Ardeyer Modell hat einen neuen Partner fürs Senioren-Paradies 5.0

dzNeuer Pflegedienst hilft

Viel mehr als nur ein Bielefelder Modell bietet das Quartiersprojekt rund ums ehemalige Gemeindehaus Ardey. Dort ist ein Paradies für ältere Menschen entstanden. Und das hat mit CareVitaale einen neuen Partner.

Fröndenberg

, 06.08.2019, 15:02 Uhr / Lesedauer: 2 min

Senioren-Paradies 5.0 könnte sich das Quartiersmodell in Ardey fast schon nennen, das die UKBS und ihre Partner nach der Aufgabe des Gemeindehauses seit 2016 entwickelt haben. 5.0, weil es fünf entscheidende Vorteile für Senioren im Quartier an der Ardeyer Straße gibt:

  • Mit dem Dorfcafé Buntes Sofa einen Treffpunkt für die Geselligkeit,
  • mit Dr. Thomas Huth einen Mediziner vor Ort, der bei Bedarf die Patienten auch noch zu Hause besucht,
  • mit den 26 Wohnungen der UKBS barrierefreien Wohnraum,
  • mit der neuen Nachbarschaftshilfe „Farbenfroh“ Hilfen im alltäglichen Leben und
  • mit dem neuen Partner CareVitaale einen Pflegedienst, der im Ortsteil ansässig ist (am ehemaligen Ardeyer Hof) und somit kurze Wege hat, um pflegerische Hilfe zu bieten.

Alle fünf Angebote sind miteinander vernetzt, sodass auf jeden Fall geholfen wird. Wenn der eine Partner nicht der richtige ist, sagt er dem passenden anderen Bescheid – und die Hilfe läuft.

Ardeyer Modell hat einen neuen Partner fürs Senioren-Paradies 5.0

Ein Stückchen Kuchen und Plausch mit den Nachbarn ermöglicht das ehrenamtlich betriebene Dorfcafé Buntes Sofa. © Marcel Drawe

Fehlt eigentlich nur eins: „Um‘s abzurunden, eine Einkaufsmöglichkeit“, sagt Michaela Maschmann, Pflegedienstleiterin bei CareVitaale. Der Pflegedienst hat sich im April 2018 gegründet und stand parat, als sich der vorherige Partner Pflegeprofis aus dem Projekt zurückgezogen hat. Somit sind nun wieder alle an Bord, um Ardey 5.0 zu sichern, auch wenn Ardey 6.0 (mit Einkaufsmöglichkeiten vor Ort) weiter ein Traum bleiben muss.

„Farbenfroh“ am 1. August gestartet und schon häufig genutzt

Dafür wird 5.0 gestärkt: Zum einen mit der neuen Nachbarschaftshilfe „Farbenfroh“, die eine knappe Woche nach ihrem Start am 1. August schon auf große Resonanz trifft. Durchschnittlich zwei Hilfesuchende pro Tag zählt das neue Angebot, das zurzeit noch mit 25 Helfern besetzt ist. Sechs davon, um Anrufe entgegenzunehmen, der Rest, um kleinere Hilfen im Haushalt zu leisten, beim Kochen, Einkaufen oder der Gartenarbeit zu helfen oder die Funktionen des neuen Handys zu erklären.

„Bisher konnte allen Hilfesuchenden geholfen werden“, sagt Klaus Böning vom Förderverein Dorfgemeinschaft Ardey, der die Hilfe mit Unterstützung von Birgit Mescher von der Stadt Fröndenberg ins Leben gerufen hat.

Nachbarschaftshilfe „Farbenfroh“

Ehrenamtliche Alltagsengel suchen noch Mitstreiter

  • Die Ardeyer Nachbarschaftshilfe „Farbenfroh“ ist am 1. August angetreten, um Senioren in Ardey den Alltag zu erleichtern. Kleinere handwerkliche Arbeiten, Hilfen im Haushalt, beim Einkauf oder im Garten werden von zurzeit 25 Ehrenamtlern auf Nachfrage übernommen.
  • Dazu braucht „Farbenfroh“ noch Mitstreiter. Wer die Anrufe entgegennehmen oder selbst mal eine Glühbirne für einen Senioren in dessen Wohnung wechseln möchte, kann sich unter Tel. (01 52) 01 36 44 59 montags und donnerstags von 10 bis 13 Uhr melden. In dieser Zeit ist die Vermittlungsstelle besetzt, die auch Hilfeanfragen entgegennimmt. Ehrenamtler können sich auch per Mail an info@farbenfroh-ardey.de melden. Weitere Infos: www.farbenfroh-ardey.de

Dr. Huth sucht weiteren Mediziner für seine Praxis

Zum anderen will Dr. Thomas Huth Ardey 5.0 noch ein Update bescheren: Er sucht zurzeit einen Kollegen für seine Hausarzt-Praxis im Quartier. „Es sind doch viel mehr Patienten, als ich erwartet habe“, sagt er. Schließlich kommen diese von überall her. „4,5 Hausarztstellen sind im Kreis nicht besetzt“, sagt Huth, der deshalb auch die formalen Bedingungen erfüllt weiß, einen weiteren Kollegen in seiner Praxis aufnehmen zu können.

Ardeyer Modell hat einen neuen Partner fürs Senioren-Paradies 5.0

Dr. Thomas Huth hat zwar schon längst das Rentenalter überschritten, aber die hausärztliche Arbeit im Ardeyer Quartier ist für ihn so reizvoll, dass er noch lange nicht ans Aufhören denkt. Allerdings sucht er einen Kollegen zur Unterstützung in seiner Praxis. © Archiv

Dr. Huth ist überzeugt von dem Ardeyer Senioren-Paradies, das anfänglich nach Bielefelder Modell konzipiert, mittlerweile viel weiter reicht. Denn das Bielefelder Modell kombiniert zwar selbstbestimmtes Wohnen mit Versorgungssicherheit, doch in Ardey ist der soziale Aspekt ein dickes Plus. Dr. Huth, der mit seinen 70 Jahren das Rentenalter längst überschritten hat, hat das Modell deshalb gereizt, seine Praxis nach Ardey zu verlegen. Denn er liebt seinen Beruf, will gerade den Älteren gern helfen. „Die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ist Prophylaxe. Isolation führt häufig zu Depressionen“, sagt er. In Ardey vereinsamt so schnell keiner: Das Dorfcafé Buntes Sofa und der Jugendbereich Area 66 der Evangelischen Kirchengemeinde bringen Menschen und Generationen zusammen.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Neue Stadtbücherei
Unterstand zugemauert: Geschäftsführer der Fröndenberger Stadtbäckerei aufgebracht
Hellweger Anzeiger Christkindelmarkt Tag zwei
Mit Bildergalerie: Mitmachzirkus „Manegentraum“ bringt den Marktplatz in Bewegung
Hellweger Anzeiger Verbrechen in Fröndenberg
Nach Raub und Messerstecherei im Himmelmannpark: SPD beantragt bessere Beleuchtung
Meistgelesen