Der Stadtumbau geht weiter: Schon am 4. April können sich Interessierte bei einem Ortstermin am Bruayplatz über die geplante Umgestaltung der Innenstadt informieren. Aber das ist längst nicht alles.

Fröndenberg

, 01.04.2019, 18:15 Uhr / Lesedauer: 3 min

Schritt für Schritt zur modernisierten Innenstadt: Noch ist für den Marktplatz längst der erste Spatenstich nicht erfolgt, treiben Verwaltung und Politik die Planungen für den Bruayplatz voran. Auch die Umgestaltung der Fußgängerzonenbereiche von Winschotener Straße/Im Stift wirft ihre Schatten voraus. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu aktuellen Planungen, Bürgerbeteiligung, Einschränkungen für Fußgänger und Parkplätzen.

? Wie geht es bei den Planungen für den Bruayplatz weiter?

Die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt- und Stadtentwicklung werden sich am Donnerstag, 4. April, vor der Sitzung zu einem Ortstermin am Bruayplatz zusammenfinden. Der Termin ab 16 Uhr ist öffentlich für alle Interessierten, wie Ausschussvorsitzender Kurt Potthoff betont. Vor Ort wollen sich die Politiker den derzeitigen Zustand des Platzes ansehen. In der anschließenden, ebenfalls öffentlichen Sitzung ab 17 Uhr im Saal des Stiftsgebäudes wird Landschaftsarchitektin Susanne Weihrauch ihren Siegerentwurf des freiraumplanerischen Wettbewerbs näher erläutern. Nach Mitte Mai werden Bürgerinnen und Bürgern wiederum zu einem Stadtgespräch eingeladen. Dort können, wie für die Markplatzumgestaltung, noch Akzente gesetzt werden.

Ziel der Umbaumaßnahmen ist eine attraktivere Innenstadt, die bestenfalls auch mehr Kunden in die City lockt. Ende 2017 ist die Passantenfrequenz vom Stadtbüro Dortmund gezählt worden. Das Ergebnis war eindeutig: Der Schwerpunkt in der Innenstadt hat sich für Einkaufskunden und sonstige Besucher in Richtung Winschotener Straße und Bruayplatz verlagert. In Fröndenbergs klassischer Bummelmeile, der Alleestraße, lässt die Frequenz dagegen stark nach.

Ziel der Umbaumaßnahmen ist eine attraktivere Innenstadt, die bestenfalls auch mehr Kunden in die City lockt. Ende 2017 ist die Passantenfrequenz vom Stadtbüro Dortmund gezählt worden. Das Ergebnis war eindeutig: Der Schwerpunkt in der Innenstadt hat sich für Einkaufskunden und sonstige Besucher in Richtung Winschotener Straße und Bruayplatz verlagert. In Fröndenbergs klassischer Bummelmeile, der Alleestraße, lässt die Frequenz dagegen stark nach. © Kreis Unna

? Muss beim Umbau des Bruayplatzes Rücksicht auf einen Neubau von Aldi genommen werden?

Die Pläne für den Bruayplatz werden ausschließlich auf städtischen Flächen umgesetzt. Nach Bauamtsleiter Martin Kramme komme man sich mit den – öffentlich noch nicht bekanntgewordenen – Plänen des Discounters daher „nicht in die Quere“.

Ein anderer Entwurf für den Bruayplatz sah noch eine "Wasserader als Leitelement" vor. Die Pläne stammten vom Dortmunder Architektenbüro Post und Welters.

Ein anderer Entwurf für den Bruayplatz sah noch eine "Wasserader als Leitelement" vor. Die Pläne stammten vom Dortmunder Architektenbüro Post und Welters. © Freyth, Jennifer

? Wann sind der Entwurf für den Bruayplatz und der Antrag spruchreif?

Ziel ist laut Bauamtsleiter Martin Kramme, dem Stadtentwicklungsausschuss die Ergebnisse aus dem Stadtgespräch in der Sitzung am 13. Juni vorzustellen. Die Politik soll sich dann auf einen Entwurf einigen, der Bestandteil des Antrags für die Städtebauförderung wird. Dieser muss bis zum 30. September gestellt werden. Läuft alles nach Plan – die Verwaltung ist hier optimistisch gestimmt – wird im Februar 2020 der Zuwendungsbescheid für den Bruayplatz ins Rathaus flattern. Nach den notwendigen Ausschreibungen ist für 2021 der Baustart avisiert.

Der Bruayplatz würdigt die Städtepartnerschaft Fröndenbergs mit dem französischen Bruay-La-Buissière.

Der Bruayplatz würdigt die Städtepartnerschaft Fröndenbergs mit dem französischen Bruay-La-Buissière. © Michael Neumann

? Ist die Förderzusage nur ein formaler Akt oder kann sie auch verwehrt werden?

Der Stadt Fröndenberg ist bereits eine Gesamtförderung im Zuge des Integrierten Handlungskonzeptes (IHK) in Höhe von 3,27 Millionen Euro bis 2022 von der Landesregierung zugesagt worden. Jeder Einzelantrag wird aber laut Martin Kramme „auf Herz und Nieren überprüft“. Das Städtebauministerium beurteile den „sehr transparenten und kommunikativen Prozess“ in Fröndenberg mit den Stadtgesprächen sehr wohlwollend. Es sei eher ungewöhnlich, dass trotz Architektenwettbewerbs und Juryentscheids noch eine solche Form der Bürgerbeteiligung folge. Auch bei diesen positiven Vorzeichen prüfe die Bezirksregierung, ob die Detailplanung der Stadt, besonders auch die veranschlagten Kosten, schlüssig seien.

Der Marktplatz wird ab Frühjahr 2020 als erster der drei Abschnitte in der Innenstadt umgestaltet.

Der Marktplatz wird ab Frühjahr 2020 als erster der drei Abschnitte in der Innenstadt umgestaltet. © Udo Hennes

? Wie geht es derweil mit den Planungen für den Marktplatz weiter?

Seitdem am 28. Februar der Förderantrag nach Arnsberg geschickt worden ist, dürfen die Planungen nicht weiterbetrieben werden: Dies wäre förderschädlich, wie es im Verwaltungsdeutsch heißt. Erst wenn voraussichtlich nach den Sommerferien der Zuwendungsbescheid in Fröndenberg eintrifft, können die Bauleistungen ausgeschrieben werden. Für das Frühjahr 2020 darf mit dem Baustart gerechnet werden. Der Wochenmarkt wird in dieser Zeit voraussichtlich auf den Parkplatz an der Bahnlinie ausweichen.

Im Zuge des Integrierten Handlungskonzeptes (IHK) werden Bruayplatz, Marktplatz sowie der Bereich Winschotener Straße/ Im Stift ein neues Aussehen bekommen.

Im Zuge des Integrierten Handlungskonzeptes (IHK) werden Bruayplatz, Marktplatz sowie der Bereich Winschotener Straße/ Im Stift ein neues Aussehen bekommen. © Tobias Schürmann

? Wie geht es mit den Umbauplänen für die Winschotener Straße und Im Stift weiter?

Die Fußgängerzonenbereiche sind der dritte Teil der Modernisierung. Die Pläne hierfür sind schon weit vorangeschritten. Sie müssen der Politik und den Bürgern ebenfalls noch in einem Stadtgespräch vorgestellt werden. „Wir müssen hier auch mit den Anliegern und Geschäftstreibenden ins Gespräch kommen“, sagt Martin Kramme. Natürlich fragten sich alle Händler und Bewohner, wie die Geschäfte und Wohnungen erreichbar bleiben. Eine gewisse Entwarnung könne man bereits geben, weil auf bestehenden Untergrund aufgebaut und dieser nicht komplett aufgerissen werden müsse. Die Akzeptanz solcher Baustellen falle und stehe mit der Kundenorientierung der Handwerker vor Ort, ob also etwa begehbare Platten für Fußgänger ausgelegt werden. Kramme: „Hast du einen guten Polier auf der Baustelle, funktioniert es.“ Die Bauarbeiter sollen planmäßig 2022 in die Fußgängerzonenbereiche kommen. „Ziel ist es damit, ab 2020 jedes Jahr eine Baustelle abzuwickeln“, kündigt der Bauamtschef an.

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