Auf den Niederflur-Bürgerbus müssen die Fröndenberger noch Monate warten

Fahrer gesucht

Eigentlich sollte schon Anfang des Jahres das neue Niederflur-Fahrzeug des Bürgerbus-Vereins durch Fröndenberg rollen. Doch die Lieferung verzögert sich. Und der alte Bus streikt immer öfter.

Fröndenberg

, 01.06.2019 / Lesedauer: 3 min
Auf den Niederflur-Bürgerbus müssen die Fröndenberger noch Monate warten

Der Bürgerbus macht immer häufiger Halt in der Werkstatt, weil er die übliche Laufzeit von fünf Jahren schon um ein halbes Jahr überschritten hat. © picture alliance / Arno Burgi/dp

Der erneute Ausfall des Bürgerbusses brachte es ans Licht: Mit fünfeinhalb Jahren Betriebsdauer und 350.000 Kilometern auf dem Tacho hat der alte Mercedes-Sprinter so langsam ein Alter erreicht, in dem die „kleinen Wehwehchen beginnen“, sagt Bürgerbus-Vorsitzender Jochen Oberschelp. Erst jetzt hat er den Bus gerade aus der Werkstatt geholt, weil Verschleißteile der Abgasanlage ausgetauscht werden mussten. Nicht das erste Mal in diesem Jahr: „Schon dreimal musste der Bus wegen Arbeiten an der Abgasanlage in diesem Jahr in die Werkstatt“, sagt Oberschelp. Ein weiteres Mal waren Reparaturen an der Karosserie notwendig geworden. In solchen Fällen holt sich der Verein zwar einen Ersatzbus bei einem Schwerter Verleih, „wo wir als Verein auch gute Konditionen bekommen“, so der Vorsitzende. Doch ärgerlich sind die häufigen Ausfälle dennoch.

Auf den Niederflur-Bürgerbus müssen die Fröndenberger noch Monate warten

Der Fröndenberger Bürgerbus war gerade erst bei Rosier in der Werkstatt, weil Verschleißteile der Abgasanlage ausgetauscht werden mussten.

Neuer Bus kommt mit Dreivierteljahr Verzögerung

Kein Wunder, dass Jochen Oberschelp und seine Bürgerbus-Mitstreiter sehnsüchtig auf das neue Fahrzeug warten. Doch erst im September und nicht wie ursprünglich angekündigt Anfang 2019 wird der Niederflur-Bus geliefert. „Das hat sich mächtig verzögert“, sagt Oberschelp. Und wieder ist es die Abgastechnik, die Probleme bereitet. Denn bei dem bestellten Niederflur-Sprinter können die Abgasleitungen nicht einfach vom Motor ans Fahrzeugende geführt werden. Und die alternative Führung braucht eine besondere Zulassung. „Dadurch hat sich die Lieferung so verzögert“, weiß Oberschelp.

Euro-6-Diesel ist eigentlich auch kein „Wunschkind“

Zwar sehnen die Bürgerbus-Mitglieder das neue Fahrzeug schon herbei, doch ein echtes „Wunschkind“ ist der neue Diesel-Sprinter nicht. Hatte Jochen Oberschelp doch noch vor drei Jahren von einem Wasserstoff-Fahrzeug geträumt, ist die Infrastruktur für diese Technik mit etwas mehr als 100 Tankstellen deutschlandweit doch noch ziemlich bescheiden. Die nächstgelegenen finden sich in Dortmund und Kamen.

Auf den Niederflur-Bürgerbus müssen die Fröndenberger noch Monate warten

Lediglich eine aus dem Prospekt abfotografierte Aufnahme lässt ahnen, wie der neue Bürgerbus aussehen wird. Dem Vereinsvorsitzenden jedenfalls gefällt die Linienbus-Anmutung des Sprinters. © privat

„Von Elektro halte ich hingegen gar nichts“, sagt Oberschelp. Die Frage nach der Entsorgung der Akkus sei längst nicht geklärt. „Wir produzieren da wie bei den Kernkraftwerken wieder Müll, von dem wir nicht wissen, wohin damit“, so der Vorsitzende. Und er bezweifelt, ob das vorhandene Stromnetz es hergeben würde, wenn jeder sein Auto zu Hause an die Steckdose anschließen würde.

Mit 6333 Passagieren bisher eher schlechte Auslastung

Daher gibt es nun also wieder einen ganz konventionellen Diesel. Euro 6 natürlich. Mit neun Sitzen, Niederflur-Technik und ausfahrbarer Rampe für Rollstuhlfahrer. Fast ein bisschen wie ein Linienbus wird das neue Fahrzeug aussehen, dessen Anschaffung rund 100.000 Euro kostet. Land, Kreis und Stadt machen es gemeinsam möglich.

Auf den Niederflur-Bürgerbus müssen die Fröndenberger noch Monate warten

Dank ausklappbarer Rampe wird der neue Bürgerbus barrierefrei. © Privat

Immerhin nutzen ungefähr 16.000 bis 18.000 Fahrgäste jedes Jahr das Angebot des Bürgerbus-Vereins. Allerdings hinken die Fahrgastzahlen in diesem Jahr ein wenig hinterher: Nur 6333 Passagiere beförderte der Bürgerbus seit Anfang des Jahres, davon waren 1137 schwerbehindert. „Zum Jahresanfang haben wir zwar immer etwas weniger Fahrgäste. Aber vielleicht haben sich auch die häufigen Ausfälle bemerkbar gemacht“, vermutet Oberschelp.

Nur noch 20 Fahrer gewährleisten den Bürgerbus-Betrieb

Einen weiteren Ausfall hat der Bürgerbusverein auch bei den Fahrern hinnehmen müssen. 20 sind es jetzt nur noch, die den Nahverkehr sicherstellen. „Wir brauchen dringend wieder mehr Fahrer“, betont der Vorsitzende. Schließlich waren Anfang des Jahres noch 24 Aktive im Einsatz. Engagierte Bürger, die mindestens einmal im Monat für drei Stunden den Bürgerbus fahren möchten - oder auch mehr - sollten lediglich eine gültige Fahrerlaubnis Klasse B (ehemals Klasse 3) besitzen. Alle neuen Fahrerinnen und Fahrer werden vom Verein eingewiesen. Interessenten können sich beim Bürgerbusverein melden.

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