Ein Sommerbruch verursachte im vergangenen Jahr Schaden am Grundstück eines Anwohners. Ein Unglücksfall, der nicht über die Versicherung der Stadt abgerechnet werden konnte. © Hornung
Fröndenberger Stadtgrün

Auch 18.000 Baumprüfungen bieten keine vollständige Sicherheit

135.000 Euro soll die Beobachtung städtischer Bäume in den kommenden Jahren kosten - um Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Wenn dann doch etwas passiert, trägt versicherungsrechtlich niemand Schuld, wie ein Fall aus 2020 zeigt.

6.800 untersuchungspflichtige Bäume stehen auf städtischem Boden. Ihre regelmäßige Kontrolle kostet Geld, dient aber auch der Sicherheit von Leib und Leben – im Straßenverkehr und manchmal gar auf der privaten Terrasse, wie ein Fall aus dem vergangenen Jahr verdeutlicht.

Für die kommenden vier Jahre möchte die Verwaltung die Kontrolle der Bäume an einen externen Dienstleister vergeben. Welcher Baum in diesem Zeitraum wie häufig untersucht werden muss, hängt ab von der Baumart, vom Alter, vom Standort und von Vorschäden. Bisher schätzt die Verwaltung die Gesamtkosten auf 135.000 Euro.

Rund 150 Bäume in Fröndenberg müssen halbjährlich, 2000 Bäume jährlich, 4250 Bäume alle zwei Jahre und rund 400 Bäume alle drei Jahre untersucht werden. Für 2021 steht eine Untersuchung bei etwa 6400 Bäumen an, 2022 sind es rund 2300 Untersuchungen, 2023 folgen 6950 und im Jahr 2024 werden 2300 Bäume untersucht. Das ergibt unterm Strich rund 18.000 Baumprüfungen.

Kontrolle kann Unglücke nicht verhindern

Auch wenn die Bäume regelmäßig kontrolliert werden, besteht ein Restrisiko durch herabstürzende Äste, etwa bei Unwettern oder Hitze. So geschehen war es im vergangenen Jahr bei einem Sommerbruch in Warmen. Dort stürzte ein schwerer Eichenast auf ein Privatgrundstück, verfehlte einen Mann auf seiner Terrasse nur knapp und verursachte Sachschaden.

Weil die Stadt den Baum ordnungsgemäß untersucht hatte, war niemand für das Unglück verantwortlich zu machen, die Versicherung der Stadt kam nicht für den Schaden auf.

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Redaktion Fröndenberg
Jahrgang 1988, aufgewachsen in Dortmund-Sölde an der Grenze zum Kreis Unna. Hat schon in der Grundschule am liebsten geschrieben, später in Heidelberg und Bochum studiert. Ist gerne beim Sport und in der Natur.
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