Auf der Pilot-Blühwiese sollen bald die Bienen landen

Auf der Hohenheide

Offensive gegen das Insektensterben: Bienen, Hummeln und Co. sollen überall in der Stadt auf Blühwiesen gelockt werden. Auf der Hohenheide entsteht das Pilotprojekt - mit einfachen Mitteln.

Fröndenberg

, 25.10.2018, 15:10 Uhr / Lesedauer: 2 min
Auf der Pilot-Blühwiese sollen bald die Bienen landen

Hendrik Kuhlmann sorgte auf dem Grundstück mit der Umkehrfräse dafür, dass die „gute Erde“ für die Aussaat obenauf liegt. © Borys Sarad

Mitten im Wohngebiet soll ein seit Jahren ungenutztes Grundstück von den Insekten bezogen werden. Am Donnerstag rückte die Gartenbaufirma Kuhlmann aus Holzwickede an und grub die wilde Wiese mit schwerem Gerät um.

Prototyp auf der Hohenheide soll ganzjährig Nahrungsquelle sein

„Jetzt ist die Zeit reif“, sagt Wolfgang Schumacher vom Nabu, der als Nachbar des Grundstücks beim Rat einen entsprechenden Bürgerantrag gestellt hatte. Die Politik gab grünes Licht für dieses Projekt, mit dem man in Fröndenberg Neuland betritt. Die Zahl der Insekten sei erwiesenermaßen in den letzten Jahren drastisch zurückgegangen, gibt Wolfgang Schumacher zu bedenken. Mit einfachen Mitteln könnten sowohl die Stadt als auch private Grundstückseigentümer aber dazu beitragen, dass die im Öko-Kreislauf so wichtigen Tiere wieder genügend Nahrungsquellen finden. Die Wiese auf der Hohenheide soll ein Prototyp werden, an der man „lernen“ will, wie Markus Törnig vom Grünflächenamt der Stadt erläutert. Falko Prünte von der Biologischen Station Kreis Unna/Dortmund hatte empfohlen, zunächst die Ergebnisse der Aussäaktion auf der Hohenheide abzuwarten. „Wir wollen nicht 20-mal etwas falsch machen“, so Törnig. Zur Aussaat kommt eine wohl ausgewogene Samenmischung. Denn dem Nabu war eine Eigenschaft besonders wichtig: „Es sollen Blühwiesen werden, auf denen die Insekten zu jeder Zeit Nahrung finden“, sagt Wolfgang Schumacher.

Grundstück war zum Wohnen unattraktiv - für Insekten ist es ideal

Hendrik Kuhlmann wurde als Experte beauftragt und machte sich am Donnerstagmorgen mit einem Mitarbeiter daran, das rund 1000 Quadratmeter große Grundstück in einen pflanzgerechten Zustand zu versetzen. Die Vorsicht war begründet: Beim ersten groben Umgraben des Areals zog der Bagger die ein oder andere Bordsteinkante aus dem Untergrund.

Auf der Pilot-Blühwiese sollen bald die Bienen landen

Markus Törnig vom Grünflächenamt (l.), Landschaftsgärtner Hendrik Kuhlmann und Wolfgnag Schumacher vom Nabu schritten am Donnerstag zur Tat. © Borys Sarad

Das Grundstück gegenüber der Einmündung „In den Wächelten“ sei seinerzeit bei der Erschließung des Baugebietes wohl nicht veräußert worden, weil es wenig attraktiv ist, vermutet Markus Törnig: Ein Hochspannungsmast steht auf dem Grund. Im nächsten Schritt setzten die Landschaftsgärtner die Umkehrfräse ein: „Die gute Erde liegt oben und verdeckt die Steine im Boden“, erklärt Hendrik Kuhlmann. Die Saat wird danach auf die Furchen gestreut und lediglich fest angewalzt. Der Herbst und das Frühjahr seien die zwei idealen Zeitpunkte zur Aussaat. „Leichte Feuchtigkeit“, sagt Wolfgang Schumacher, sei die beste Witterung. Ende März könne man mit den ersten Frühblühern rechnen - vom Fenster aus werde er das Auskeimen beobachten, meinte Schumacher augenzwinkernd.

Die Pflege der Blumenweide übernimmt der Nabu

Mit seinen Mitstreitern vom Nabu werde er sich auch um die Pflege der Blumenweide kümmern. „Wir werden dominante Pflanzen herausziehen, damit sich zum Beispiel die Distel nicht schlagartig verbreitet“, so der Fachmann. Die Mahd müsse man abtragen, weil sie für das Wachstum der Blumen schädliche Stoffe enthalte. Das mehrmalige Mähen ihrer Wiese entfällt damit in Zukunft für die Stadt. In seinem eigenen Garten hat Wolfgang Schumacher das Wachsen und Gedeihen einer Blühwiese schon beobachtet - und sich über unzählige surrenden Gäste gefreut. „Da war was los in diesem Sommer - einfach prachtvoll.“

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Der Nabu gibt Garten- oder Balkonbesitzern Tipps, wie sie Insekten Nahrungsquellen bieten können:
  • Es kann eine bestehende Rasenfläche genutzt werden; diese sollte von hartnäckigen Gewächsen wie Löwenzahn befreit werden.
  • Sehr wichtig ist ein nährstoffarmer Boden, daher sollte nicht gedüngt werden.
  • Zu fetter Boden kann abgemagert werden, indem Sand oder Kies untergegraben werden.
  • Die Samen werden nur einige Millimeter tief gesät und dann angedrückt.
  • In den ersten vier bis sechs Wochen sollte der Boden stets feucht gehalten werden.
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