Angler in Langschede freut gute Wasserqualität der Ruhr

dzFerienangeln

Beim Angeln erfährt man jede Menge über Natur und Umwelt entlang der Ruhr. Und warum die Wathose in den Stromschnellen gefährlich werden kann, erfuhren Kinder beim Ferienangeln in Langschede.

Langschede

, 15.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Wer einmal mit einem Angler an der Ruhr entlang geht, hat schon nach einer knappen Stunde unheimlich viel über die Natur vor unserer Haustür und den Zustand unserer Umwelt erfahren.

Sascha Pasternak vom Angelsportverein Langschede-Ruhr gibt dieses Wissen regelmäßig auch den Kindern beim traditionellen Ferienangeln weiter. Was die mit acht oder elf Jahren schon alles wissen, kann nur verblüffen.

Angler in Langschede freut gute Wasserqualität der Ruhr

Groppen im Fluss sind ein Indiz für eine gute Wasserqualität. In der Ruhr bei Langschede finden die Angler den Fisch häufig. © Durchleuchter

Beim Angeln ist Sicherheit oberstes Gebot

Unter der Ruhrbrücke hat der Fluss einige Stromschnellen, die tückischer sein können, als der Laie glaubt. Wer als Angler in die Ruhr steigt, muss sich hüten: Die Wathose ist im Nu voll Wasser gelaufen und ihr Gewicht kann den Sportfischer dann gefährlich schnell in die Fluten reißen. Sicherheit ist also oberstes Gebot beim Angeln. Das lernen die Kinder als Erstes.

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Doch was kreucht und fleucht denn eigentlich alles in der Ruhr? Sascha Pasternak leert einen Kescher in einen Bottich. „Das ist ein Hecht“, sagt Vincent. Tatsächlich. Kaum zwei Zentimeter groß ist der eben geschlüpfte Hecht, aber bereits erkennbar an seiner charakteristischen Musterung.

„Die Koppen zeigen die gute Wasserqualität an.“
Sascha Pasternak vom ASV Langschede-Ruhr

Hechte, Aale, Karpfen, Barben, Döbeln, Äschen – das Vorkommen hier ist noch vielfältig. Aber einige Fischarten werden seltener und daher vom ASV Langschede geschützt. Äschen und Rotfedern werfen die Angler zurück ins Wasser, wenn sie an den Haken gehen. „Den Haken muss man dann im Wasser lösen“, hat Vincent (11) schon gelernt.

Angler in Langschede freut gute Wasserqualität der Ruhr

Kaum zu glauben, dass ein Hecht einmal diese Größe erreicht - in der Ruhr wachsen sie gerade aus kaum zwei Zentimeter großen Fischen heran.

Für neuen Besatz sorgt der Verein auch regelmäßig in der Ruhr und der hat Schonfrist, bis er eine bestimmte Größe erreicht. Doch natürliche Feinde setzen der Äsche auch zu. Denn die Schwarzmeergrundel haben die Langscheder auch schon aus der Ruhr gezogen. Sie stammt aus Schwarzmeer und Kaspischem Meer und gilt als Laichräuber der heimischen Fischarten.

Fischbestand in der Ruhr gibt keinen Anlass zur Sorge

Generell ist der Fischbestand in der Ruhr aber nicht Besorgnis erregend, erläutert Sascha Pasternak. Das mag auch an der wirklich guten Wasserqualität liegen. Dafür haben die Angler untrügliche Zeugen. „Die Koppen zeigen die gute Wasserqualität an“, sagt der Jugendbeauftragte des ASV Langschede. Und Koppen – oder Groppen – gibt es massig in der Ruhr. Sie bevorzugen sauerstoffreiches Wasser und daher niedrige Wassertemperaturen.

Angler in Langschede freut gute Wasserqualität der Ruhr

Auch Karpfen finden sich in der Ruhr.

Beim Ferienangeln stand nicht nur die Praxis auf dem Programm, also wie man eine Angelroute richtig auswirft. Anhand seines Tablets fragte Sascha Pasternak auch Wissen um die Tierwelt am Wasser ab: Ob nun Grauer Fischreiher, Europäischer Flusswels oder Dreistachliger Stichling - die richtigen Antworten hatten die meisten beim Betrachten der Bilder schon parat.

Angler in Langschede freut gute Wasserqualität der Ruhr

Eisvögel fangen gern kleine Fische in der Ruhr. Die Kinder beim Ferienangeln konnten den farbenprächtigen Vogel bei der Futtersuche beobachten. © picture alliance / dpa

Am Sonntagvormittag am Halinger Ruhrufer wurde es dann auch einmal „ernst“: Es biss tatsächlich eine Forelle an. Drei Mädels zogen den Feger von 32 Zentimetern gemeinsam tapfer aus dem Wasser. Mit ihrem stolzen Fang mochten sie sich allerdings nicht vor der Kamera präsentieren. Dazu mussten sich dagegen der achtjährige Kilian und der elfjährige Vincent nicht lange überreden lassen - „Fotoshooting mit Fischfang“ ist Anglern wohl in die Wiege gelegt.

Das Ferienangeln für Kinder war auch für Erwachsene lehrreich. Dass das Flussneunauge unter Naturschutz steht, lernten die Teilnehmer ebenso wie die Eigenschaft der Ellritze, sich nah am Ufer zwischen Steinen aufzuhalten. Ein ganz probates Mittel bekam man auch mit auf den Weg: Wenn sich Schwäne schnappend nähern, sollte man das Weite suchen.

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