Bedrohung durch den Borkenkäfer: Heimatverein lernt Schäden und Maßnahmen kennen

dzFichtensterben

Die diesjährige Herbstwanderung stimmte die Mitglieder des Heimatvereins Frömern wohl nachdenklich. Denn sie machten sich auf den Weg durch einen kranken Wald.

von Lara Joy Rosenstein

Fröndenberg

, 28.10.2019, 10:46 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Der Wald hat in den vergangenen Jahren sein Gesicht verändert“, waren eine der ersten Worte von Heiner Lange, Vorsitzender des Heimatvereins Frömern. Bei der diesjährigen Herbstwanderung des Heimatvereins am Sonntag drehte sich alles um Fichten- und Tannenbäume. Sie werden derzeit vom Borkenkäfer befallen. Was das für Natur und Menschen bedeutet, erläuterte der Heimatverein seinen Teilnehmern bei der Herbstwanderung.

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„Etwa 30 Prozent der Bäume in Nordrhein-Westfalen sind Fichten. Wiederum 30 Prozent davon sind vom Borkenkäfer befallen“, erklärte Lange auf dem Weg in den Wald. Auslöser der starken Population sind die andauernde Trockenheit und Stürme der vergangenen Jahre. „Den Borkenkäfer gibt es immer. Er gehört wie das Brot zur Butter eben zu den Fichten. Eine vergleichbare Population lag im Jahre 1947 vor.“

Käfer konnte sich im Jahr 2018 perfekt ausbreiten

Über 25 Teilnehmer aus der Region lauschten interessiert den Ausführungen und stellten Rückfragen. Mit der Zeit kam auch das Thema des starkdiskutierten Klimawandels ins Spiel. „Ab einer Temperatur von 16,5 Grad fliegen die Käfer und fangen an, sich zu vermehren“, so Lange. Vor allem 2018 war ein trockenes Jahr und damit die perfekte Möglichkeit für den Borkenkäfer, sich auszubreiten. Ein Borkenkäfer zeugt in einer Populationszeit ungefähr eine Viertelmillion Nachfahren. „Die Fichten bilden viel zu wenig Harz, der gegen die Ausbreitung schützt“. Dazu ist mehr Feuchtigkeit in den Wäldern erforderlich.

Bedrohung durch den Borkenkäfer: Heimatverein lernt Schäden und Maßnahmen kennen

Bei der diesjährigen Herbstwanderung wurde für die Mitglieder des Heimatverein Frömern deutlich, dass sich der Wald verändert. © Lara Rosenstein

Nicht nur die Fakten brachten die Teilnehmer zum Nachdenken, auch der Wald selbst erschien den Besuchern in einem anderen Licht. Lange veranschaulichte seine Erklärungen an Beispielen der Natur. Der Befall war deutlich sichtbar. Lässt man die Verbreitung gewähren, wäre der Fichtenwald in weiteren vier Jahren größtenteils ausgelöscht. „Das liegt an der Populationszeit von sechs Jahren. 2018 fand sie ihren Höhepunkt“, betonte Lange.

Schwarze Folien kleben und vom Borkenkäfer befallenes Holz beseitigen

Dass man nun nicht untätig bleiben sollte, leuchtete den Besuchern der Herbstwanderung ein. Eine wichtige Maßnahme ist nun, das schädliche Holz zu beseitigen. In einigen Wäldern werden vor dem Ausschwärmen der Borkenkäfer dicke schwarze Folien auf das Holz gelegt. Ebenso kann man es häckseln oder zu Mulch verarbeiten.

Nach ungefähr zwei Stunden hatten die Teilnehmer ihr Ziel erreicht. Bei einem gemeinsamen Kaffee und Kuchen klang die Herbstwanderung des Heimatvereins noch gemütlich aus. Bei dem spannenden Thema blieb genug Stoff für interessierten Austausch und Diskussionen.

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