Anwohnerprotest am Querweg: Das sind die Argumente der Behörde

dzHohenheide

Der Anwohnerprotest am Querweg in Hohenheide trifft auf hohe Resonanz. Über 100 Unterschriften zählen die Initiatoren schon. Der Kreis als zuständige Behörde ist trotzdem gelassen.

Fröndenberg

, 03.09.2019, 16:38 Uhr / Lesedauer: 2 min

Binnen kürzester Zeit haben Bernd Burchert und seine Mitstreiter am Querweg 100 Unterschriften gesammelt – und es werden jeden Tag mehr. Sie alle schließen sich der Forderung in Richtung Behörden an, dass rund um Hohenheide etwas für die Einhaltung der Höchstgeschwindigkeit und damit für die Sicherheit der Anwohner getan werden muss.

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Unterschriftenaktion auf das südliche Hohenheide ausgedehnt

„Die Resonanz ist riesig“, sagt Burchert im Gespräch mit dieser Redaktion, dass die Unterschriftenaktion inzwischen auch auf den südlichen Bereich Hohenheides rund um den Krittenschlag erweitert ist. Demnach wird auch dort nach Ansicht vieler Anwohner zu schnell gefahren, hier wie auch am nördlichen Ortseingang müsse deshalb dringend etwas für die Sicherheit getan werden.

Lkw-Lärm stört die Anwohner vor allem nachts

„Sowohl stadteinwärts als auch stadtauswärts wird nach Auffassung der Unterzeichner die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h durch zahlreiche Fahrzeugführer, insbesondere Lkw, deutlich überschritten“, heißt es in einem Schreiben, das seit der vergangenen Woche auf den Tischen bei Stadt- und Kreisverwaltung sowie Polizei liegt.

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„Für Fußgänger, Radfahrer und insbesondere für Kinder stellt die Raserei auf dem Querweg eine Gefahrenstelle dar“, heißt es weiter. „Die teilweise massiven Geschwindigkeitsüberschreitungen, insbesondere von Lkw, gehen zudem einher mit erheblichen Lärmbelästigungen, die besonders zur Nachtzeit über das akzeptable Maß hinaus störend sind.“

„Wir sind immer dafür zu haben, dort, wo es notwendig ist, mehr für die Sicherheit zu tun.“
Constanze Rauert, Sprecherin des Kreises Unna

Die Stadtverwaltung habe mit dem Eingang des Schreibens zugesichert, die Forderung der Anwohner in der nächsten Sitzung des Hauptausschusses zu thematisieren, sagt Burchert. Letztlich zuständig sein dürfte aber die Kreisverwaltung, da es sich um eine Kreisstraße handelt. Und dort heißt es auf Nachfrage dieser Redaktion: „Wir sind immer dafür zu haben, dort, wo es notwendig ist, mehr für die Sicherheit zu tun.“ Allerdings scheint die Behörde nicht davon überzeugt, dass auch wirklich Handlungsbedarf besteht.

Kreis verweist auf Ergebnisse zweier Langzeitmessungen
Objektive Daten

Das ist die V85-Messung

  • Die sogenannte V85-Messung ist eine Langzeitmessung und erfolgt mit einem Messgerät, das in einem grauen Kasten relativ unauffällig am Straßenrand befestigt wird.
  • Das Gerät erfasst lediglich Anzahl der Fahrzeuge und ihre gefahrenen Geschwindigkeiten – nicht Daten zu Fahrzeugtyp, -halter oder ähnliches. Wer zu schnell fährt, hat infolge dieser Messung also nichts zu befürchten.
  • Als „zu schnell“ gilt, wer die zugelassene Höchstgeschwindigkeit samt Toleranz überschreitet, beispielsweise bei erlaubten 50 km/h schneller als 58 km/h fährt.
  • Halten weniger als 85 Prozent der gemessenen Fahrzeuge die Höchstgeschwindigkeit ein – oder anders herum: fahren mehr als 15 Prozent zu schnell – gilt die Sicherheit als gefährdet und es besteht auch aus behördlicher Sicht Handlungsbedarf.

Wie Constanze Rauert, Sprecherin des Kreises Unna erläutert, hat es infolge von Anwohnerbeschwerden in der Vergangenheit bereits zwei sogenannte V85-Messungen gegeben. Eine im Juni 2016 mit dem Ergebnis, dass im Messzeitraum über neun Tage lediglich 5,5 Prozent der Fahrzeuge zu schnell waren. Und eine weitere im Oktober 2018 – damals in dem Bereich, wo die erlaubte Geschwindigkeit von 70 auf 50 reduziert wird. Ergebnis hier: Binnen drei Tagen waren 14,2 Prozent der erfassten Fahrzeuge zu schnell. Auch dieser Wert lag noch unter der Toleranzgrenze von 15 Prozent – erst wenn der deutlich überschritten wird, besteht aus behördlicher Sicht tatsächlich Handlungsbedarf.

Kreisverwaltung ist offen für eine dritte Messung

Gleichwohl zeigt sich die Kreisverwaltung offen für eine dritte Messung, die hinsichtlich Standort und Messzeit gegebenenfalls auch nach Rücksprache mit den Anwohnern erfolgen könne. „Wenn man den Eindruck hat, dass in der Vergangenheit falsche Stellen oder Zeitpunkte ausgewählt worden sind und deshalb mit dem Ergebnis nicht zufrieden ist, können wir da gegebenenfalls nochmal tätig werden“, so Rauert – betont aber auch: „Wir machen solche Messungen nicht zum ersten Mal.“

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