Begehrtes Bauland in Fröndenberg: Im Baugebiet Gosemark II in Dellwig sind bereits sämtliche elf Grundstücke verkauft, nachdem erst im Frühjahr 2019 der Bebauungsplan verabschiedet worden war. © Udo Hennes
Bauland in Fröndenberg

Auf dem abgegrasten Grundstücksmarkt wird fast jeder Preis bezahlt

Bauland mag knapp sein. Dieser Umstand allein treibt in Fröndenberg allerdings nicht die Preise nach oben. Zumindest auf dem Papier verharren die Werte kreisweit auf äußerst niedrigem Niveau.

Die Durchschnittspreise für Wohnbauflächen sind 2020 in Fröndenberg gesunken. Wie kann das sein? Wer sich am aktuellen Grundstücksmarktbericht orientiert, darf die Datenbasis nicht außer Betracht lassen.

Mit knapp unter 200 Euro pro Quadratmeter war Bauland 2019 noch so teuer wie nie in den vergangenen Jahren. Mit 174 Euro ist der durchschnittliche Preis im vergangenen Jahr aber gesunken, wenn er auch auf einem für Fröndenberg relativ hohen Niveau bleibt.

Kaum Neubaugrundstücke veräußert

Im selben Zeitraum sind die Preise im Kreis Unna – ohne die Städte Lünen und Unna – dagegen um 27 Prozent gestiegen. In Kamen bzw. Schwerte um sagenhafte 73 Prozent bzw. 63 Prozent.

Bauland ist in Fröndenberg allerdings nicht gegen den Trend billiger geworden. Der Grund für den Preisrückgang ist vielmehr in dem Umstand zu suchen, dass 2020 in der Stadt kaum Neubaugrundstücke veräußert worden sind, wie Martin Oschinski, Vorsitzender des Gutachterausschusses beim Kreis Unna, erläutert.

Für den Grundstücksmarktbericht werden die notariellen Kaufverträge des abgelaufenen Jahres ausgewertet: Überwiegen Veräußerungen von Immobilien älteren Datums, die in der Regel günstiger zu erwerben sind, schlagen sich der niedrigeren Verkaufspreise auf den Durchschnittswert nieder.

Zahl der Bauplätze 2020 stark gesunken

Der aktuelle Bericht belegt diesen Befund spiegelbildlich durch die sehr niedrige Anzahl von Bauplätzen im vergangenen Jahr in Fröndenberg: Gab es zwischen 2015 und 2019 in jedem Jahr pro 1000 Einwohner einen bis eineinhalb Bauplätze, sank dieser Wert 2020 auf 0,25. Umgerechnet auf die Einwohnerzahl sank also die Zahl der Bauplätze von in der Spitze 30 auf fünf.

Tatsächlich war nach der regen Bautätigkeit der Vorjahre in Dellwig, Langschede und Ostbüren 2020 kein neues Baugebiet erschlossen und eben auch nur wenige Hausgrundstücke verkauft worden.

Der Bericht spiegelt ebenso bei den verschiedenen Hauskategorien die Aktivitäten auf dem Grundstücksmarkt wider. Der Wohnbereich in Fröndenberg ist laut Martin Oschinski stark durch freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser geprägt.

Bei Grundstücksflächen zwischen 350 und 800 Quadratmetern stieg der Durchschnittspreis 2020 von 260.000 Euro auf 300.000 Euro an. Die Grundstücksflächen seien in Fröndenberg in der Regel größer und die Ausstattung „einen Tacken besser“, so Oschinski, als in anderen Kommunen, die Preise dort seien aber nicht niedriger.

Gute Autobahnanbindung wird mitbezahlt

Das liege sicherlich unter anderem an der vergleichsweise schlechten Anbindung Fröndenbergs an das Fernstraßennetz – die gute Erreichbarkeit des Arbeitsplatzes.

Bei Doppel- und Reihenendhäusern mit Grundstücksflächen von 250 bis 500 Quadratmetern stagnierte der Preis bei rund 240.000 Euro.

Ein Ausreißer nach oben ist bei den Reihenmittelhäusern, Grundstücksflächen zwischen 150 und 300 Quadratmetern, zu verzeichnen: Der Durchschnittsspreis schoss von knapp über 150.000 Euro in den Vorjahren auf 230.000 Euro nach oben.

Die Erklärung dafür ist aber recht einfach: Es sind 2020 nur weniger solcher Häuser, die dann aber eben sehr hochpreisig verkauft worden. Die Preise seien allerdings auf dem Immobilienmarkt auch generell gestiegen.

Dass zeige sich besonders auch bei den bebauten Grundstücken, wie Dominik Finsterbusch, Mitarbeiter beim Gutachterausschuss, betont: „Der Markt ist abgegrast, es werden alle Preise bezahlt.“ Insofern zeigt sich also doch, dass die Knappheit von Bauland die Preise stark beeinflusst.

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Redaktion Fröndenberg
Geboren 1972 in Schwerte. Leidenschaftlicher Ruhrtaler. Mag die bodenständigen Westfalen. Jurist mit vielen Interessen. Seit mehr als 25 Jahren begeistert an lokalen Themen.
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Marcus Land

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