Bei Radweg 426.000 Euro gespart: Jetzt legt die Stadt die Rechnung offen

dzFrömern-Gesamtschule

Der Radweg von der Gesamtschule Fröndenberg nach Frömern wird deutlich billiger. Den Preissturz können manche nicht nachvollziehen. Die Stadt hat nun ihre Kostenrechnung offen gelegt.

Fröndenberg

, 02.12.2019, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nach einer Rechtsaufsichtsbeschwerde der FWG schauten offenbar viele sehr genau hin: Der Preissturz beim Radweg zwischen der Gesamtschule und Frömern führte hie und da zu Skepsis. Die Stadt rechnet nun vor, wie es dazu kam.

Der Radweg, für den es vor einigen Tagen den offiziell ersten Spatenstich gegeben hat, ist in das Bundesprogramm „Klimaschutz durch Radverkehr aufgenommen“ worden. Weil die Stadt daher eine Förderung von 70 Prozent der Baukosten zu erwarten hat, musste sie zuvor eine Kostenerwartung mitteilen.

»Wir haben vergleichbare Bauleistungen der vergangenen drei bis vier Jahre herangezogen.«
Markus Törning, Tiefbauamt

Die Projektskizze ist beim Projektträger Jülich, der das Programm für das Bundesumweltministerium realisiert, durch die Stadt Fröndenberg eingereicht worden.

Bei der Kostenschätzung hat man im Rathaus „vergleichbare Bauleistungen der vergangenen drei bis vier Jahre herangezogen“, erläutert Markus Törnig, Teamleiter Tiefbau.

Größter Posten bei den Kosten für den Radweg: Lieferung und Einbau von Asphalt. Bei der Vorkalkulation habe man sich „auf der sicheren Seite“ bewegen wollen, weil die Bausummen im Nachhinein nicht mehr hätten erhöht werden können.

Die Schätzung liegt nun rund eineinhalb Jahre zurück. „Der Einheitspreis für das Liefern und den Einbau von Asphalt ist seitdem deutlich nach unten gegangen“, weiß Markus Törnig.

Jetzt lesen
Bei Radweg 426.000 Euro gespart: Jetzt legt die Stadt die Rechnung offen

Den symbolischen ersten Spatenstich vollzogen in der zweiten Novemberwoche Bauamtschef Martin Kramme (l.) und Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Rebbe (2.v.l.) an der Ecke Ostbürener Straße/In den Telgen. © Marcel Drawe

Zur Sache

Bundesprogramm „Klimaschutz durch Radverkehr“

  • Das Programm der Bundesregierung ist Teil des Klimaschutzplans 2050, nach dem bis zum Jahr 2050 weitgehende Treibhausgasneutralität erreicht werden soll.
  • Aus dem Fördertopf soll die klimafreundliche Gestaltung des Rad- und Fußverkehrs bezuschusst werden.
  • Der Förderaufruf hat ausdrücklich zum Ziel, zur Erschließung von Minderungspotenzialen im Handlungsfeld Radverkehr anzureizen, die Minderung von Treibhausgasemissionen zu beschleunigen und Treibhausgaseinsparungen durch modellhafte Projekte zu realisieren. Ebenso soll der Anteil des Radverkehrs an der Verkehrsleistung dadurch steigen.
  • Gefördert werden investive Maßnahmen mit Modellcharakter zur bedarfsgerechten und radverkehrsfreundlichen Umgestaltung des Straßenraumes, zur Errichtung notwendiger und zusätzlicher Radverkehrsinfrastruktur sowie zur Etablierung lokaler Radverkehrsdienstleistungen.

  • Bei einer Gesamtfläche von 14.000 Quadratmetern, die asphaltiert werden muss, haben sich nach der Ausschreibung der Leistungen die Kosten daher um 358.000 Euro reduziert.
  • Bei dem unter dem Asphalt zu verfüllenden Schotter gab es ebenfalls eine Preissenkung. Für 1720 Kubikmeter muss die Stadt nun 21.000 Euro weniger bezahlen.
  • Schließlich werden auch die links und rechts des Radweges anzulegenden Bankette billiger und zwar um 47.000 Euro. In der Summe ergebe sich daher eine Kostenreduzierung von 426.000 Euro brutto.
  • Die Stadt erwartet nunmehr Gesamtkosten für den Radweg von 780.000 Euro, worin Kosten von zirka 120.000 Euro für eine Radstation an der GSF enthalten sind.

Geschätzt hatte man im Rathaus Mitte 2018 noch Gesamtkosten von rund 1,3 Millionen Euro. Der Bund wird nun 70 Prozent der tatsächlichen Kosten übernehmen. Die Stadt muss einen Eigenanteil von 30 Prozent, also 235.000 Euro, beisteuern.

Die Rechtsaufsichtsbeschwerde der FWG wegen der vermeintlichen Nichtbeteiligung des Rates an dem Radwegprojekt liegt im Übrigen immer noch beim Landrat. Die Stellungnahme der Stadt war bis Ende letzter Woche noch nicht verschickt.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Karl-Wildschütz-Straße
Nötigung von Anliegern, drohende Leerstände, falsche Schilder – FWG ätzt gegen Marktsperrung
Hellweger Anzeiger Anliegerbeiträge
Straßenausbau Hohenheide: Eine CDU-Forderung mit Fallstricken für Anlieger
Hellweger Anzeiger Anliegerbeiträge
„Die Nerven verloren“: CDU schüttet Kübel der Häme über Sabina Müller aus
Hellweger Anzeiger Anliegerbeiträge
„Foul gegen die Bürger“: Jetzt setzt Sabina Müller dem Kämmerer die Pistole auf die Brust