Auf Kollisionskurs: Gottesdienst im Autoscooter der Fliege schlägt eine Brücke zum Leben

dzFliegenkirmes

Besinnung, Nachdenklichkeit, Botschaften: Alle drei Attribute passen so gar nicht zum wilden Treiben eines Autoscooters. Bei der Fligenkirmes ist das anders - zumindest für einen Moment.

von Lara Joy Rosenstein

Fröndenberg

, 15.09.2019, 14:58 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Fröndenberger Fliegenkirmes ist in vollem Gange. Bunte Fahrgeschäfte, Leckereien und Spaß für die ganze Familie: Mit einem kleinen, aber feinen Programm überzeugt die Fliege wieder einmal die Besucher. Am Sonntagmorgen zog der Autoscooter alle Aufmerksamkeit auf sich. Denn anstatt einer wilden Fahrt veranstaltete die Evangelische Kirchengemeinde Fröndenberg einen ökumenischen Gottesdienst.

Gottesdienstbesucher saßen auf Kartons

Groß und Klein fanden in den Autoscootern und auf Pappkartons Platz, um dem Gottesdienst zu lauschen. „Unsere Evangelische Jugend Fröndenberg hat Großes auf die Beine gestellt“, betonte Pfarrerin Runa Ahl zufrieden. Bereits zum dritten Mal organisierte die Jugend den Gottesdienst im Autoscooter. Von der Planung bis hin zur Moderation: Es gab nichts, dass die Jugendlichen aus ihrer Hand gaben.

Das Thema des Gottesdienstes lautete „Auf Kollisionskurs“. „Das Motto passt perfekt zu dem Rahmen des Gottesdienstes. Jeder denkt an das gegenseitige Rammen mit dem Autoscooter“, erklärte Sascha Willems. „Jedoch gibt es auch im Leben viele Situationen, in denen wir auf Kollisionskurs sind, hinfallen oder Enttäuschungen erleben. Damit wollen wir uns heute näher beschäftigen“.

Die Band der Evangelischen Jugend sorgte für die musikalische Unterstützung. Auch das gemeinsame Singen kam nicht zu kurz. Die Jugendlichen hatten moderne Lieder zum Mitsingen ausgewählt. Im Anschluss an ein kurzes Schauspiel hielt Pfarrerin Ahl dann die Predigt.

Auf Kollisionskurs: Gottesdienst im Autoscooter der Fliege schlägt eine Brücke zum Leben

Die Jugend der Evangelischen Gemeinde übernahm die Organisation, die Moderation und die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes. © Rosenstein

Jugend der evangelischen Gemeinde hat Gottesdienst organisiert

„Der Gottesdienst ist für uns immer ein Höhepunkt im Jahr“, erklärte Jugendpresbyter Sebastian Wimbert. „Es ist eine Möglichkeit, auf die Menschen zuzugehen und sie auch außerhalb der Kirche anzusprechen“, fügte Ahl hinzu. Dass dies der evangelischen Jugend mit Bravour gelungen ist, zeigten die vollen Reihen. Auch Autoscooter-Aussteller Andreas Alexius war begeistert: „Die Arbeit der Jugendlichen ist einfach bemerkenswert“. Sogar die Bewohner des Haus Hubertia konnten Teil des Gottesdienstes sein. „Der Autoscooter ist barrierefrei“, erklärte Alexius.

Nach einer guten Stunde neigte sich der Gottesdienst dem Ende zu und das Kirmes-Getummel nahm seinen Lauf. Am Montag ist dann Familientag. Ab 14 Uhr dürfen sich alle Kirmesgänger über stark ermäßigte Preise freuen. Sowohl die Fahrgeschäfte, als auch die Imbissbuden nehmen teil.

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