Müll im Wald entdeckt? Wer sein Smartphone zückt und via Tellme-App eine Beschwerde an die Stadt schickt, liefert direkt wichtige Ortskoordinaten mit. Meckern geht aber auch noch altmodisch per Telefon.

Fröndenberg

, 03.04.2019, 18:45 Uhr / Lesedauer: 3 min

Eine wilde Müllkippe, ein verstopfter Gully, Schlaglöcher, oder morsche Äste, die von einem Grundstück bedrohlich über den Gehweg ragen. Wer mit offenen Augen durch die Welt geht, wird unvermeidlich den einen oder anderen Anstoß für Ärger am Straßenrand entdecken - auch in Fröndenberg. Hinweise zu Schandflecken und Gefahrenstellen stoßen bei der Verwaltung keinesfalls auf taube Ohren. Im Gegenteil: Mit dem Beschwerdemanagement ist im Fröndenberger Rathaus eine extra Abteilung eingerichtet, die derartige Anregungen sammelt - und an die zuständigen Stellen weiterleitet.

Wer helfen soll, muss die Probleme kennen

„Wir freuen uns über jede Beschwerde, denn nur wenn wir das Problem kennen, können wir tätig werden.“
Ole Strathoff, Stadtverwaltung Fröndenberg

„Wir freuen uns über jede Beschwerde, denn nur wenn wir das Problem kennen, können wir tätig werden“, sagt Ole Strathoff, der gemeinsam mit seiner Kollegin Claudia Niesius das Beschwerdemanagement steuert. Auch die Stadtverwaltung beobachte, dass Bürgerinnen und Bürger ihrem Unmut oft im Internet Luft machen. Doch während das Bild des Müllhaufens am Waldrand bei Facebook für Aufsehen sorgt und fleißig kommentiert wird, könnte die Stadt bereits aufräumen - wenn sie denn wüsste, wo sich der Müll befindet.

„Wer nicht telefonieren möchte, kann uns zum Beispiel eine E-Mail schreiben“, erklärt Ole Strathoff mögliche Wege, Hinweise loszuwerden. Ohnehin technisch Bewanderte, die mit dem Smartphone in der Stadt unterwegs sind, können auch die Tellme-App verwenden. Die Beschwerdevariante via App wurde in den vergangenen fünf Jahren immer seltener genutzt, obwohl doch die Bürgerinnen und Bürger der Stadt mit dem Internet und dem Smartphone gefühlt immer vertrauer sind.

Beschwerdemanagement: Stadt Fröndenberg freut sich über jeden Hinweis

Seit mehreren Jahren können Bürger ihre Beschwerden und Hinweise per App an die Stadt richten. © Meike Marbach

Beschwerden über Tellme-Ap gehen stark zurück

Dass die Beschwerden über Tellme von 38 in 2014 auf 24 in 2018 stark zurückgegangen sind, mag auch daran liegen, dass der Link zur App von der Homepage der Stadt verschwunden ist. Dort soll er in den kommenden Tagen wieder eingestellt werden, verspricht Ole Strathoff. Wer die kostenlose Anwendung auf seinem Handy installieren möchte, kann sie wie jede andere App im App-Strore und bei Google Play herunterladen.

Nicht immer ist das Beschwerdemanagement Ansprechpartner

Im Bereich Verkehr fallen auch Beschwerden an, die nicht in den Zahlen des Beschwerdemanagements erfasst werden. So zum Beispiel Einwände gegen verteilte Strafzettel. In solchen Fällen, in denen bereits Verfahren laufen, in denen Bürger Bescheide der Verwaltung bekommen haben, empfiehlt Ole Strathoff, dass sich die Bürger direkt an die im Schreiben genannten Ansprechpartner wenden. Zwar werden auch diese Beschwerden entsprechend weitergeleitet – im schlimmsten Fall könnten aber Fristen versäumt werden.

Die App, die an die Beschwerdesoftware der Stadt gekoppelt ist, habe viele Vorteile: Zum einen erleichtert sie den Arbeitsaufwand der Verwaltung. Denn Daten, die bei Beschwerden auf anderen Wegen erst ins System der Stadt übertragen werden müssen, werden über die App automatisch übermittelt. Darüber hinaus kann die App geografische Koordinaten erfassen. Wenn etwa eine wilde Müllkippe im Wald entdeckt wird, weiß die Verwaltung sofort, wo genau sich das Problem befindet.

Keine Beschwerde ist 2018 schriftlich eingegangen

Telefonisch, persönlich oder über die App gingen im Jahr 2018 insgesamt 110 Beschwerden bei der Stadtverwaltung ein. 89 Eingaben darunter waren reine Beschwerden; hinzu kamen 21 Hinweise. Rund 69 Prozent der Bürger haben einfach zum Hörer gegriffen und direkt bei der Verwaltung angerufen, vier mal erschienen sie direkt im Rathaus und 24 mal wurde die App genutzt. Schriftlich ist beim Beschwerdemanagement im Jahr 2018 erstmals gar nichts eingegangen.

Beschwerdemanagement: Stadt Fröndenberg freut sich über jeden Hinweis

Nicht für jedes Schlagloch in Fröndenberg ist die Stadt Fröndenberg zuständig. Einige Beschwerden müssen weitervermittelt werden. © picture alliance / dpa

Wie lang es tatsächlich dauere, bis ein Schlagloch beseitigt, ein abgesackter Gehweg gesichert oder der verstopfte Gully wieder frei ist, hänge von der Art der Beschwerde und den jeweils Verantwortlichen ab. Gerade bei Beschwerden zu Straßen und zur Verkehrssicherheit habe die Stadt nur bedingt Einfluss. Denn zuständig ist der jeweilige Baulastträger. Neben der Stadt sind von Fall zu Fall auch Straßen.NRW oder der Kreis zuständig. Ein tiefes gefährliches Schlagloch in einer kommunalen Straße wird schon mal am selben Tag kontrolliert und beseitigt, sagt Ole Strathoff von der Stadtverwaltung.

Personalsituation ist entscheidend für die Bearbeitungszeit

Auch die Personalsituation sei ein Faktor, der die Bearbeitungszeit einer Beschwerde beeinflusse. Ist der zuständige Mitarbeiter gerade im Außendienst unterwegs, kann er direkt übers Handy informiert werden und vor Ort nach dem Rechten sehen. Ist er bei einer Schulung, bleibt das Problem logischerweise liegen.

Kontakt zum Beschwerdemanagement

  • Um mit dem Beschwerdemanagement in Kontakt zu treten, können Fröndenberger unter Tel. (0 23 73) 976-115 anrufen.
  • Oder sie wenden sich direkt an die Ansprechpartner im Fachbereich 1/ Zentrale Dienste. Das sind:
  • Claudia Niesius, Tel. (0 23 73) 976-250, E-Mail: C.Niesius@Froendenberg.de
  • Ole Strathoff, Tel. (0 23 73) 976-214, E-Mail: O.Strathoff@Froendenberg.de

39 Prozent der Beschwerden beziehen sich auf den Grünschnitt. Darunter fallen nicht gemähte Wiesen, zugewucherte Gehwege oder überhängende Äste.Auch hier müsse die Stadt in einigen Fällen erst private Grundstücksbesitzer anschreiben. Bei Problemen im Bereich Müll und Straßenreinigung, die 2018 rund 20 Prozent der Beschwerden ausmachten, müssen beispielsweise GWA oder Doga informiert werden.

„Ich möchte mich eigentlich gar nicht beschweren, aber...“, so OleStrathofff, fingen viele Telefonate an. Das Beschwerdemanagement sei immer für Anregungen offen. Sie müssten ja gar nicht als Beschwerde formuliert sein. Manchmal – und das sei durchaus erlaubt – erhalte er sogar Lob.

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