Band aus Hameln lässt die Kulturschmiede wunderbar irisch klingen

dzTone Fish

Von Metallica bis Moorsoldaten -Tone Fish aus Hameln bot als KfU-Gig in der Kulturschmiede breite Cover-Qualität, aber noch viel mehr eigene Musik. Sie klang wirklich immer irgendwie irisch.

von Martin Krehl

Fröndenberg

, 16.02.2020, 17:18 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das war ein fulminanter Abend für alle, die sich nicht die Kerrygold vom Brot nehmen lassen. Egal, was die Band Tone Fish zwischen die Instrumente bekam, es klang alles irisch. Fremd, aber freundlich. Gälisch. Mindestens englisch. Rauer Wind, weite Horizonte, tiefe Wolken, immerwährender Wind - der Sound, der Fernweh macht. Allgemeines Geschwelge in der Kulturschmiede.

„Kultur für Uns“ gelingt ein weiterer Glücksgriff

Frank Schröer vom Verein KfU hatte mal wieder einen Glücksgriff getan mit der Band aus Hameln mit ihrem Rat City Folk. Manches Stück war Folk, anderes Rock'n‘Roll, Balladen, Pop, viel Funk - eben Tone Fish. Aber alles irgendwie irisch, wirklich. Das kann auch am Kilkenny gelegen haben, das das emsige KfU- und Kulturschmiede-Team nonstop in den Kühlschrank nachlud.

Das Publikum ging mit, stampfte und klatschte mit, sang auch mal mit - ein gelungener Abend, den der Verein KfU wieder einmal bescherte.

Das Publikum ging mit, stampfte und klatschte mit, sang auch mal mit - ein gelungener Abend, den der Verein KfU wieder einmal bescherte. © Martin Krehl

Tone Fish-Motor Stefan Gliwitzki erzählte in der Pause, dass die Band nie in Irland auftreten würde. Land und Leute kenne man gut, ansonsten macht Tone Fish aber sein Ding. Und das ist handwerklich exzellente Musik, traumschöner mehrstimmiger Gesang, unbändige Spielfreude, Witz und Spritzigkeit mit Irland-Anmutung.

(K)eine irische Band

Tone Fish ist keine irische Band, sie macht auch keine original-irische Musik. Die Musiker schreiben und arrangieren Songs, covern, mixen, kreieren - und am Ende klingt es irisch. Aber nicht bloß so als ob - es wird nicht imitiert und nur ein bisschen parodiert. Es ist ein eigener Tone Fish-Stil, der dem auf der Zunge zergeht und in die Gehörgänge kriecht, der bereit ist für ein musikalisches Abenteuer.

Virtuos an diversen Flöten, stimmgewaltig und sehr präsent: Tone Fish-Sängerin Michaela überzeugte mit Qualität auf allen Ebenen.

Virtuos an diversen Flöten, stimmgewaltig und sehr präsent: Tone Fish-Sängerin Michaela überzeugte mit Qualität auf allen Ebenen. © Martin Krehl

Klangvolumen in der Kulturschmiede

In der Kulturschmiede traten Tone Fish als Trio auf und füllten Fröndenbergs gute Stube mit einem hervorragend ausgesteuerten orchestralen Klangvolumen. Dass auch der Zuschauerraum Holzdielen hat, kam der Percussion zugute. Dass die Stuhlreihen luftig gestellt waren, ließ Platz fürs Beineschmeißen - wen es nur in den Fußspitzen juckte, der konnte launig schunkeln.

Selbst, wenn's besinnlich-beseelt wurde, etwa bei der mit Gesangsverbot belegten Octavia oder pädagogisch-wertvoll wie bei „The Girl with the Feather“, wenn es schenkelklopfend-fröhlich wurde beim „Whiskey in the Jar“ (in das locker Ring of Fire und Country Roads eingenäht war)... Immer war Bewegung im Auditorium.

Jochen am Schlagwerk: immer verschmitzt, immer locker, immer schwungvoll-schmissig. Er bereitete den präzise-treibenden Unterbau.

Jochen am Schlagwerk: immer verschmitzt, immer locker, immer schwungvoll-schmissig. Er bereitete den präzise-treibenden Unterbau. © Martin Krehl

Musik auch mal politisch

Shouter Stefan ist ein Saiten-Meister, Drummer Jochen kombiniert Wackelpuddingkonsistenz mit Metronom-Präzision, Sängerin Michaela hat beim kraftvollsten Stimmeinsatz noch Luft für die gefühlige Tin Whistle.

Mit „Can you hear me“ und vor allem „Border River“ wurde es gesellschaftskritisch-politisch, auch das steht Tone Fish zu. Sie haben ja völlig recht.

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