Im Dortmunder Imfpzentrum wurden mit den zusätzlichen Terminen am Donnerstag (6. Mai) alle Impfdosen von Astrazeneca verimpft. © dpa
Corona-Schutzimpfung

Astrazeneca-Impfstoff für alle: Wie ist der Andrang in Fröndenberg?

Seit Donnerstag ist der Impfstoff Astrazeneca für alle freigegeben. Es gibt keine Priorisierung mehr. Über die Fragen, wer und in welcher Reihenfolge geimpft wird, können Hausärzte entscheiden.

Für alle, die sehnsüchtig auf eine Corona-Schutzimpfung warten, gab es am Donnerstag gleich einige gute Nachrichten auf einmal: Mehrere Berufsgruppen sind nun an der Reihe. Und in der Theorie hat ab jetzt auch jeder die Möglichkeit, sich unabhängig von Impfreihenfolge und Alter mit Astrazeneca impfen zu lassen – bei einem Hausarzt. Wir wollten wissen, was das für die Praxen bedeutet – und kamen selbst kaum durch.

Versuch beim ersten Hausarzt: Es ist besetzt. Na gut, dann der nächste. Es kommt eine automatische Ansage: Wer kein Rezept möchte, soll einfach in der Leitung bleiben – aber auch hier regt sich nach einigen Minuten des Wartens nichts. Der dritte Hausarzt: Eine Mitarbeiterin erzählt, dass das Telefon kaum still stehe. Auch unsere E-Mail-Anfragen blieben bis zum Abend unbeantwortet.

Einzig Dr. Thomas Huth konnte sich wenige Minuten Zeit nehmen, um mit uns zu sprechen. Am Nachmittag war sein Praxisteam dann in Unna im Einsatz, um Lehrer zu impfen.

Impfungen sind enormer Aufwand für Praxen

Obwohl der Allgemeinmediziner nicht selbst am Empfang der Praxis sitzt, weiß er genau, dass seinen Patienten das Impfen nicht erst seit Donnerstag auf den Nägeln brennt. Weil ohnehin permanent das Telefon klingelt, war ein Anstieg der Nachfrage am Freitagmorgen auch kaum auszumachen. „Über 200 Anrufe mit Fragen rund um die Corona-Schutzimpfung erreichen uns am Tag.“

Generell seien die Schutzimpfungen für die Praxis ein „enormer Aufwand“. Nicht nur die Terminvereinbarung, sondern auch die Aufklärung der Patienten über die Impfstoffe und gesundheitliche Risiken. Bevor sie geimpft werden dürfen, müssen Patienten dann auch noch eine Einwilligungserklärung unterschreiben.

Bei Astrazeneca hätten viele Fröndenberger aufgrund der Fälle von Sinusvenenthrombosen immer noch Bedenken, sagt Dr. Huth. Die Patienten fragen gezielt, ob sie nicht Biontech bekommen können. Hier versuche er viel Aufklärungsarbeit zu leisten. Jetzt, nachdem Astrazeneca freigegeben ist, werden sich wohl noch viel mehr Patienten bei ihrem Arzt über mögliche Nebenwirkungen informieren wollen.

Die Verunsicherung sei allerdings auch nachvollziehbar. Etwa mit Blick darauf, dass Astrazeneca zunächst nur für unter 60-Jährige, anschließend nur für über 60-Jährige freigegeben war. Denn die Hintergründe zu solchen Entscheidungen seien eben vielen Patienten nicht bekannt.

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Jahrgang 1988, aufgewachsen in Dortmund-Sölde an der Grenze zum Kreis Unna. Hat schon in der Grundschule am liebsten geschrieben, später in Heidelberg und Bochum studiert. Ist gerne beim Sport und in der Natur.
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Gebürtiger Brandenburger. Hat Evangelische Theologie studiert. Wollte aber schon von klein auf Journalist werden, weil er stets neugierig war und nervige Fragen stellte. Arbeitet gern an verbrauchernahen Themen, damit die Leute da draußen besser informiert sind.
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