Der Austritt aus dem Kreisverband der Freien Wähler hatte neben menschlichen auch inhaltliche Gründe wie unterschiedliche Ansichten über die Ansiedelungspolitik in den Gewerbegebieten im Kreis. © Archiv/Udo Hennes

„Befremdlich, hinderlich“: Freie Wähler Fröndenberg brechen mit eigenem Kreisverband

Der Bruch zwischen der FWG aus Fröndenberg und den Freien Wählern im Kreis und auf Landesebene ist vollzogen: Der Stadtverband hat seinen Austritt erklärt und verweist auf „befremdliches Gebaren“.

Die Fröndenberger Wählergemeinschaft und die Freien Wähler im Kreis Unna gehen ab sofort getrennte Wege. Der Stadtverband sah sich zuletzt „sogar gezwungen“, sich „von Aussagen des Kreisverbandes distanzieren zu müssen“.

Die FWG aus Fröndenberg teilte den Mitgliederbeschluss ihres Austritts am Wochenende dem Kreisverband der Freien Wähler mit, zugleich löste man sich aus dem NRW-Landesverband der Wählergemeinschaften.

Marvin Büscher, 2. Vorsitzender der FWG, begründet diesen Schritt gegenüber dieser Redaktion damit, dass man sich „auseinandergelebt hat – inhaltlich und menschlich“.

Kritik an öffentlichem Auftritt des Kreisverbandes

So sei im Vorfeld der Kommunalwahlen offensichtlich geworden, „dass

die Ziele, öffentlicher Auftritt und politisches Gebaren anderer Stadtverbände

und des Kreisverbandes für uns befremdlich und oftmals nicht nachvollziehbar

waren“, so Büscher.

Angesprochen auf konkrete Vorgänge, die zu dem Zerwürfnis führten, stellte Büscher klar, im Nachhinein keine schmutzige Wäsche waschen zu wollen. Eine inhaltliche Position, bei der man entzwei sei, betreffe den Standpunkt des Kreisverbandes zur Ansiedelung von Logistikunternehmen im Kreis Unna.

Helmut Stalz, Spitzenkandidat der Freien Wähler bei der Kreistagswahl, hatte sich im Wahlkampf ausdrücklich für die Ansiedelung von kleinen und mittleren Unternehmen „mit produktiven Arbeitsstätten“ ausgesprochen.

Gegenpositionen zum Kreisverband veröffentlicht

Die Fröndenberger sehen das als – nicht abgesprochene – Absage an Logistiker an, die man aber ebenfalls in der Stadt brauche. Wenn auch nicht für das Gewerbegebiet Schürenfeld, so Marvin Büscher.

»Die Mitgliedschaft im Kreisverband ist manchmal sogar hinderlich.«

Marvin Büscher, 2. Vorsitzender FWG

Aufgrund solcher Aussagen seitens des Kreisverbandes habe man sich einige Male gezwungen gesehen, eine Gegenposition zu veröffentlichen. Man habe sich in der Vergangenheit ohnehin weder vom Kreisverband noch vom Landesverband vertreten gefühlt.

„Wir machen als Bürger unserer Stadt ausschließlich Politik für Fröndenberg und für Fröndenberger. Dafür ist, unserer Ansicht nach, keine Mitgliedschaft in übergeordneten Kreis- und Landesverbänden erforderlich, manchmal scheint sie vielleicht sogar hinderlich“, sagt dazu Michael Kirejewski, 1. Vorsitzender der FWG.

Helmut Stalz, der den Kreisverband der Freien Wähler weiterhin mit einem Sitz im neuen Kreistag vertreten wird, war am Montag für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

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Redaktion Fröndenberg
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Marcus Land