Schützenhalle

Erstmals fand in diesen Räumlichkeiten ein Gottesdienst statt. Entsprechend hatte der Veranstalter den Saal mit einem Altar, hinter dem die Fahnen angeordnet waren, gestaltet. Auch Pfarrer Jochen Müller hatte seine Premiere: „Ich habe noch nie vor solch einem Kreuz, hergestellt aus Offizierskordeln, gepredigt.“

Er bedankte sich, dass die Tradition mit Gottesdienst aufrechterhalten wird („Sie könnten auch sofort tanzen, was ich nicht kann“), so wäre ein feierlicher Rahmen gegeben. Mit der Auswahl der Lieder sorgte er für Klänge in der Halle, die sonst nicht zu hören sind.

Wie aus Schützen ein Chor wird

„Jetzt kommt ein Kanon, die erste Stimme übernimmt das Kirchspiel Dellwig, die zweite die aus Dellwig-Altendorf, die dritte…“, zeigte er sich als erfahrener Chorleiter. „Na, wer sagts denn“, staunte Müller am Ende, denn zur Überraschung aller Besucher klappte das „Experiment“ hervorragend.

Besonderheit bei Empfang: „Habe noch nie vor einem Kreuz aus Offizierskordeln gepredigt“

Uniformen waren in der Mehrzahl, aber auch viele andere Vereine aus dem Fröndenberger Westen hatten Abordnungen geschickt. © Picasa

Als Motto über seine Predigt stellte der Seelsorger die Jahreslosung „Ich glaube; hilf meinem Unglauben“. Immer wieder zog er mit den biblischen Worten Parallelen zum Schützenwesen. Die Jünger gingen auf einen Berg und auch die Schützen sind ganz oben, wenn sie ihr Jahresfest feiern. Wer dieses Gipfelerlebnis hat, mochte auf dem Höhepunkt bleiben, ihn so lange wie möglich erleben. „Es ist ein Erlebnis, welches niemand so schnell wieder aus den Händen geben möchte“, fasste Müller zusammen.

Im Anschluss an den Gottesdienst gab es noch viel Gelegenheit für gemütliche Gespräche.

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