Armdrücken mit Alkohol eskaliert: 85-Jähriger greift Polizeibeamte an

dzAmtsgericht Unna

Vater und Sohn beim Armdrücken – dazu jede Menge Alkohol. Eine Mischung, die der Schwiegertochter irgendwann Angst machte. Sie rief die Polizei, die dann vom 85-jährigen Senior angegangen wurde.

von Sylvia Mönnig

Fröndenberg

, 21.07.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine alkoholgeschwängerte Rangelei zwischen Vater und Sohn in Fröndenberg brachte die Polizei auf den Plan. In der Situation zeigte sich der Senior (85) nicht von seiner besten Seite. Das brachte ihn nun auf die Anklagebank.

Ein gemeinsames Essen, Bier für den Vater und Glühwein für den Sohn: Die Stimmung am Abend des 28. November war gut. Die Männer diskutierten über Kraftsport und verfielen irgendwann der Idee, sich im Armdrücken zu messen. So weit, so gut. Doch der Rentner schummelte, plötzlich standen beide, um kurz darauf zu Boden zu fallen.

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Die Schwiegertochter des 85-Jährigen, die an sich bereits zu Bett gegangen war, bekam bei dem Anblick Panik und verständigte die Polizei. Bei dem Anruf hörte der Beamte am anderen Ende Sätze wie „Du willst mich töten.“ oder „Ich mache Dich platt.“ Das Ganze wirkte ernst. Für Vater und Sohn war der Anblick mehrerer Polizisten dann aber eine unliebsame Überraschung. Laut Anklage kam der Senior einem Beamten so nahe, dass der ihn wegdrückte und der ältere Mann daraufhin versuchte, ihn zu schlagen. Danach, so der Vorwurf, wollte er einem anderen Polizisten einen Fausthieb ins Gesicht verpassen. Der konnte ausweichen.

Es sollte eigentlich nur ein Kräftemessen werden

Tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte wurde dem im Jahr 1935 geborenen Fröndenberger nun vor dem Amtsgericht Unna zur Last gelegt. Eine Situation, die ihm sichtlich unangenehm war. Ausführlich berichtete er von dem getrunkenen Alkohol und dem, was an sich nur ein Kräftemessen werden sollte. Auch gab er zu, sich losgerissen und die Hand zur Faust geballt zu haben. „Aber ich habe Niemanden getroffen. Ich habe da nicht absichtlich irgendwie geschlagen.“ Es sei einfach „ein bisschen komisch“ gewesen, dass da plötzlich fünf Polizeibeamte gestanden hätten. Und: „Ich habe eigentlich nie Last mit der Polizei.“

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Offensichtliches Bedauern und der Umstand, dass sein Strafregister damals noch leer war, stimmten Anklage und Gericht milde. Wobei der Richter keine Zweifel aufkommen lassen wollte: „Aber ein kleiner Denkzettel muss sein.“ Das Verfahren wurde eingestellt – gegen 1200 Euro Geldbuße.

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