Aus Liebe zur Heimat: Heimatverein Frömern eröffnet Dauerausstellung auf Hof Sümmermann

dzAusstellung über Frömern

Der Heimatverein Frömern erhält Erinnerungen am Leben, die nach und nach verblassen. Eine Dauerausstellung zeigt Bilder von Frömern, die bei einigen Wehmut und bei anderen Neugier erzeugen.

Fröndenberg

, 04.12.2018, 16:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Die Ausstellung vermittelt Identität für den Ort und bringt Heimatliebe zum Ausdruck. Das brauchen wir alle“, sagt Karl-Heinrich Sümmermann über die neue Dauerausstellung auf seinem Hof. In antiken Bilderrahmen hängen dort Aufnahmen, die ein Frömern zeigen, das es heute so nicht mehr gibt. Schautafeln erinnern an die Geschichte des Fröndenberger Stadtteils und ein großes Plakat, das an eine gigantische Schriftrolle erinnert, zeigt, wie präsent das Kettenschmiedehandwerk dort wirklich war. Einige Teile aus der Ausstellung stammen aus der Ausstellung im Jahr 2014 - damals feierte der Heimatverein sein 30-jähriges Bestehen mit einer zeitlich begrenzten Ausstellung auf dem Hof Sümmermann - einige Teile sind neu hinzugekommen.

Aus Liebe zur Heimat: Heimatverein Frömern eröffnet Dauerausstellung auf Hof Sümmermann

Bilder zeigen das alte Frömern. Milchbauern, Bäcker und Häuser, die nicht mehr stehen, hängen an den Wänden auf dem Hof Sümmermann. © Marcel Drawe

Heimische Kettenschmieden in Frömern

Nicht viele wüssten, dass es alleine in Frömern drei Kettenfabriken - Nolte, Moog und das damalige Hüttebrauck - und viele Heimkettenschmieden gab. „Viele Familien haben davon gelebt“, erklärt Ortsheimatpfleger Alfred Leider. Fröndenberg sei eine wahre Kettenstadt, was in Zukunft auch mit einem Symbol auf Ortseingangsschildern und Bänken gekennzeichnet werden sein soll. Auch von Landwirtschaft lebten damals viele - wobei die noch anders aussah als heutzutage. Dieser Aspekt der Ausstellung liegt Sümmermann besonders am Herzen. Er wolle, dass Landwirtschaft erlebbar gemacht werde und lebendig bleibt. Die Ausstellung zeigt, wie damals auf seinem Hof – dort wo während der Ausstellungseröffnung eine Schar Kinder Kerzen selbst herstellen, wo Besucher ihren Kaffee trinken und wo Kunst ausgestellt wird – unter anderem Stroh gedroschen wurde. „Das ist vielen jungen Menschen gar nicht mehr bekannt“, so Sümmermann.

Aus Liebe zur Heimat: Heimatverein Frömern eröffnet Dauerausstellung auf Hof Sümmermann

Dieses Bild zeigt die Belegschaft der Heimkettenschmiede Fälker in Frömern/Schelk um das Jahr 1960. © privat

In der Volksschule Frömern gab es nur eine Klasse

Auch Schulen mit nur einer Klasse wären heutzutage unvorstellbar. Sümmermanns Vater hat aber genau diese Erfahrungen gemacht. Als Sümmermann selbst zur Volksschule ging, waren es schon zwei. Die Schule ist neben Kirche und Kettenschmiede eine der drei Hauptthemen der Ausstellung. Die Schautafel „Kirche“ zeigt die Geschichte der Pfarrerdynastie in Frömern auf. Heinrich von Steinen ist der Begründer einer Dynastie. Ihm folgten in sieben Generationen Pfarrern, die in Frömern wirkten.

Aus Liebe zur Heimat: Heimatverein Frömern eröffnet Dauerausstellung auf Hof Sümmermann

Dieses alte Schulbild zeigt die Klasse der Evangelischen Volksschule Frömern im Jahr 1937/38. Rechts steht Lehrer August Ahlef. © privat

Erinnerungen an die Steinbrüche in Frömern

Einige der Höfe, die die Aufnahmen in der Ausstellung zeigen, gibt es noch - andere nicht. So zeigt ein Bild den Hof Schulze-Oben, auf dessen Gebiet in den 60ern ein Wohngebiet entstanden ist. Auch an die drei Steinbrüche erinnert die Ausstellung. Dort, wo Fritz Kleemann, Vorstandsmitglied des Heimatvereins, als Kind noch auf Fossiliensuche ging und Muschelabdrücke zum Vorschein brachte, häufe sich heutzutage der Müll. Die Steine aus den Steinbrüchen wurden unter anderem für die Eisenbahnstrecken, die durch Frömern führen, genutzt, erklärt Leider. Heute liegen sie still. Früher war eben einiges anders. Wie es war, zeigt die Ausstellung auf dem Hof Sümmermann ab jetzt dauerhaft. Und sie wird wachsen. So sollen in Frömern geschmiedete Teile aus dem Kettenschmiedemuseum bereitgestellt werden.

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